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SCIENCE OF SLEEP Kinostart: 28. September 2006
 
SCIENCE OF SLEEP Anleitung zum Träumen

Kinostart: 28. September 2006

eine herrlich verrückte Liebeskomödie

Vergnügliches Gedankenspiel zwischen Wirklichkeit, Wunsch- und Alptraum.

Ein Film von Michel Gondry

Mit
Gael Garcia Bernal
Charlotte Gainsbourg
Alain Chabat
Miou Miou
Aurélia Petit
Sacha Bourdo

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Berlinale 2006 – Wettbewerb außer Konkurrenz
Sundance 2006 - Premieres
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105 Minuten / Frankreich 2005 / Format 1:1.85 / Dolby Digital SRD

science of sleep-plakat


 

KURZINHALT

SCIENCE OF SLEEP ist eine herrlich verrückte Liebeskomödie. Ihr Held, Stéphane (Gael Garcia Bernal), findet in seinen Träumen hinreißenden Mut und eine Fülle von Ideen, um die Frau seines Herzens (Charlotte Gainsbourg) zu erobern. Aber die Wirklichkeit ist sehr viel widerspenstiger als seine romantischen Träume, und Stéphane verwechselt manchmal, wo er sich gerade befindet ....


Science of Sleep ist ein übermütiger Film. Denn – so viel ist jedem klar, Schlafen ist keine Wissenschaft. Aber - wer hat schon Macht über seine Träume? Und was geschieht, wenn sich ein schüchterner Träumer unsterblich in seine Nachbarin verliebt und Phantasie und Wirklichkeit nicht mehr voneinander unterscheiden kann? Charmant kombiniert Regisseur Michel Gondry unterschiedliche visuelle Stile zwischen Stop-Motion und Computertechnik zu einem einzigartigen Look und entführt das Kinopublikum auf eine wundersam verrückte, poetische Reise in eine Welt unbewusster Wünsche und unerfüllter Sehnsüchte.


INHALT

Schüchtern, gut aussehend und nicht ganz von dieser Welt. Das ist Stéphane (Gael Garcia Bernal). Er ist ein begnadeter Träumer, hat den Kopf voll neuer Ideen und ist gerade aus Mexiko in Paris gelandet. Er zieht in die Wohnung seiner Mutter (Miou-Miou), in der er seine Kindheit verbracht hat. Angeblich soll in Paris ein toller Job in einer kleinen Agentur auf ihn warten. Stéphane ist voller Hoffnung, dass er den von ihm entworfenen Comic-Kalender veröffentlichen kann.
Doch seine Kreativität ist in der Agentur, die sich als Copy-Shop entpuppt, nicht im Geringsten gefragt. Die Welt wird für Stéphane immer grauer. Er überlässt sich mehr und mehr seinen Träumereien, die ihn verzaubern und in ganz andere Welten befördern. In seinem bunten Pappmaché-Universum ist er der Held. Er ist Rockstar. Er ist Fernsehmoderator. Er ist Architekt. Er ist alles. Aber ganz anders, als die Anderen. Und das ist gut so.


 

Eigentlich kann Stéphane schwerelos zwischen den Welten wechseln, immer massiver schmuggelt sich aber die Wirklichkeit in seine Träume, oder die Träume in die Wirklichkeit. Schuld daran ist Stéphanie (Charlotte Gainsbourg), die in seine Nachbarwohnung einzieht. Stéphane gerät in den Umzugstrubel. Erst rollt und purzelt ihm ein Klavier im Treppenhaus entgegen, dann verarztet ihn Stéphanies Freundin Zoë (Emma de Caunes), die Stéphane für einen Umzugshelfer hält. Schließlich verpasst er einfach nur die Gelegenheit, sich als Nachbar zu erkennen zu geben. Das zwingt Stéphane zu skurril-poetischen Mogeleien, die sein eigenes Leben ebenso verkomplizieren wie das von Stéphanie. Aber wenn sie gemeinsam Wälder in kleine Boote bauen und Stéphanes Erfindungen ausprobieren, scheint die Zeit stehen zu bleiben und beide fühlen den Zauber, der sie umgibt. Alles scheint unbekümmert, leicht und aufregend. Plötzlich ist die reale Welt bunt und gar nicht mehr grau.
Leider ist das eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Träumt er es vielleicht nur und in Wahrheit ist Stéphanie gar nicht in ihn verliebt? Als dann auch noch sein Comic-Kalender erfolgreich veröffentlicht wird, verliert Stéphane völlig die Orientierung. Realität und Traum stehen Kopf. Er muss sich entscheiden, ob er den Alltag weiter verträumen, oder seinen Traum leben will. Vielleicht kann ihm die Liebe dabei helfen?
 

