SCIENCE OF SLEEP Anleitung zum Träumen

 

Kinostart: 28. September 2006

eine herrlich verrückte Liebeskomödie

 

Vergnügliches Gedankenspiel zwischen Wirklichkeit, Wunsch- und Alptraum. 

Ein Film von Michel Gondry

Mit
Gael Garcia Bernal
Charlotte Gainsbourg
Alain Chabat
Miou Miou
Aurélia Petit
Sacha Bourdo

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Berlinale 2006 – Wettbewerb außer Konkurrenz
Sundance 2006 - Premieres
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105 Minuten / Frankreich 2005 / Format 1:1.85 / Dolby Digital SRD

science of sleep-plakat


 
KURZINHALT

SCIENCE OF SLEEP ist eine herrlich verrückte Liebeskomödie. Ihr Held, Stéphane (Gael Garcia Bernal), findet in seinen Träumen hinreißenden Mut und eine Fülle von Ideen, um die Frau seines Herzens (Charlotte Gainsbourg) zu erobern. Aber die Wirklichkeit ist sehr viel widerspenstiger als seine romantischen Träume, und Stéphane verwechselt manchmal, wo er sich gerade befindet ....


Science of Sleep ist ein übermütiger Film. Denn – so viel ist jedem klar, Schlafen ist keine Wissenschaft. Aber - wer hat schon Macht über seine Träume? Und was geschieht, wenn sich ein schüchterner Träumer unsterblich in seine Nachbarin verliebt und Phantasie und Wirklichkeit nicht mehr voneinander unterscheiden kann? Charmant kombiniert Regisseur Michel Gondry unterschiedliche visuelle Stile zwischen Stop-Motion und Computertechnik zu einem einzigartigen Look und entführt das Kinopublikum auf eine wundersam verrückte, poetische Reise in eine Welt unbewusster Wünsche und unerfüllter Sehnsüchte. 


INHALT

Schüchtern, gut aussehend und nicht ganz von dieser Welt. Das ist Stéphane (Gael Garcia Bernal). Er ist ein begnadeter Träumer, hat den Kopf voll neuer Ideen und ist gerade aus Mexiko in Paris gelandet. Er zieht in die Wohnung seiner Mutter (Miou-Miou), in der er seine Kindheit verbracht hat. Angeblich soll in Paris ein toller Job in einer kleinen Agentur auf ihn warten. Stéphane ist voller Hoffnung, dass er den von ihm entworfenen Comic-Kalender veröffentlichen kann. 
Doch seine Kreativität ist in der Agentur, die sich als Copy-Shop entpuppt, nicht im Geringsten gefragt. Die Welt wird für Stéphane immer grauer. Er überlässt sich mehr und mehr seinen Träumereien, die ihn verzaubern und in ganz andere Welten befördern. In seinem bunten Pappmaché-Universum ist er der Held. Er ist Rockstar. Er ist Fernsehmoderator. Er ist Architekt. Er ist alles. Aber ganz anders, als die Anderen. Und das ist gut so.


 

Eigentlich kann Stéphane schwerelos zwischen den Welten wechseln, immer massiver schmuggelt sich aber die Wirklichkeit in seine Träume, oder die Träume in die Wirklichkeit. Schuld daran ist Stéphanie (Charlotte Gainsbourg), die in seine Nachbarwohnung einzieht. Stéphane gerät in den Umzugstrubel. Erst rollt und purzelt ihm ein Klavier im Treppenhaus entgegen, dann verarztet ihn Stéphanies Freundin Zoë (Emma de Caunes), die Stéphane für einen Umzugshelfer hält. Schließlich verpasst er einfach nur die Gelegenheit, sich als Nachbar zu erkennen zu geben. Das zwingt Stéphane zu skurril-poetischen Mogeleien, die sein eigenes Leben ebenso verkomplizieren wie das von Stéphanie. Aber wenn sie gemeinsam Wälder in kleine Boote bauen und Stéphanes Erfindungen ausprobieren, scheint die Zeit stehen zu bleiben und beide fühlen den Zauber, der sie umgibt. Alles scheint unbekümmert, leicht und aufregend. Plötzlich ist die reale Welt bunt und gar nicht mehr grau.
Leider ist das eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Träumt er es vielleicht nur und in Wahrheit ist Stéphanie gar nicht in ihn verliebt? Als dann auch noch sein Comic-Kalender erfolgreich veröffentlicht wird, verliert Stéphane völlig die Orientierung. Realität und Traum stehen Kopf. Er muss sich entscheiden, ob er den Alltag weiter verträumen, oder seinen Traum leben will. Vielleicht kann ihm die Liebe dabei helfen?
 

