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Bucerius Kunst Forum
Ausstellungsraum
© Ulrich Perrey, Hamburg
Bucerius Kunstforum - vor 100 Jahren - Rodin in Deutschland
Diese Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft
des Präsidenten des Französischen Senats Christian Poncelet und
des Präsidenten des Bundesrates Peter Harry Carstense
Pressetext
Vor 100 Jahren. Rodin in Deutschland
18. Februar bis 25. Mai 2006
Auguste Rodin (1840 – 1917) ist der bedeutendste Bildhauer des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer der modernen Plastik. Die vom Bucerius Kunst Forum und der Dresdener Skulpturensammlung gemeinsam mit dem Pariser Musée Rodin erarbeitete Schau ist die erste Ausstellung des Künstlers in Hamburg überhaupt. Sie widmet sich den frühen Werkschauen Rodins in Deutschland, mit denen er vor 100 Jahren schon einmal ein großes Publikum begeisterte. Über 65
große Hauptwerke, Entwürfe und Studien ergänzt durch Zeichnungen und frühe Fotografien geben einen Eindruck in die Ausstellungspraxis Rodins und werfen gleichzeitig einen neuen Blick auf sein Schaffen. Ermöglicht wird die Schau durch die Förderung der Nordmetall-Stiftung.
Rodin, den Gipsabdruck einer verkrampften Hand und einer flehenden Figur installierend, 1906
Abzug auf Chlorbromsilbergelatinepapier
16,7 x 11,7 cm
© Musée Rodin, Paris
Photo: Anon
Schon bei seiner triumphalen Schau anlässlich der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 waren Auguste Rodin die vielen Bewunderer aus Deutschland aufgefallen. Es war wohl dieser Eindruck, der ihn auf die
Idee brachte, mit einer Reihe von Ausstellungen gezielt das deutsche Publikum zu erobern. Im Anschluss an die Weltausstellung machte der französische Bildhauer eine regelrechte Tournee durch Deutschland.
Tausende Besucher kamen zu den großen Schauen unter anderem in Dresden, Leipzig und Düsseldorf und machten den Künstler auch hierzulande zu einer Berühmtheit.
Das Publikum, das eine von Rodins Schauen in Deutschland besuchte, trat den Ausstellungen nicht unvorbereitet gegenüber. Es gab bereits Berichte aus Paris und aus Rodins Atelier in Meudon, zum Beispiel
von Rainer Maria Rilke, der im Jahr 1902 Rodins Sekretär wurde. Er schrieb: „Ich ging in Gedanken durch die ungeheuren Werkstätten und ich sah, dass alles im Werden war und nichts eilte. Da stand, riesig zusammengeballt, der Denker, in Bronze, vollendet; aber er gehörte ja in den immer noch wachsenden Zusammenhang des Höllentors. Da wuchs das Denkmal für Victor Hugo heran, langsam, immerfort beobachtet,
vielleicht noch Abänderungen ausgesetzt, und weiterhin standen die anderen Entwürfe, werdend.“
Bei seinen Ausstellungen in Deutschland setzte Rodin auf ein ungewöhnliches Konzept: Es ging ihm nicht mehr darum, einzelne vollendete Skulpturen zu zeigen, er wollte den Ausstellungsbesuchern den ganzen Prozess seines Schaffens vor Augen stellen. Deshalb präsentierte er neben vollendeten Bronzen und Marmorarbeiten auch die vorbereitenden Gipse. Rodins Collagen aus Gips – heute Assemblagen genannt– entstanden im Wesentlichen in der Zeit zwischen 1900 und 1910, in welcher der Künstler weniger an der Modellierung interessiert war als vielmehr an der Anordnung von Formen im Raum. Mithilfe der Assemblagen konnte er einzelne Elemente aus seinen großen Auftragswerken wie dem Höllentor oder dem Victor-Hugo-Denkmal neu zusammenstellen und interpretieren.
Die Werke wurden nach Rodins Vorstellungen in den deutschen Museen präsentiert – gemeinsam mit Fotografien, auf denen ihre Entstehung in den verschiedenen Arbeitsphasen dargestellt war. Rodin schuf
so in den deutschen Ausstellungen komplette Inszenierungen, die bei den Besuchern den Eindruck erwecken sollten, direkt in seinem Atelier zu Gast zu sein. Nicht das fertige Werk, sondern den künstlerischen
Prozess erklärte er damit zum Kern seiner Kunst.