filmszene science of sleep

PRODUKTIONSNOTIZEN

Der Anfang dieses Projekts, so Michel Gondry, hat ungefähr so ausgesehen, wie das Fantasie-Fernsehstudio von Stéphane: eine Werkstatt, ein Ideenlabor, ein Speicher mit abgelegtem, fast vergessenem Kram, ein unsystematisches Archiv. Für Manche vielleicht noch keine Traumwelt, aber für Gondry der freieste Platz, den die Welt zu bieten hat. Freiheit bedeutet für ihn, sich nicht verbindlich zwischen Animation, Science Fiction, Märchen und Romantic Comedy entscheiden zu müssen. Obwohl Gondry diese Genres einzeln bereits virtuos bespielt hat, in seinen Hollywoodfilmen ebenso, wie bei seinen frühen Experimentalfilmen und den unzähligen Videoclips oder Werbespots seit Beginn der neunziger Jahre.

Der Keim für die Geschichte von SCIENCE OF SLEEP liegt in einem absurden Geistesblitz, auf den ihn sein Sohn bei einem der vielen Streifzüge durch das Pariser „Cité des Sciences et de l’industrie“ brachte: Das Gehirn ist zwar das am meisten komplizierte Ding im Universum - es liegt aber gleich hinter der Nase. Das Einfache harmoniert problemlos mit dem Komplizierten. Aber wenn nicht, wird es dann noch interessanter? „Mit dieser Haltung ist Alice im Wunderland entstanden, so wie Godzilla und King-Kong, aber auch die Arbeiten der tschechischen Avantgarde“, erklärt Michel Gondry. Seine eigene Version dieser Idee strahlt etwas aus, das fast schon vergessen war: Der Charme einer generellen Unfertigkeit, die Poesie einer Illusion, in der man die Fäden und das Eingreifen der Hand noch sieht.

Genau das hat Gael Garcia Bernal sofort an Gondrys Vorhaben interessiert. „Arbeit mit Seele“ nennt es der mexikanische Schauspieler und war erstaunt, dass die Figur des Stéphane so viel Ähnlichkeit mit ihm selbst hat.

Zugleich überraschte Bernal, wie unbekümmert der Autor und Regisseur das Verträumte der Geschichte von Stéphane und Stéphanie mit etwas verband, was ihm fast wie eine Utopie des Filmemachens erscheint: „Seine Kunst lädt zum Mitmachen ein. Er will, so scheint es mir, das Publikum retten vor einem bloß noch passiven Bestaunen immer ausgefeilterer CGIs (Computer Generated Images). Der ursprüngliche King Kong hat zu 20.000 Meilen unter dem Meer und unzähligen Super-8-Monster-Homemovies geführt. Herr der Ringe und der neue King Kong hingegen lösen lediglich den Impuls aus, die Trailer downloaden zu wollen.“

Das endgültige Drehbuch für SCIENCE OF SLEEP schrieb Gondry, wie bei all seinen bisherigen Projekten, innerhalb weniger Tage. Im Winter 2003/2004 machte er sich schließlich auf die Suche nach der Schauspielerin für Stéphanie. Charlotte Gainsbourg stand für ihn bald als Wunschkandidatin fest, weil von ihr eine große Anziehungskraft ausgeht, die jedoch nicht auf rein äußerer Schönheit beruht: „Das seltsame an ihr ist, dass sie von Männern zuerst nicht in Erwägung gezogen wird. Sie ist niemand für eine Liebe auf den ersten Blick. Erst nach und nach entdeckt man ihre Vorzüge, aber wenn man sie entdeckt hat, ist auch schon der Moment verstrichen, da man sich noch hätte zurückziehen können.“

