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Kunstepochen

Romantik

in der bildenden Kunst

Romantik

bezeichnet im engeren Sinne die Epoche der deutschen Literatur von 1798 bis um 1830. Etwas weiter gefasst ist Romantik eine über die romantische Dichtung hinausgreifende Bewegung, die alle Gebiete des geistigen Lebens beeinflusste und das 19. Jahrhundert hindurch bestimmte. Übergeordnete Themen wie Nation, Religion und Geschichte traten in das Bewusstsein; ihnen wurde das Individuum eingeordnet. Mit seiner schöpferisch-begeisterten Schau auf die Vergangenheit legte die Romantik den Grund zur Geschichtswissenschaft. Die Brüder Schlegel begründeten die Literaturwissenschaft, die Brüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm die Germanistik, Friedrich Carl von Savigny die Rechtsgeschichte.

Bildende Kunst

Die deutsche Malerei der Romantik fasst die Natur als Spiegel subjektiven Erlebens auf und bevorzugt als erhabenes Motiv die Landschaft. Die im Gegensatz zu den zeitlosen klassischen „heroischen Landschaften” jahreszeitlich gebundenen Bilder von Caspar David Friedrich (1774-1840) und von dem Naturphilosophen, Arzt, Psychologen und Landschaftsmaler Carl Gustav Carus (1789-1869) sind Metaphern der Geschichtlichkeit des menschlichen Geistes; Freidrichs von schwermütig-einsamer Empfindsamkeit erfüllten Bilder sind in ihrer strengen Komposition von der klassizistischen Landschaftskunst beeinflusst, haben mit kühner Ausschnitthaftigkeit der Malerei des 19. Jahrhunderts jedoch neue Wege gewiesen. In den Werken Philipp Otto Runges (1777-1810) wird das Licht der Tageszeiten zum Ausdrucksmittel der Beseelung der Natur durch die Kunst. Die romantischen Landschaftsbilder sind nicht mehr aus Requisiten komponiert, sie weisen durch ihre Ausschnitthaftigkeit auf das Unbegrenzte des Universums hin, der Betrachter wird in die dargestellte Stimmung einbezogen (siehe besonders Friedrichs „Mönch am Meer“, 1809/10). Die Nazarener stellten mit ihren Historienbildern die kirchliche Tradition in Gegensatz zum Subjektivismus der norddeutschen Landschaftsmalerei. Schon früh zeigte sich - gefördert durch die Illustration der romantischen Märchensammlungen - eine Neigung zur Flucht in die Idylle. Das „Altdeutsche” wird zum Symbol des Künstlertraums von einer guten alten Zeit. Die beschaulichen Holzschnitte Ludwig Richters (1803-1884) und die Märchenbilder Moritz von Schwinds (1804-1871) führen bereits in die friedliebende kleinbürgerliche Welt der Biedermeierzeit.

In England malten John Constable (1776-1837) und William Turner (1775-1851) das atmosphärische Erscheinungsbild der Natur. Beide gelten als Vorläufer der Impressionisten. In William Blake (1775-1827), der an die Tradition der englischen Buchmalerei des Mittelalters anknüpfte, kulminierte die romantische Verbindung von restaurativen Tendenzen, literarisch-gedanklicher Ausrichtung und religiöser Mystik. So wurde er zu einem Vorläufer der Präraffaeliten, die ihrerseits wiederum von den Nazarenern ausgingen. In den romanischen Ländern blieben die klassizistischen Strömungen vorherrschend. Eugène Delacroix (1798-1863), der Hauptvertreter der romantischen Malerei in Frankreich, nahm in seinen historischen und exotischen Motiven mit skizzenhafter Pinselhandschrift den unvermischten Farbauftrag der Impressionisten vorweg, die sich aber entwicklungsgeschichtlich nicht an ihn, sondern an die intime Landschaftskunst der Schule von Barbizon (Jean-Baptiste-Camille Corot, 1796-1875, oder Théodore Rousseau, 1812-1867) anschlossen.

