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Kunstepochen
Symbolismus
Der Symbolismus besteht im großen und ganzen aus
Metaphern und Bildern.
Symbolismus bezeichnet die von Frankreich ausgehende, von
der deutschen
Romantik und von Edgar Allan Poe angeregte,
seit 1890 in ganz Europa verbreitete literarische Strömung,
die die objektive Wirklichkeitswiedergabe des Realismus und
Naturalismus, die Bindung an die Gesellschaft verwarf und
Hintergründiges, Irrationales und Geheimnisvolles vernehmbar
zu machen suchte. Für die jenseitige, eigentlich wirkliche
Welt ist das Irdische nur Symbol; das Geheimnisvolle soll
durch die Kunst
sichtbar gemacht werden.
Die Malerei versuchte den positivistischen Realismus der
bürgerlichen Weltordnung zu durchbrechen und wandte sich
daher gegen den
Impressionismus, der dem Realismus in der
Literatur entsprach. Man malte nicht mehr vor dem Motiv,
sondern aus der Erinnerung oder Vorstellungskraft. Die
Katastrophenstimmung des „Fin de siècle” leistete
spiritistischen Neigungen Vorschub, und mystischer
Erotizismus mündete in schwarze Religiosität („Satanismus”).
Die Frau als rätselhaft-unausweichliches Verhängnis, als
„Femme fatale”, erschien in zahlreichen Symbolgestalten, z.
B. als Chimäre, Sphinx oder Salome. Die Weltanschauung des
Symbolismus war bereits vorgebildet bei den englischen Präraffaeliten.
Die Hauptmeister waren in Frankreich z. B.
Maurice Denis (1870-1943), Gustave Moreau (1826-1898) und
Odilon Redon (1840-1916); in Belgien James Ensor (1860-1949)
und Fernand Khnopff (1858-1921); in Norwegen Edvard Munch
(1863-1944) oder in Deutschland Arnold Böcklin (1827-1901),
Max Klinger (1857-1920) oder Franz von Stuck (1863-1928).
Die Ausdruckswelt des Symbolismus wird in der Plastik vor
allem durch das Werk von Auguste Rodin (1840-1917)
verkörpert, dessen Allegorismus damit besser gekennzeichnet
wird als durch die früher übliche Zuordnung zum
Impressionismus.
Auszüge aus: DAS GROSSE BERTELSMANN LEXIKON 2001
© 2000 Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann
Electronic Publishing, Gütersloh, München
 SeelenReich. Englische Ausgabe. Die Entwicklung des deutschen Symbolismus 1870 - 1920
Ingrid Ehrhardt und Simon Reynolds Prestel 2002-01 Gebundene Ausgabe 334 Seiten
Kurzbeschreibung
Der deutsche Symbolismus ist die Kunstepoche des Übergangs
vom 19. zum 20. Jahrhundert, entstanden als Gegenbewegung
zum Materialismus der Industriellen Revolution. Die
ländliche Heimat wurde ebenso zur Quelle der Inspiration wie
nationale Mythen, Märchen und die griechische Antike.
In reicher Themenfülle wird die Welt der symbolischen
Künstler gezeigt, sinnvoll ergänzt durch Beispiele
illustrierter Bücher und grafischer Arbeiten. -- Dieser Text
bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare
Ausgabe dieses Titels.
 Sehnsucht und Aufbruch - Russischer Symbolismus. Aus der Sammlung des Staatlichen Russischen Museum St. Petersburg Wladimir Lenjaschin Palace Edition 2002-09 Gebundene Ausgabe 215 Seiten
Buch zu Der russische Symbolismus als historische und
aktuelle Dimension
http://www.ludwigmuseum.org 1. September - 10.
November 2002 Auszug:Eine der großen geistigen und
kulturellen europäischen Strömung, die im 19. Jahrhundert
ihren Anfang nahm und bis weit ins 20. Jahrhundert wirkte,
war der Symbolismus. In Europa bahnte sich dieser Stil
bereits ab 1860 in den Werken des Engländers D. Rossetti (Prä-Raffaelliten),
in Frankreich bei Gustave Moreau und Puvis de Chavannes, in
Deutschland schließlich bei Arnold Böcklin an. Menschenbild
und Landschaft sind bei ihnen allen durchdrungen von einer
tief empfundenen Spiritualität, von einer beseelten
Verbundenheit aller geistig wirkenden Kräfte, die ein
geheimnisvolles Band zwischen dem Diesseits und dem Jenseits
zu knüpfen scheinen. Um die Jahrhundertwende setzt sich die
Suche nach neuen Ausdrucksformen und Themen noch
tiefgreifender und umfassender fort, weitet sich aus nach
Norwegen, um im Werk von Eduard Munch eine neue suggestive
Bildsprache zu entwickeln, die weit in Europa und in Rußland
rezipiert wird. Aber auch die beiden bedeutenden
Jugendstil-Künstler Franz von Stuck (München) und der
Österreicher Gustav Klimt, die sowohl eine starke
Erotisierung und lustvolle, gleichwohl aber negative
besetzte Weiblichkeit inszenieren (Stuck: Sünde, 1893; N.P.