Für Gondry war es wichtig, Charlotte Gainsbourg nicht darüber aufzuklären, ob er selbst glaube, dass Stéphanie in Stéphane verliebt sei oder nicht. Entsprechend hatte sie gar keine andere Möglichkeit, als Stéphanies Empfinden in schwankendes Verhalten zu übersetzen, was wiederum als Katalysator für Stéphanes Unsicherheit diente – denn schließlich betrachtet man SCIENCE OF SLEEP tatsächlich so, als würde man aus Stéphanes Augen schauen. „Es gibt anfangs keine Plattform, auf der sich zwischen den beiden eine gemeinsame Sichtweise entwickeln könnte. Das ist ja der Kampf gegen Windmühlen, den er auszufechten hat, quer durch den ganzen Film.“

SCIENCE OF SLEEP entstand in zwei Etappen, im Sommer 2004 und im Februar 2005. In vielen Sequenzen gibt es, entsprechend der Story, Überlagerungen zwischen Trick-Szenen und Live-Action. Die Tricks sind alle in Handarbeit entstanden. Very old fashioned. „Alles, was Sie im Film sehen, war auch tatsächlich so vor der Kamera existent. Wir haben unsere kleine ‚Metropolis’ real gebaut und jedes einzelne Bild mit der Kamera aufgenommen. Drei Wochen haben wir dafür mein Haus in Villemagne zum Trickatelier umfunktioniert, und als wir mit den Schauspielern drehten, war es ebenfalls so: nach Drehschluss gab es eine kurze Pause. Dann ging die Nachtschicht los: Wir haben die Animationskamera eingerichtet und dann jene Tricks gedreht, die im Zimmer von Stéphane oder Stéphanie stattfanden. Im gleichen Set und mit dem gleichen Licht. Das ist, aus der Sicht eines Produktionsleiters vielleicht nicht sehr praktisch oder effektiv, aber ich denke, es braucht diesen tatsächlichen Zusammenhang, auch die Energie, um diesen Zauber, der mir so wichtig ist, wirklich herzustellen.“

Die Handlung von SCIENCE OF SLEEP war für Gondry, der nach seinem fünfjährigen Ausflug nach Amerika und in den amerikanischen Film (Human Nature, Eternal Sunshine of the Spotless Mind) erstmals einen Spielfilm in Frankreich drehte, ganz selbstverständlich in Paris angesiedelt: „Es war keine bewusste Entscheidung. Aber in diese Arbeit mischten sich so viele persönliche Erinnerungen an Personen, Orte und Situationen, dass mir alles andere als falsch und unnötig erschienen wäre. So haben wir auch genau in dem Haus gedreht, in dem ich mit meinem Sohn und dessen Mutter gelebt habe. Auch habe ich damals als Kalender-Designer in einem Copy-Shop in der Nähe gearbeitet. Ich kannte die Wege, das Empfinden und Denken von Leuten dieser Art. Das vereinfachte es erheblich, schnell zum Wesentlichen zu kommen, also zur Liebesgeschichte zwischen diesen beiden Menschen.“

Gondrys Sohn und dessen Mutter, Florance Fontaine, leben auch heute noch in dem Haus, in dem die Dreharbeiten von SCIENCE OF SLEEP stattfanden – zwei Etagen über den Filmwohnungen von Stéphane und Stéphanie. Florance Fontaine war auch für die Kostüme des Films verantwortlich.