filmszene science of sleep

PRODUKTIONSNOTIZEN

Der Anfang dieses Projekts, so Michel Gondry, hat ungefähr so ausgesehen, wie das Fantasie-Fernsehstudio von Stéphane: eine Werkstatt, ein Ideenlabor, ein Speicher mit abgelegtem, fast vergessenem Kram, ein unsystematisches Archiv. Für Manche vielleicht noch keine Traumwelt, aber für Gondry der freieste Platz, den die Welt zu bieten hat. Freiheit bedeutet für ihn, sich nicht verbindlich zwischen Animation, Science Fiction, Märchen und Romantic Comedy entscheiden zu müssen. Obwohl Gondry diese Genres einzeln bereits virtuos bespielt hat, in seinen Hollywoodfilmen ebenso, wie bei seinen frühen Experimentalfilmen und den unzähligen Videoclips oder Werbespots seit Beginn der neunziger Jahre.

Der Keim für die Geschichte von SCIENCE OF SLEEP liegt in einem absurden Geistesblitz, auf den ihn sein Sohn bei einem der vielen Streifzüge durch das Pariser „Cité des Sciences et de l’industrie“ brachte: Das Gehirn ist zwar das am meisten komplizierte Ding im Universum - es liegt aber gleich hinter der Nase. Das Einfache harmoniert problemlos mit dem Komplizierten. Aber wenn nicht, wird es dann noch interessanter? „Mit dieser Haltung ist Alice im Wunderland entstanden, so wie Godzilla und King-Kong, aber auch die Arbeiten der tschechischen Avantgarde“, erklärt Michel Gondry. Seine eigene Version dieser Idee strahlt etwas aus, das fast schon vergessen war: Der Charme einer generellen Unfertigkeit, die Poesie einer Illusion, in der man die Fäden und das Eingreifen der Hand noch sieht.

Genau das hat Gael Garcia Bernal sofort an Gondrys Vorhaben interessiert. „Arbeit mit Seele“ nennt es der mexikanische Schauspieler und war erstaunt, dass die Figur des Stéphane so viel Ähnlichkeit mit ihm selbst hat. 

Zugleich überraschte Bernal, wie unbekümmert der Autor und Regisseur das Verträumte der Geschichte von Stéphane und Stéphanie mit etwas verband, was ihm fast wie eine Utopie des Filmemachens erscheint: „Seine Kunst lädt zum Mitmachen ein. Er will, so scheint es mir, das Publikum retten vor einem bloß noch passiven Bestaunen immer ausgefeilterer CGIs (Computer Generated Images). Der ursprüngliche King Kong hat zu 20.000 Meilen unter dem Meer und unzähligen Super-8-Monster-Homemovies geführt. Herr der Ringe und der neue King Kong hingegen lösen lediglich den Impuls aus, die Trailer downloaden zu wollen.“ 

Das endgültige Drehbuch für SCIENCE OF SLEEP schrieb Gondry, wie bei all seinen bisherigen Projekten, innerhalb weniger Tage. Im Winter 2003/2004 machte er sich schließlich auf die Suche nach der Schauspielerin für Stéphanie. Charlotte Gainsbourg stand für ihn bald als Wunschkandidatin fest, weil von ihr eine große Anziehungskraft ausgeht, die jedoch nicht auf rein äußerer Schönheit beruht: „Das seltsame an ihr ist, dass sie von Männern zuerst nicht in Erwägung gezogen wird. Sie ist niemand für eine Liebe auf den ersten Blick. Erst nach und nach entdeckt man ihre Vorzüge, aber wenn man sie entdeckt hat, ist auch schon der Moment verstrichen, da man sich noch hätte zurückziehen können.“ 