Auszüge aus: DAS GROSSE BERTELSMANN LEXIKON 2001
© 2000 Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Bertelsmann Electronic Publishing, Gütersloh, München





Schriftstellerinnen der Romantik. Epoche - Werke - Wirkung
Barbara Becker-Cantarino und Barbara Becker- Cantarino
C.H.Beck 2000-09 Broschiert 320 Seiten


Schriftstellerinnen der Romantik. Epoche - Werke - Wirkung



Kurzbeschreibung

Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte
In der Zeit der Romantik begann die erste größere "Generation" von schriftstellerisch tätigen Frauen, aktiv am literarischen Leben teilzunehmen und selbst zu publizieren - allerdings unter Sonderbedingungen: Frauen mussten ihre Autorschaft mit überkommenen Vorstellungen von der "Bestimmung des Weibes" als Ehefrau und Mutter in Einklang bringen. Sie waren überdies vom Besuch höherer Schulen und von der Ausübung eines bürgerlichen Berufes ausgeschlossen. Barbara Becker-Cantarino berücksichtigt in ihrem Buch das ganze Spektrum literarischer Äußerungen - Romane, Erzählungen, Lyrik, Briefe, bis hin zu dramatischen und epischen Versuchen - und zeigt vor dem Hintergrund neuer Fragestellungen der literaturhistorischen Frauenforschung und der Gender Studies, wie diese Werke mit neuen Augen betrachtet und gelesen werden können.Barbara Becker-Jakli ist bayerisch-ungarischer Herkunft und lebt seit ihrer Kindheit in Köln. Sie promovierte über die Geschichte der Protestanten in Köln und veröffentlichte u.a. zur jüdischen Geschichte. Seit 1988 ist sie als Historikerin am NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln tätig.

Autorenportrait
Barbara Becker-Jakli ist bayerisch-ungarischer Herkunft und lebt seit ihrer Kindheit in Köln. Sie promovierte über die Geschichte der Protestanten in Köln und veröffentlichte u.a. zur jüdischen Geschichte. Arbeitete seit 1988 als Historikerin am NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und ist Professorin für Germanistik an der Ohio State University, Columbus. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen über Literatur von Frauen, zur Romantik sowie zur Literatur- und Kulturgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts vorgelegt.
 



Gedichte der Romantik.
Wolfgang Frühwald
Reclam, Ditzingen 1984-01 Broschiert 532 Seiten


Gedichte der Romantik.




Kurzbeschreibung
Wolfgang Frühwalds Anthologie zeichnet sich durch eine weitherzige Ansicht der romantischen Dichtung aus, die Meisterschaft sowohl in der Entwicklung des scheinbar natürlichen Volksliedtons als auch in der Beherrschung kompliziertester Formen und philosophischer Themen errang. Die Gedichte werden wo nur möglich in der Fassung der Erstdrucke geboten, denn vielfach sind Texte durch spätere Herausgeber und Erben der Dichter geglättet, abgemildert oder gar entstellt worden. Ein Leit- und Bildwortregister und ein Themenregister bieten einen neuartigen und anregenden Zugang zur romantischen Lyrik, die selbst an der Schwelle zur industrialisierten Moderne beschwörend versuchte, Natur und Poesie in Zeichenwörtern zu bewahren. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Caspar david friedrich-Wanderer über dem Nebelmeer

 



Caspar David Friedrich
© Hamburger Kunsthalle/BPK/Elke Walford/
"Wanderer über dem Nebelmeer", um 1818

Öl auf Leinwand 94,8 x 74,8 cm Hamburger Kunsthalle,
Dauerleihgabe der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Kunsthalle
Presse-Information


357.000 Besucher sahen Caspar David Friedrich in Essen
Große Retrospektive erfolgreich beendet
Fortsetzung in der Hamburger Kunsthalle

Essen, 4. September 2006  Mit großem Erfolg endete am Sonntag Abend die große Retrospektive „Caspar David Friedrich – Die Erfindung der Romantik“ im Museum Folkwang. Rund 357.000 Besucher sahen die Ausstellung über den bedeutendsten deutschen Romantiker, die das Museum gemeinsam mit dem langjährigen Partner E.ON Ruhrgas AG realisiert hatte. Die kostbaren Gemälde reisen jetzt weiter nach Hamburg, wo die Ausstellung vom 7. Oktober 2006 bis 28. Januar 2007 in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein wird. Die dortige Schau wird von der E.ON Hanse gesponsert.