München) als auch eine kosmologische Einheit von Natur und
Mensch zelebrieren, liefern wichtige Impulse dieser
Bewegung. Bei Klimt jedoch kommen auch sakrale, mehr noch
metaphysische Grundzüge hinzu, z.B. in seinem
"Beethoven-Fries" in der Wiener Seccession (1902).
Im Symbolismus vereinen sich die unterschiedlichsten Kräfte
und bilden zahlreiche Facetten aus Philosophie, aufkommender
Esotherik, Theosophie und wiederbelebter Mystik, die
zusammen ein vielschichtiges Spektrum an künstlerischen
Ausdrucksformen ermöglichen, die sich auf Malerei, Graphik,
Dekoratives bis hin zu Literatur und Musik erstrecken. Der
Symbolismus vereint als europäische Bewegung ein letztes
Nachhallen der
Romantik und leitet hinüber zu ersten Formen
des modernen Ausdrucks, die es ermöglichen, ganz disparate
Interessen zu vereinen: Man denke an
Impressionismus,
Jugendstil,
Expressionismus, Fauvismus und Kubismus, an
Parallelentwicklungen der Kunst also, die zeitlich dicht auf
einander folgten und im Symbolismus die mächtige
Anziehungskraft von mystischer Verbrämung und ästhetisiertem
Stil erlebbar werden lassen.
Rußland bildet keine Ausnahme, sondern begleitet diese
Stilrichtung mit den unterschiedlichsten Künstlern und
Künsten. Es findet hier vielleicht seinen stärksten und
eindrucksvollsten Stil, verbindet sich doch mit dem
Symbolismus auch all das, was man als "Seele Rußlands"
bezeichnen kann: der ausgeprägte Sinn für Ästhetik,
ausgewogene Formen und harmonisches Kolorit, etwas
Elegisches, Träumerisches, Tiefgründiges und Entrücktes
zugleich. Vor allem in den ab 1880 auftretenden sog.
"Stimmungslandschaften" verbinden sich Gedanken der
romantischen Landschaftsauffassung mit einer deutlichen Nähe
zum Symbolimus der Münchener Schule. Sie finden auch ihren
Widerhall in Werken der russischen Literaten, z.B. Turgeniew
und Dostojewskij. Auch die theoretische Basis für Künstler
wird in grundlegenden Schriften wie "Die Schönheit der
Natur", "Der allgemeine Sinn der Natur" und "Im Licht des
Gewissens" manifestiert.
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Künstler des Symbolismus
* Michail Wassiljewitsch Nesterow
* Arnold Böcklin
* Pierre Bonnard
* Maurice Denis
* James Ensor
* Fernand Khnopff
* Max Klinger
* Max Kurzweil
* Gustave Moreau ("Salomé)
* Edvard Munch ("Der Schrei")
* Odilon Redon
* Sascha Schneider
* Giovanni Segantini
* Franz von Stuck
* Edouard Vuillard
* Carl Christoph Schickert

Kurzbeschreibung
"Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst
besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren
oder direkt auszusprechen", schrieb der Dichter Jean
Moréas 1886 in seinem Manifesto of Symbolism. Und es war
in Frankreich und Belgien, der Wiege des literarischen
Symbolismus, wo auch die symbolistische Malerei geboren
wurde. Für sie war der kulturelle Raum wie geschaffen,
den die Poesie von Baudelaire und Mallarmé und die Opern
Wagners eröffnet hatten. Ihre Maler waren nicht durch
einen künstlerischen Stil verbunden, sondern durch eine
Geisteshaltung - sie drückten "die Idee" aus, und die
Vorstellungskraft spielt eine wichtige Rolle in ihrer
Arbeit. "Traum" war ihr Credo; sie lehnten
Impressionismus, Realismus, Naturalismus und das
Wissenschaftliche ab oder hassten es sogar. Das
Hauptprinzip des Symbolismus, das der "Korrespondenzen",
zielte auf Harmonie zwischen allen unterschiedlichen
Künsten - oder wollte zumindest das Wagnersche
Gesamtkunstwerk schaffen. Heute, nachdem man den
Symbolismus eine Zeit lang vernachlässigt hatte, steht
eines fest: Symbolistische Malerei ist für unser
Verständnis von moderner Kunst essentiell. Nicht nur,
weil sie sich wie ein Lauffeuer über die Welt verbreitet
und von Russland bis nach Amerika, von Nordeuropa bis
zum Mittelmeer Anhänger gefunden hat - sondern auch,
weil sie der Quell zahlreicher Veränderungen war, ohne
die moderne Kunst nicht das wäre, was sie ist.
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 Art Nouveau. Symbolismus und Jugendstil in Frankreich Renate Ulmer Arnoldsche Verlagsanstalt 1999 Gebundene Ausgabe 384 Seiten
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