Die Präsentation im Bucerius Kunst Forum lässt die Idee dieser sehr modernen und ungewöhnlichen Form der Ausstellungspraxis wieder aufleben. Überlieferte Quellen, Fotos und Berichte vertiefen den Einblick
in die frühen Werkschauen Rodins in Deutschland.
Das Ausstellungskonzept liegt in den Händen des Rodin-Experten und Gastkurators am Bucerius Kunst Forum, Dr. Michael Kuhlemann, Mülheim a. d. Ruhr. Im Anschluss an die Ausstellung in Hamburg werden
die exklusiven Leihgaben aus dem Musée Rodin in Paris, vereint mit frühen Erwerbungen deutscher Museen, in der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen sein. Der
Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag, München (192 Seiten mit Abbildungen aller ausgestellten
Werke, ca. 19,90 €).
Die Ausstellung ist bis zum 25. Mai 2006 täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt 5,– €, ermäßigt 3,– €,
montags Einheitspreis 2,50 €; Gruppen 3,– € p. P.; Kinder unter 18 Jahren und Mitglieder des Bucerius Kunst Clubs: Eintritt frei. Weitere Informationen unter www.buceriuskunstforum.de.
Sechs Ausstellungen in acht verschiedenen deutschen Museen und Ausstellungshäusern setzen sich in den Jahren 2005/2006 mit der facettenreichen Kunst Rodins und ihrer Wirkung in Deutschland auseinander.
Die am „Rodin-Jahr 2006“ teilnehmenden Ausstellungen stehen unter der Schirmherrschaft des französischen
Senatspräsidenten sowie des deutschen Bundesratspräsidenten. Weitere Informationen unter www.rodinjahr.de.
Daten und Fakten
Vor 100 Jahren. Rodin in Deutschland
18. Februar bis 25. Mai 2006
Bucerius Kunst Forum gGmbH
Rathausmarkt 2, D – 20095 Hamburg
Telefon ++49 (0)40/36 09 96 0
Telefax ++49 (0)40/36 09 96 36
eMail: info@buceriuskunstforum.de
www.buceriuskunstforum.de
Ausstellungsfläche 450 m² im Erdgeschoss, 180 m² im Untergeschoss
Umfang 68 Skulpturen, 40 Zeichnungen und 50 Fotografien
Leihgaben Die Leihgaben stammen vor allem aus dem Musée Rodin, Paris, und der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Weitere wichtige Leihgeber sind das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, die Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie, die Stiftung museum kunst palast, Düsseldorf, und das Von der Heydt-Museum Wuppertal.
Ausstellungskonzept Dr. Michael Kuhlemann, Mülheim a. d. Ruhr
Wanderausstellung Die Ausstellung wird im Anschluss in der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen sein.
Katalog Hrsg. von Astrid Nielsen, Heinz Spielmann, Ortrud Westheider und Moritz Woelk mit Beiträgen von Christina Buley-Uribe, Bénédicte Garnier, Claude Keisch, Michael Kuhlemann, Hélène Marraud, Astrid Nielsen, Hélène Pinet, J. A. Schmoll gen. Eisenwerth, Heinz Spielmann und Moritz Woelk, ca. 192 Seiten, Abbildungen aller ausgestellten Werke, Hirmer Verlag, München, 19,90 €.