Hartwig Fischer, Direktor Museum Folkwang, resümiert: „Die Friedrich-Ausstellung war ein großartiger Erfolg für das Museum Folkwang, die Stadt Essen und die Region. Die hohe Besucherzahl zeigt, dass das Museum Folkwang als Kulturinstitution ersten Ranges mit einer hohen Ausstellungsqualität wahrgenommen wird. Dies soll auch in Zukunft so bleiben.“

Dr. e.h. Achim Middelschulte, Kulturbeauftragter des E.ON-Konzerns: „Wir freuen uns, dass so viele Menschen die Gelegenheit wahrgenommen haben, diese einzigartige Ausstellung zu besuchen. Der Erfolg bestärkt uns darin, auch den Auftritt Essens als Kulturhauptstadt 2010 hier im Museum Folkwang maßgeblich zu begleiten.“

Fischer und Middelschulte hoben die Entscheidung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und ihres Vorsitzenden Prof. Dr. Berthold Beitz, den Museumsneubau zu finanzieren, als „ohne Beispiel in der deutschen Museumsgeschichte“ hervor. Das Museum Folkwang erhält damit eine völlig neue Zukunftsperspektive, da es künftig über hervorragende Räume auf höchstem Niveau für weitere bedeutende Großausstellungen verfügen wird.

Insgesamt organisierte das Museum über 4500 Führungen durch die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung, darunter allein 700 für Schulklassen. Die Führungen wurden in den Sprachen Englisch, Französisch, Niederländisch und Polnisch gegeben. Das erstmals angebotene E-Ticket, das bevorzugten Eintritt in die Ausstellung gewährte, wurde von rund 2000 Personen gebucht. Besucherstärkster Monat war der August. Der Tagesrekord wurde am Freitag, 1. September, verzeichnet, als knapp 6100 Besucher in die Ausstellung kamen.

Auch der Museums-Shop kann beeindruckende Ergebnisse vorweisen: Die Besucher kauften rund 28.500 Kataloge der Ausstellung, ca. 150.000 Bildkarten, mehr als 18.000 Plakate und seit Mitte Juli rund 2400 Kalender mit Friedrich-Motiven.

Das Museum Folkwang zeigte mit der Retrospektive „Caspar David Friedrich – Die Erfindung der Romantik“ vom 5. Mai bis 3. September 2006 eine herausragende Ausstellung von internationaler Bedeutung. Mit rund 70 Gemälden und über 100 Arbeiten auf Papier, darunter einzigartigen Meisterwerken aus großen Museen und Privatsammlungen, die bislang noch nie ausgeliehen wurden, erschloss sie das Werk dieses wichtigsten deutschen Malers des 19. Jahrhunderts einem neuen Verständnis. Mehr als 30 Jahre nach der letzten Retrospektive in Deutschland richtete die Essener Ausstellung den Blick auf die besondere künstlerische Leistung Caspar David Friedrichs (1774–1840) und offenbarte ihn als großartigen Schöpfer und Konstrukteur suggestiver, bedeutungsreicher Bilder.

Weitere Informationen unter www.cdf-ausstellung.de und www.eon-ruhrgas.com

Die künstlichen Paradiese. Rausch und Realität seit der Romantik. Ein Handbuch
Alexander Kupfer
Metzler 2006-09 Broschiert 778 Seiten


Die künstlichen Paradiese. Rausch und Realität seit der Romantik. Ein Handbuch

 

Kurzbeschreibung
Das Handbuch beschreibt die kulturelle Bedeutung des Rausches in seiner ganzen Breite: in den Künsten und Religionen wie in der Sozial- und Medizingeschichte. Es fragt nach der Attraktivität des Rausches gerade in der modernen Kultur und den Möglichkeiten der Rauscherkenntnis. Schwerpunkt ist die europäische und amerikanische Literatur seit 1800. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext
Dieses Handbuch beschreibt die kulturelle Bedeutung des Rausches in ihrer ganzen Breite: in den Künsten, der Religion und Philosophie wie in Sozial- und Medizingeschichte. Es fragt nach der Attraktivität des Rausches gerade in der modernen Kultur und den Möglichkeiten der Rauscherkenntnis.

