Museum für Angewandte Kunst
30. November 2006 bis 25. März 2007
toute la collection – Photographien von Christin Losta
Museum für Angewandte Kunst
Das Museum für Angewandte Kunst zeigt Haute Couture –
in Bildern , die die exquisiten Kreationen der großen
Modeschöpfer aus ungewöhnlicher Perspektive in den Blick
nimmt: Seit vielen Jahren hat die Wiener Photographin Christin
Losta in den berühmten Modesammlungen der Welt – im Metropolitan
Museum, New York, dem Musée de la Mode et du Textile, Paris,
dem Museum Bellerive, Zürich, dem Wien Museum, dem Deutschen
Tanzarchiv, Köln um nur einige zu nennen – historische Roben
mit der Kamera erforscht. Dabei machen ihre Aufnahmen verborgene
Konstruktionen sichtbar und lenken den Blick auf Details
der Gestaltung, in denen sich der individuelle Stil eines
Designers – oft überraschend – zu erkennen gibt.
Charles James, Metropolitan Museum of Art –
The Costume Institute, New York 1999. Copyright: PHOTOGRAPHIE
CHRISTIN LOSTA.
Modemuseen und die entsprechenden Abteilungen der großen
kunst- und kulturhistorischen Sammlungen haben es sich zur
Aufgabe gemacht, die Zeugnisse der Modegeschichte zu bewahren.
Ausstellungen präsentieren sie gelegentlich einem größeren
Publikum. So lebhaft diese Veranstaltungen auch stets begrüßt
werden, so beklagenswert erscheinen doch immer wieder die
Einschränkungen, denen sie unterworfen sind: Auf Figurinen
montiert, zeigen sich Kleider in den von ihren Schöpfern
angestrebten dreidimensionalen Gestalten – die oft kunstvollen
und aufwändigen schneidertechnischen Konstruktionen, die
diese Formen hervorbringen, bleiben so aber zuverlässig
im Innern der Gewänder verborgen; auch Kataloge, die solche
Ausstellungen begleiten, enthüllen sie nur selten. Die Photographien
Christin Lostas eröffnen Blicke in diese kaum zugängliche
Welt. Es sind eindringliche Blicke, die Drapierungen und
Nähte wie eine Zeichnung des Entwerfers lesbar werden lassen
und mit ihrer Darstellung exquisiter Materialien – Satin,
Crèpe de Chine und Samt, aber auch Pailletten und Spitzen
– das Fingerspitzengefühl ansprechen. Dabei sind ihre Arbeiten
weit mehr als eine Dokumentation historischer Couture: In
den Photographien Christin Lostas ist die Faszination, die
sie vor den Roben der großen Couturiers empfindet, ebenso
spürbar wie der Respekt, mit dem sie – in ihren Werken –
den Entwerfern als Künstlerkollegen auf Augenhöhe begegnet.
Ihre eigene künstlerische Erfahrung erschließt ihr die Qualitäten,
die nur die souveräne Beherrschung eines Handwerks hervorzubringen
vermag – die Präzision und Klarheit Gertrud Höchsmanns,
das Raffinement der Farb- und Materialkompositionen Yves
Saint Laurents, die Sinnlichkeit, die die Schnittführung
Madeleine Vionnets motivierte wie die skulpturale Wirkung,
die Cristóbal Balenciaga zu erzielen wusste. Mit ihrer Kamera
als Werkzeug erforscht Christin Losta die Bedingungen, unter
denen Eleganz entsteht. Ihre Bilder lassen die handwerkliche
Meisterschaft, die einen Entwurf erst zum Leben erweckt,
zur Sprache kommen – und ohne dass es einer Staffage oder
Kulisse bedürfte, geben nun die Kleider selbst ihre Schöpfer
zu erkennen, erzählen von ihren Visionen, ihren Erfahrungen
und Eigenarten.
Maggy Rouff, Museum Bellerive, Zürich 2002. Copyright:
PHOTOGRAPHIE CHRISTIN LOSTA.
Die Photographin Christin Losta ist seit Jahren für die
großen internationalen Modemagazine (Vogue, Vanity und andere)
tätig; in photographischen Essays hat sie einige der bedeutenden
Couturiers (Yves Saint Laurent, Ann Demeulemeester, Geoffrey
Beene seien hier genannt) portraitiert. In den Ateliers
Pariser Modehäuser entstanden Aufnahmen aktueller Modelle,
sie spiegeln aber auch die Arbeitssituationen, in denen
die phantasievollen Entwürfe der Meister Wirklichkeit werden.
Die Präsentation des Museums für Angewandte Kunst zeigt
neben Christin Lostas Photographien historischer Roben auch
ihre Blicke „hinter die Kulissen“ der Modewelt.
Yves Saint Laurent, Paris 1998. Copyright: PHOTOGRAPHIE
CHRISTIN LOSTA.
Die Ausstellung toute la collection. Photographien von Christin
Losta des Museums für Angewandte Kunst zeigt vom 30. November
2006 bis zum 25. März 2007 etwa achtzig Bilder der Photographin.
Fragen zur Ausstellung beantwortet das Museum für Angewandte
Kunst, Dr. Birgitt Borkopp-Restle, Tel.: +49 (0)221/221-23860
und Monika Pfeil +49 (0)221/221-27509 sowie das Museumsreferat,
Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)221/221-22334.
Museum für Angewandte Kunst Köln
An der Rechtschule
50667 Köln
E-Mail: mfak@stadt-koeln.de
www.museenkoeln.de
Verkehrsanbindung:
Bahn, Bus, U-Bahn: Dom/Hauptbahnhof
Parkhäuser: Brückenstrasse, Dom, Dom/Rhein
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr, Montag geschlossen.
Das Museum für Angewandte Kunst ist am 24., 25. und 31.
Dezember 2006 und am 1. Januar 2007 sowie wegen Karneval
vom 15. bis 20. Februar 2007 geschlossen.
Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 72 Seiten, Texte
deutsch und englisch, durchgehend farbig illustriert, zum
Preis von 19.00 Euro.
Kostenfreie Führungen (nur Museumseintritt) werden am Samstag,
16.12.2006, und Sonntag, 17.12.2006 jeweils um 14.30 Uhr
angeboten. Der Treffpunkt ist die Kasse des Museums.
Zusätzliche Führungen für Gruppen und Schulklassen übernimmt
bei rechtzeitiger Anmeldung der Museumsdienst Köln. Telefon:
+49 (0) 221/221-23468 oder -27380, Fax.: +49 (0)221/221-4544.