Endgültig fertig gestellt hat Gondry SCIENCE OF SLEEP im Dezember 2005. Im Januar 2006 hatte der Film beim Sundance Festival Premiere und wurde im Februar 2006 auch im Hauptprogramm der Berlinale (Außer Konkurrenz) bejubelt – zum Beispiel von der Berliner Zeitung, in der Jens Balzer am 13.02.2006 schrieb: „Schade, dass dieser Film nur außer Konkurrenz läuft, wir hätten ihm gern so viele Goldene Bären aufgebunden, wie sich in den Bärenwäldern um den Potsdamer Platz einfangen lassen.“

 

 




PRESSESTIMMEN


Keine Angst: Michel Gondry will nur spielen, aber sein nunmehr dritter Spielfilm, eines der uneingeschränkten Highlights der Berlinale, hat dennoch Biss… Ein toller Film ist das. So überbordend mit Einfällen, verspielt, albern und innovativ, dass man ihn eigentlich schon nach der ersten Szenen nicht nur ins Herz geschlossen hat, sondern am Liebsten in den Arm nehmen will.
Blickpunkt Film (Berlinale 2006)

Mit unbändiger Kreativität hat Michel Gondry diese irre und dabei kindlich verspielte Film-Fantasie hervor gezaubert. Sehr persönlich ist das und doch sprudelnd wie die Kohlensäure im Mineralwasser. In diesem schwärmerischen Sprung in die Vorstellungswelt eines unsicheren jungen Mannes und seine komischen Versuche, eine Beziehung zu seiner weiblichen Nachbarin herzustellen, findet man die gleiche visuelle Bravour, die die bisherige Arbeit des Regisseurs ausgezeichnet hat, und zweifellos wird dieser Film die Erwartungen seiner internationalen Fangemeinde mehr als zufriedenstellen.
Variety (Sundance 2006)

Ein schillerndes Kaleidoskop aus überraschenden Bildern, eine – sagen wir – ‚synaptische Kinematographie’. Ein Mindblower und sehr vergnüglich. Große Naivität verbindet sich mit verschrobenen Assoziationen. Mit SCIENCE OF SLEEP ist Gondry ist ein federnd leichter Spaß gelungen, der noch federnder wird durch ein verrücktes Production Design und eine wunderbar ‚unmögliche’ Melange von Stilen.
Hollywood Reporter (Sundance 2006)

In hohem Maße einfallsreich und mit grenzenloser Sensibilität für die Sprachlosigkeit, von der diese Generation befallen ist, wenn es um Herzensangelegenheiten geht.
LA Weekly (Sundance 2006)

Seelen-Spezialist Gondry entführt mit dieser Komödie einmal mehr in die unglaubliche Welt des Unbewussten.

Berliner Morgenpost (Berlinale 2006)

Mit der Unbekümmertheit eines Kindes und der Sanftheit eines Weisen leitet der Regisseur seine Filmfiguren und uns, die Zuschauer, durch weit dehnbare Traum-Labyrinthe.
Arte (Berlinale 2006)
 

Ein detailverliebtes Fest für die Augen, in dem sich Realität und Vision zunehmend überlappen.
Tagesspiegel (Berlinale 2006)

Tatsächlich wirkt am Ende der ganze Film wie ein selbstvergessen spielendes Kind, dem man gerne zusieht, weil es das Staunen noch nicht verlernt hat.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Berlinale 2006)

...Dies führt zu einer Freiheit, wie man sie in der Filmgeschichte seit der Tschechischen Avantgarde nicht mehr erlebt hat. Das Ähnlichste was es zu diesem herrlichen Film gibt, sind tatsächlich der Klassiker "Tausendschönchen" und die surrealen Trickfilme Jan Svankmajers... Wie Gondry aber seine traumhaften Einfälle einbaut, das ist einfach unvergleichlich... sein Film (schwebt) haushoch über aller Konkurrenz.
Frankfurter Rundschau (Berlinale 2006)

Schade, dass dieser Film nur außer Konkurrenz läuft, wir hätten ihm gern so viele Goldene Bären aufgebunden, wie sich in den Bärenwäldern um den Potsdamer Platz einfangen lassen.
Berliner Zeitung (Berlinale 2006)

Science of Sleep ist eine skurrile und bunte Reality-Show, die wirklich Spaß macht. Ob Traum oder Realität, immer wieder driftet die Welt in absurdes Chaos ab, und nicht selten muss sich auch der Zuschauer fragen, welchen Wahrnehmungen er nun trauen kann.
http://www.cinefacts.de


VERLEIH
Prokino
Widenmayerstr. 38









 

 

Gewinnspiel zum film the-science-of-sleep

Büchershop

WIE MAN TRÄUME MACHT

Hallo... und willkommen zu einer weiteren Folge von Television Educative.
Heute zeig' ich Ihnen, wie man Träume zubereitet.