Für Gondry war es wichtig, Charlotte Gainsbourg nicht darüber aufzuklären, ob er selbst glaube, dass Stéphanie in Stéphane verliebt sei oder nicht. Entsprechend hatte sie gar keine andere Möglichkeit, als Stéphanies Empfinden in schwankendes Verhalten zu übersetzen, was wiederum als Katalysator für Stéphanes Unsicherheit diente – denn schließlich betrachtet man SCIENCE OF SLEEP tatsächlich so, als würde man aus Stéphanes Augen schauen. „Es gibt anfangs keine Plattform, auf der sich zwischen den beiden eine gemeinsame Sichtweise entwickeln könnte. Das ist ja der Kampf gegen Windmühlen, den er auszufechten hat, quer durch den ganzen Film.“

SCIENCE OF SLEEP entstand in zwei Etappen, im Sommer 2004 und im Februar 2005. In vielen Sequenzen gibt es, entsprechend der Story, Überlagerungen zwischen Trick-Szenen und Live-Action. Die Tricks sind alle in Handarbeit entstanden. Very old fashioned. „Alles, was Sie im Film sehen, war auch tatsächlich so vor der Kamera existent. Wir haben unsere kleine ‚Metropolis’ real gebaut und jedes einzelne Bild mit der Kamera aufgenommen. Drei Wochen haben wir dafür mein Haus in Villemagne zum Trickatelier umfunktioniert, und als wir mit den Schauspielern drehten, war es ebenfalls so: nach Drehschluss gab es eine kurze Pause. Dann ging die Nachtschicht los: Wir haben die Animationskamera eingerichtet und dann jene Tricks gedreht, die im Zimmer von Stéphane oder Stéphanie stattfanden. Im gleichen Set und mit dem gleichen Licht. Das ist, aus der Sicht eines Produktionsleiters vielleicht nicht sehr praktisch oder effektiv, aber ich denke, es braucht diesen tatsächlichen Zusammenhang, auch die Energie, um diesen Zauber, der mir so wichtig ist, wirklich herzustellen.“

Die Handlung von SCIENCE OF SLEEP war für Gondry, der nach seinem fünfjährigen Ausflug nach Amerika und in den amerikanischen Film (Human Nature, Eternal Sunshine of the Spotless Mind) erstmals einen Spielfilm in Frankreich drehte, ganz selbstverständlich in Paris angesiedelt: „Es war keine bewusste Entscheidung. Aber in diese Arbeit mischten sich so viele persönliche Erinnerungen an Personen, Orte und Situationen, dass mir alles andere als falsch und unnötig erschienen wäre. So haben wir auch genau in dem Haus gedreht, in dem ich mit meinem Sohn und dessen Mutter gelebt habe. Auch habe ich damals als Kalender-Designer in einem Copy-Shop in der Nähe gearbeitet. Ich kannte die Wege, das Empfinden und Denken von Leuten dieser Art. Das vereinfachte es erheblich, schnell zum Wesentlichen zu kommen, also zur Liebesgeschichte zwischen diesen beiden Menschen.“ 

Gondrys Sohn und dessen Mutter, Florance Fontaine, leben auch heute noch in dem Haus, in dem die Dreharbeiten von SCIENCE OF SLEEP stattfanden – zwei Etagen über den Filmwohnungen von Stéphane und Stéphanie. Florance Fontaine war auch für die Kostüme des Films verantwortlich. 

Endgültig fertig gestellt hat Gondry SCIENCE OF SLEEP im Dezember 2005. Im Januar 2006 hatte der Film beim Sundance Festival Premiere und wurde im Februar 2006 auch im Hauptprogramm der Berlinale (Außer Konkurrenz) bejubelt – zum Beispiel von der Berliner Zeitung, in der Jens Balzer am 13.02.2006 schrieb: „Schade, dass dieser Film nur außer Konkurrenz läuft, wir hätten ihm gern so viele Goldene Bären aufgebunden, wie sich in den Bärenwäldern um den Potsdamer Platz einfangen lassen.“

 

  


Ein detailverliebtes Fest für die Augen, in dem sich Realität und Vision zunehmend überlappen.