* Erster Teil: Geschichte des Drogengebrauchs; die Romantik als Schlüsselepoche für das moderne Rauschverständnis.
* Zweiter Teil: Ergebnisse der modernen Drogenforschung
* Dritter Teil: Mystisch - philosophische Traditionen des Rausches; Einzelporträts (E.T.A. Hoffmann, Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire, Malcolm Lowry, Aldous Huxley)

 

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Wie erkenne ich? Die Kunst der Romanik
Thomas R. Hoffmann
Belser 2004-09 Broschiert 128 Seiten

Wie erkenne ich? Die Kunst der Romanik

 



Kurzbeschreibung
Um das Jahr 1 000 wird in Europa eine neue Kunstepoche geboren: Die Romanik. Die Kunst der großen Mönchsorden, die beeindruckenden Kaiserdome, strahlend illuminierte Handschriften und fantasievolle Ornamentik prägen den romanischen Stil. Seine Merkmale und Bedeutung werden leicht verst„ndlich in diesem Buch vorgestellt.

Umschlagtext
Die spannendsten Seiten der Kunst entdecken Die spannend und unterhaltsam gestalteten Bände vermitteln durch eine klare Text-Bild-Präsentation prägnant alles Wissenswerte einer Kunstepoche. Die wichtigsten Kunstwerke, Künstler und Stile einer Zeit werden leicht verständlich vorgestellt.

Um das Jahr 100 wird in Europa eine neue Kunstepoche geboren: Die Romanik. Die Kunst der großen Mönchsorden, beeindruckende Kaiserdome, strahlend illuminierte Handschriften und fantasievolle Ornamentik prägen den romanischen Stil. Seine Merkmale und Bedeutung erklärt Wie erkenne ich? Die Kunst der Romanik eindrucksvoll.

Kunstkenntnis leicht gemacht Schneller, anschaulicher Einstieg in die Kunstgeschichte Idealer Begleiter für Reise und Museum


Über das Produkt
Die größte Sonderausstellung Caspar David Friedrichs seit mehr als dreißig Jahren zeigt Werke aus den bedeutendsten Sammlungen. Mit farbigen Abbildungen sämtlicher Exponate gibt der Katalog einen einmaligen Überblick über das oeuvre des Malers. Noch zu Lebzeiten in Vergessenheit geraten, wurde der Zeitgenosse Kants, Schillers und Goethes zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Seitdem hat die Caspar David Friedrich-Forschung einen enormen Aufschwung erfahren und widmete sich besonders der politischen und die religiösen Deutung der Bildmotive. Ausstellung und Katalog gehen über diese Werkinterpretationen hinaus und stellen die Frage nach Friedrichs ¯Erfindung der Romantik®. Hiermit ist zunächst der Aspekt der Bilderfindung gemeint im Sinne der Fiktivität seiner Naturansichten, die Detailrealismus und abstrakte Konstruktion in sich vereinen. Darüber hinaus verweist der Titel auf den epochalen Umbruch, den die Romantik in der Kunst ebenso wie im Denken und Fühlen des bürgerlichen Zeitalters vollzogen hat. Der Katalog enthält Beiträge namhafter Spezialisten. Sieben thematische Bilderkapitel mit wissenschaftlichen Einführungstexten breiten das Schaffen Friedrichs in seiner ganzen Vielfalt aus. Sie berücksichtigen die chronologische Entwicklung des Künstlers ebenso wie seine Konzentration auf einzelne und immer wiederkehrende Themen und Motive.





 


 

 


 

 
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