Viele von Ihnen denken, das ist ein einfacher Vorgang, aber die Wirklichkeit sieht komplizierter aus. Wie Sie sehen, liegt das Erfolgsgeheimnis in der sorgfältigen Mischung verschiedenster Zutaten:

Zuerst geben wir ein paar beliebige Gedanken hinein.
Und dann fügen wir ein klein wenig Nachklang vom Tag hinzu, vermischt mit ein paar Erinnerungen an die Vergangenheit. Das reicht für zwei. Liebe... Freundschaften... Partnerschaften... und all die anderen – "Schaften". Dazu kommen ein paar Lieder vom Tage, Dinge die Sie gesehen haben und ein Spritzer ... Persönliches.

Okay... ich glaub' das wird einer. Da kommt er schon, ja... ja. Okay… jetzt muss es schnell gehen. Ich spreche leise, damit ich mich nicht aufwecke.


aus dem Filmdialog: Stéphane beim Träume kochen

 

DIE WUNDERBARE WELT VON STÉPHANE…


In diesem Universum ....
... landet schon mal ein Fernsehapparat in der Seine und die armen Fische werden bedauert, die sich fortan „ Schrott“ ansehen müssen.
... treten Menschen in Katzen- und Bärenkostümen als Rockgruppe auf.
... krabbeln Elektrorasierer auf Spinnenbeinchen surrend durchs Zimmer.
... lässt die 3-D-Brille für das normale Leben den Alltag tatsächlich in 3-D erscheinen!
... schickt die „1-Sekunde-Zeitmaschine“ ihren Benutzer wahlweise in die nächste Zukunft
(1 Sekunde später) oder die Vergangenheit (1 Sekunde früher).
… werden mit dem praktischen „Licht-aus-Hammer“ Kinderzimmer für Erwachsene hell oder dunkel.
... senden Schuhkarton-Kameras Bilder von bizarren Talkshows.
... wachsen Wälder in Booten, die über Wellen aus knisterndem Zellophan gleiten.
... herrscht die „parallel synchronisierte Zufälligkeit“!
... verwandelt sich ein Stofftier mit Knopfaugen in edles Ross das zwei Liebende in ihr gemeinsames, glückliches Märchenland entführt.


PRESSENOTIZ

filmszene science of sleep



Der Regisseur Michel Gondry ist ein Heißsporn der Phantasie, seinem visuellen Erfindungsreichtum scheinen keine Grenzen gesetzt. Nach Eternal Sunshine of the Spotless Mind, für dessen Drehbuch er zusammen mit Charlie Kaufman 2004 den Oscar® gewann, gräbt der französische Filmemacher wieder unberechenbare Traumpfade in den Boden der Wirklichkeit: Irrwitzig und innovativ, wild und verträumt, rasant und romantisch – eine visuell radikale, zu Herzen gehende Liebesgeschichte, die den Zuschauer mit einem beschwingten Glücksgefühl aus dem Kino entlässt. Michel Gondry hat mit SCIENCE OF SLEEP dem verspielt kreativen Universum seiner Filme und Videoclips einen weiteren schillernden Baustein hinzugefügt.

SCIENCE OF SLEEP gleicht einem kleinen filmischen Wunder voller skurriler Überraschungen, die ebenso comicartige wie labyrinthische Züge tragen: Dieser charmante Wahnsinn hat Methode und lebt von der fast vergessenen Poesie des Unperfekten. Stéphane, gespielt von Gael Garcia Bernal, ist die männliche Antwort auf Amélie Poulain: In seinen Träumereien arrangiert Stéphane überdrehte Phantasien, ferne Erinnerungen und aktuelle Erlebnisse zu verspielten Welten: mit einer Metropolis aus Pappe und plätscherndem Zellophan. Als Held seiner Träume zieht Stéphane darin souverän die Fäden, erscheint zugleich aber auch als Hauptdarsteller und Publikum.