 




PRESSESTIMMEN


Keine Angst: Michel Gondry will nur spielen, aber sein nunmehr dritter Spielfilm, eines der uneingeschränkten Highlights der Berlinale, hat dennoch Biss… Ein toller Film ist das. So überbordend mit Einfällen, verspielt, albern und innovativ, dass man ihn eigentlich schon nach der ersten Szenen nicht nur ins Herz geschlossen hat, sondern am Liebsten in den Arm nehmen will.
Blickpunkt Film (Berlinale 2006)

Mit unbändiger Kreativität hat Michel Gondry diese irre und dabei kindlich verspielte Film-Fantasie hervor gezaubert. Sehr persönlich ist das und doch sprudelnd wie die Kohlensäure im Mineralwasser. In diesem schwärmerischen Sprung in die Vorstellungswelt eines unsicheren jungen Mannes und seine komischen Versuche, eine Beziehung zu seiner weiblichen Nachbarin herzustellen, findet man die gleiche visuelle Bravour, die die bisherige Arbeit des Regisseurs ausgezeichnet hat, und zweifellos wird dieser Film die Erwartungen seiner internationalen Fangemeinde mehr als zufriedenstellen. 
Variety (Sundance 2006)

Ein schillerndes Kaleidoskop aus überraschenden Bildern, eine – sagen wir – ‚synaptische Kinematographie’. Ein Mindblower und sehr vergnüglich. Große Naivität verbindet sich mit verschrobenen Assoziationen. Mit SCIENCE OF SLEEP ist Gondry ist ein federnd leichter Spaß gelungen, der noch federnder wird durch ein verrücktes Production Design und eine wunderbar ‚unmögliche’ Melange von Stilen. 
Hollywood Reporter (Sundance 2006)

In hohem Maße einfallsreich und mit grenzenloser Sensibilität für die Sprachlosigkeit, von der diese Generation befallen ist, wenn es um Herzensangelegenheiten geht.
LA Weekly (Sundance 2006)

Seelen-Spezialist Gondry entführt mit dieser Komödie einmal mehr in die unglaubliche Welt des Unbewussten.

Berliner Morgenpost (Berlinale 2006)

Mit der Unbekümmertheit eines Kindes und der Sanftheit eines Weisen leitet der Regisseur seine Filmfiguren und uns, die Zuschauer, durch weit dehnbare Traum-Labyrinthe. 
Arte (Berlinale 2006)
 

Tagesspiegel (Berlinale 2006)

Tatsächlich wirkt am Ende der ganze Film wie ein selbstvergessen spielendes Kind, dem man gerne zusieht, weil es das Staunen noch nicht verlernt hat.
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Berlinale 2006)

...Dies führt zu einer Freiheit, wie man sie in der Filmgeschichte seit der Tschechischen Avantgarde nicht mehr erlebt hat. Das Ähnlichste was es zu diesem herrlichen Film gibt, sind tatsächlich der Klassiker "Tausendschönchen" und die surrealen Trickfilme Jan Svankmajers... Wie Gondry aber seine traumhaften Einfälle einbaut, das ist einfach unvergleichlich... sein Film (schwebt) haushoch über aller Konkurrenz. 
Frankfurter Rundschau (Berlinale 2006)

Schade, dass dieser Film nur außer Konkurrenz läuft, wir hätten ihm gern so viele Goldene Bären aufgebunden, wie sich in den Bärenwäldern um den Potsdamer Platz einfangen lassen. 
Berliner Zeitung (Berlinale 2006)

Science of Sleep ist eine skurrile und bunte Reality-Show, die wirklich Spaß macht. Ob Traum oder Realität, immer wieder driftet die Welt in absurdes Chaos ab, und nicht selten muss sich auch der Zuschauer fragen, welchen Wahrnehmungen er nun trauen kann.
http://www.cinefacts.de 


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