Öffnungszeiten
Ausstellung täglich 11 bis 19 Uhr, auch an allen Feiertagen
Café Canaletto Wolf Henning v. Kameke
T ++49 (0)40/36 09 96 10, F ++49 (0)40/36 09 96 11
info@cafe-canaletto.de
Shop Buchservice Hilda Babette Tilmann
T ++49 (0)40/36 09 96 12, F ++49 (0)40/36 09 96 46
Eintrittspreise Erwachsene 5,– €
Ermäßigt 3,– €
Gruppen ab 12 P. 3,– € p. P.
montags Einheitspreis 2,50 €
Kinder unter 18 Jahren und Mitglieder des Bucerius Kunst Clubs:
Eintritt frei
Ausstellungsrundgänge Lunch Führung Mo, Mi, Fr 13 Uhr
Preis € 2,– zzgl. Eintritt
Brunch Führung So & feiertags 12 Uhr
Preis € 2,– zzgl. Eintritt
After Work Führung Di, Do 18 Uhr
Preis € 2,– zzgl. Eintritt
Gruppenführungen, Der Museumsdienst Hamburg
fremdsprachige und T ++49 (0)40/428 13 10, F ++49 (0)40/42 82 43 24
private Führungen, museumsdienst@kb.hamburg.de
Führungen für Schulklassen Tarife auf Anfrage
Bucerius Kunst Club Informationen zum Förderverein des Bucerius Kunst Forums unter
T ++49 (0)40/36 09 96 31
Kinder Kunst Club freitags von 15–17 Uhr und samstags von 10 –12 Uhr
Kinderführung mit anschließendem Malkurs zur Ausstellung
für Kinder von 6 bis 12 Jahren, Teilnahme € 5,–
Anmeldung unter T ++49 (0)40/36 09 96 0, F ++49 (0)40/36 09 96 36
oder kinder@buceriuskunstforum.de
Programm „Art & Business“ Informationen zu Empfängen und Sonderveranstaltungen
unter T ++49 (0)40/36 09 96 31
Vorträge & Late Night Art
Vor 100 Jahren. Rodin in Deutschland
18. Februar bis 25. Mai 2006
Mittwoch, 29. März 2006, 20 Uhr
Rodin und Munch. Passionen eines norddeutschen Sammlers um 1900
Dr. Brigitte Heise, Leiterin des Museums Behnhaus/Drägerhaus, Lübeck
Mittwoch, 26. April 2006, 20 Uhr
Rodin-Rilke-Baudelaire. Zeugen einer Liaison zwischen Literatur und Kunst
Eine kommentierte literarische Collage von Anja Heinemann
Einführung: Dr. Rätus Luck
Mittwoch, 10. Mai 2006, 20 Uhr
Skulptur im wilhelminischen Deutschland. Rodins deutsche Gegnerschaft
Dr. Bernhard Maaz, Leiter der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
Preis inkl. Eintritt in die Ausstellung: € 8,–/ € 6,–
Die Ausstellung ist exklusiv für Vortragsbesucher von 19 bis 20 Uhr geöffnet.
Um Anmeldung wird gebeten unter T 36 09 96 0 oder info@buceriuskunstforum.de
Late Night Art
Gefördert von der NORDMETALL-Stiftung
Jeden 1. Dienstag im Monat (7. März, 4. April, 2. Mai 2006) von 19 bis 22 Uhr
Einheitspreis € 5,– inkl. Eintritt und stündlicher Führung
Die Morgenröte, um 1900
Bleistift, Aquarell und Gouache auf beigefarbenem Papier
32,4 x 24,7 cm
© Musée Rodin, Paris
Sitzender weiblicher Akt in Rückansicht, die Arme erhoben, um 1898
Bleistift und Aquarell auf gelblichem Papier
32,8 x 24,1 cm
© Musée Rodin, Paris
Photo: Jean de Calan
Ich bin schön, 1885?
Gips, patiniert
69,5 x 36,3 x 36,2 cm
© Musée Rodin, Paris
Photo: Adam Rzepka
Kauernde Frau, um 1881/82
Gips
32,4 x 27,2 x 21 cm
© Musée Rodin, Paris
Photo: Jean de Calan
Assemblage: Kopf des Pierre de Wissant und weiblicher Torso, um 1900?
Gips
22,7 x 17 x 12,8 cm
© Musée Rodin, Paris
Photo: Béatrice Hatala
Balzac mit Mönchskutte, auf einem mit Ranken verzierten Sockel, 1900
Gips
167 x 41,5 x 27,2 cm (mit Sockel)
© Musée Rodin, Paris
Photo: Béatrice Hatala
Meditation, um 1887/88
Gips, patiniert
60,5 x 32 x 28 cm
© Musée Rodin, Paris
Photo: Adam Rzepka