Hat Gondry die Traumwelten in seinen amerikanischen Studioproduktionen Human Nature und Eternal Sunshine of the Spotless Mind virtuos am Computer gestaltet, so ist er mit SCIENCE OF SLEEP wieder zur naiv-handwerklichen Tradition seiner früheren Musikvideos zurückgekehrt. Hemmungslos verarbeitet er Zellophan, Watte und Filz in tatsächlich handgemachten Stop-Motion-Collagen zu Wasser, Schnee und Wolken.

Wie sein Filmheld Stéphane ist Regisseur Michel Gondry ein präzisionsverliebter Tüftler mit einer außergewöhnlichen Begabung, kleine, geschlossene, sich selbst tragende Welten zu erfinden und auf sehr intime Weise darzustellen. SCIENCE OF SLEEP ist der erste Spielfilm, den Gondry in seiner französischen Heimat produziert hat. Gedreht wurde in Villemagne und in einem Pariser Haus, in dem Michel Gondry selbst gelebt hat. Die geschilderten Erfahrungen in Stéphanes Grafikbüro beruhen auf eigenen Erfahrungen des Regisseurs.

********************

INTERVIEW MIT MICHEL GONDRY

Was war die Ausgangsidee von SCIENCE OF SLEEP?
Der Ursprung liegt ein paar Jahre zurück: für ein Video der Foo Fighters hatte ich damals die Idee, die Geschichte des Songs („Everlong“) über ein Paar zu erzählen, das seine Träume ‚teilt’, d.h. die Protagonisten kommen jeweils im Traum des anderen vor, agieren also als Gehirnströme und als reale Personen. Ich spielte diese Idee aus, und so ergaben sich ineinander greifende Fäden, die sich darum drehten, wie Träume einerseits die Beziehungen zwischen Menschen beeinflussen und wie Beziehungen umgekehrt deren Träume beeinflussen.

Wie sind Sie auf Gael García Bernal für die Hauptrolle gekommen?


Wir haben uns über einen gemeinsamen Freund kennen gelernt, und in seinen Filmrollen erschien er mir immer, als hätte er genau die Eigenschaften und Qualitäten, die mir für diese Rolle vorschwebten. Die Figur des Stéphane ist so etwas wie mein Alter Ego… das hat mir Anfangs Angst gemacht, denn Gael ist solch ein hübscher, unterhaltsamer Typ, und ich dachte, die Leute werden mir einen Vogel zeigen, weil sie denken: mein Gott ist der eingebildet. Aber er ist ein sehr guter Schauspieler, und so haben wir dieses Problem überwunden. Gael kam ständig mit einer Menge neuer Ideen und es war wirklich lustig mit ihm. Und Charlotte hat mir großes Vertrauen entgegen gebracht, was mich immer wieder ermutigt hat. Teil des Regisseursjobs ist es doch, sich auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten einzustellen und das jeweils Beste von jedem Darsteller zu bekommen. Großartig war, dass wir trotz eines sehr engen Zeitplans und trotz beschränkter Probenmöglichkeiten, sehr schnell zueinander fanden und eine intensive Drehzeit miteinander erlebten.

Auf welchem Material haben Sie den Film gedreht? Wie lang dauerten die Dreharbeiten?


Wir drehten auf 35 mm und die Drehzeit betrug sieben Wochen. Die Animation der Traumsequenzen haben wir in meinem Haus in Villemagne in den Bergen realisiert. Das war ungefähr sechs Monate bevor wir mit den Schauspielern drehten.

Bei ihren bisherigen Spielfilmen Eternal Sunshine of the Spotless Mind und Human Nature haben Sie mit dem legendären Drehbuchautor Charlie Kaufman zusammen gearbeitet. Das Drehbuch für Science of Sleep ist ohne Kaufmans Mitarbeit entstanden. War es leichter oder schwerer ohne ihn?


Es ist immer schwer, ob mit oder ohne Charlie Kaufmann. Schwer ist es, wenn sie sich ständig mit vier Sichtweisen auseinandersetzen müssen. Denn Charlie hatte immer mindestens vier Sichtweisen auf ein gegebenes Problem – und alle waren fantastisch. Er ist ein Genie. Er ist unheimlich kreativ und mit ihm zusammen gearbeitet zu haben, hat mich für meine weiteren Projekte entscheidend geprägt. Aber manchmal müssen Sie eben auch mit ihren Schauspielern kommunizieren und einen Weg finden, sich schnell und direkt mit ihnen zu verständigen. Wenn sie dann jemand in Beschlag nimmt und die Energie abzieht, die sie eigentlich für die Schauspieler brauchen, ist das auch gefährlich. Das ist so, als würden Sie versuchen, ihre Kinder zu erziehen, aber die Mutter sagt immer das genaue Gegenteil von dem, was Sie selbst gesagt haben. Dann ist es mit Ihrer Autorität schnell vorbei. So ungefähr war das mit Charlie Kaufman. Andererseits: Bei SCIENCE OF SLEEP war ich, obwohl mich mein Produzent in jeder Hinsicht unterstützt hat, absolut auf mich allein gestellt. Ohne Charlie war ich ohne Korrektiv, und ich fühlte mich oft nackt. Aber ich sagte mir: das musst Du durchstehen! Du wirst Dir jetzt beweisen, dass Du es schaffst! Dabei war ich mir immer bewusst, dass es auch schief gehen kann. Das war übrigens häufig ein Thema zwischen Charlie und mir. Bei jedem Projekt, das wir gemeinsam angepackt haben, wussten wir, dass es auch daneben gehen könnte. Ohne dieses Risiko hat man keinen Erfolg verdient.

Die Effekte in SCIENCE OF SLEEP machen den Eindruck, als seien sie aus einer irrsinnigen Bastelei heraus entstanden – einer Bastelei allerdings, die nicht digital geprägt ist, wie in Ihren vergangenen Filmen und Videos, sondern im wahrsten Wortsinn handgemacht erscheint. Täuscht das?


Nein, das täuscht nicht. Alles, was Sie im Film sehen, war auch tatsächlich so vor der Kamera existent. Wir haben unsere kleine ‚Metropolis’ real gebaut und mit der Kamera aufgenommen. Einzelbild für Einzelbild. Und als wir mit den Schauspielern drehten, war es ebenfalls so: nach Drehschluss gab es eine kurze Pause. Dann ging die Nachtschicht los: Wir haben die Animationskamera eingerichtet und dann jene Tricks gedreht, die im Zimmer von Stéphane oder Stéphanie stattfanden. Im gleichen Set und mit dem gleichen Licht. Wir waren übrigens die ersten, die mit dem neuen Fuji-Material drehten. Fuji hat dieses neue Produkt Eterna genannt. Ich möchte mich gern in dem Glauben wiegen, sie meinen das als Hommage auf meinen letzten Film [Eternal Sunshine of the Spotless Mind, 2004]. Und bitte widersprechen Sie mir nicht!

Hätten Sie den Film auch anderswo als in Paris drehen können?


Wir haben genau in dem Haus gedreht, in dem ich mit meinem Sohn und dessen Mutter gelebt habe. Es war mir sehr wichtig, dass die Geschichte dort spielt, weil ich damals, als ich dort wohnte, zum letzten Mal einem Job nachging, der nichts mit Film zu tun hatte. Ich arbeitete auch als ein Kalender-Designer, genau so wie Stéphane in meinem Film. Außerdem hatte ich keine Lust, lange zu recherchieren, wie es eigentlich ist, in New York oder sonst irgendwo zu leben. Ich wollte einfach schnell zu der Liebesgeschichte zwischen diesen beiden Menschen kommen.

Inwiefern hat Ihr Film Eternal Sunshine of the Spotless Mind oder die vielen Videos, die Sie in der Vergangenheit gedreht haben, Ihre Arbeit an SCIENCE OF SLEEP beeinflusst?


Bei meinen Projekten ist es immer so, dass das Endresultat nicht hundertprozentig vorhersehbar ist. Ich brauche diesen Überraschungseffekt, um mein Interesse wach zu halten. Ich glaube, das kommt aus der Zeit, als ich noch Stop-Trick-Animationen gemacht habe. Dort ist es ja auch so: Sie drehen ein Bild, und dann noch eins, aber sie wissen nicht, wie es aussehen wird, bis Sie das Material aus dem Labor zurückbekommen. Es ist zwangsläufig so etwas, wie ein Experiment. Bei diesem Film wollte ich tief in einen Teil meines Hirns einsteigen ohne mir allzu viel Zwänge anzutun. Ich hinterfrage meine Ideen nicht.

Ist es Ihnen zuerst auf die Bilder angekommen, die Sie später mit den Dialogen und einer Geschichte in Übereinstimmung brachten, oder war umgekehrt erst die Geschichte da, für die Sie dann die Bilder erfunden haben?
Wenn ich es mit meinen Projekten der Vergangenheit vergleiche, glaube ich, dass bei diesem Film erstmals alles auf einmal kam. Ich glaube, ich habe das Visuelle der Story in dem Moment ‚imaginiert’ als die Story in mir entstand.

Was sollen die Zuschauer aus Ihrem Film ‚mitnehmen’?
 

Da der Film autobiografisch angelegt ist, hoffe ich, dass die Menschen Mitleid mit mir haben und mich bedauern, dass ich so viel Pech mit Frauen habe. Ich hoffe, dass in vielen Frauen der Impuls entsteht, dass sie sich bei mir melden und mir bei der Bewältigung meiner Zurückweisungstraumata helfen wollen … Aber Spaß beiseite: ich hoffe, dass es den Zuschauern Vergnügen bereitet, sich auf mein Erzähl-Gespinst einzulassen. Ich hoffe, dass es Menschen gibt, die nach dem Film nach Hause gehen, sich eine Schere nehmen, ein paar alte Pappen herausholen und anfangen, zu schnipseln, zu leimen, zu fantasieren und ihre kleinen Geschichten zu basteln.

 

 Vergiss mein nicht!
Vergiss mein nicht!
Jim Carrey, Kate Winslet und Kirsten Dunst
Highlight 2004-12-02 DVD




Produktinformation

* Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst
* Regisseur(e): Michel Gondry
* Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
* Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
* Region: Region 2
* Bildseitenformat: 16:9
* FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
* Studio: Highlight
* DVD-Erscheinungstermin: 2. Dezember 2004
* Spieldauer: 108 Minuten

Human Nature [UK IMPORT]
Human Nature [UK IMPORT]
Patricia Arquette, Rhys Ifans, Tim Robbins, Ken Magee, Sy Richardson, David Warshofsky, Hilary Duff, Stanley DeSantis, Peter Dinklage, Toby Huss, Bobby Harwell, Daryl Anderson, Bobby Pyle, Chase MacKenzie Bebak, Mary Kay Place, Robert Forster, Rosie Perez, Miguel Sandoval, Miranda Otto und Anthony Winsick
Pathe Distribution Ltd 2004-06-04 DVD



# Darsteller: Patricia Arquette, Rhys Ifans, Tim Robbins, Ken Magee, Sy Richardson
# Regisseur(e): Michel Gondry
# Format: PAL, Widescreen, Import
# Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1)
# Region: Region 2
# Bildseitenformat: 16:9
# BBFC: Freigegeben ab 15 Jahren
# Studio: Pathe Distribution Ltd
# DVD-Erscheinungstermin: 4. Juni 2004
# Spieldauer: 92 Minuten


Kurzbeschreibung
Vor einigen Problemen steht der Forscher Nathan, der menschliches Verhalten von den Verbindungsresten zu den animalischen Wurzeln befreien will: Freundin Lila, die ihn zum Mann machte, ist behaart wie ein Tier, Affenmensch Puff, den er im Wald fand, verhält sich wie einer, und Nathan selbst kann bei seiner Assistentin seine Triebe nicht kontrollieren.


Human Nature - Die Krone der Schöpfung
Human Nature - Die Krone der Schöpfung
Patricia Arquette, Tim Robbins und Rhys Ifans
Universal/DVD 2004-12-02 DVD








 

 


 

 

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