K21 Ausstellungsvorschau 2006/2007
Juan Muñoz
Rooms of my Mind
14. Oktober 2006 – 4. Februar 2007
Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Werk des spanischen Bildhauers, der in den achtziger Jahren einer der wichtigsten Erneuerer einer figurativen und narrativen Bildhauerei war. Neben einzelnen Skulpturen und Skulpturengruppen werden Zeichnungen und nicht zu-letzt Hörstücke präsentiert, in denen das umfassende Interesse von Muñoz am Faszinosum des Raums und der Illusion sichtbar wird.
Die Ausstellung versucht, die wichtigsten Aspekte eines Werkes anschaulich zu machen, das sich nie in der Schaffung einzelner Skulpturen oder Figuren erschöpft. Wichtiger noch als die erfindungsreiche plastische Formulierung im Einzelnen ist dem Künstler die Schaffung einer Gesamtatmosphäre, in der ein mit menschlichen Emotionen und Vorstellungen aufgeladener Raum im Mittelpunkt steht.
Die Ausstellung ist Teil der Quadriennale 2006, Düsseldorf.


Gregor Schneider
18. März – 15. Juli 2007
Gregor Schneider (geb. 1969) ist seit Mitte der 90er Jahre mit Rauminstallationen hervorgetreten, die alle ihren Ursprung in dem von ihm über Jahrzehnte immer wieder umgebauten Haus u r in Rheydt am Niederrhein haben. Es sind Räume von beklemmender Alltäglichkeit mit mal sichtbaren, mal versteckten Hinweisen auf selbstverständliche und extreme Seiten des menschlichen Lebens. Er schafft so Orte der Unsicherheit, des Widerspruchs, der Abwesenheit und der Fragmentierung. - In den letzten Jahren hat Schneider sich intensiv mit dem Kubus als 'Urraum' beschäftigt (z. B. mit der Ka'aba in Mekka). Die Ausstellung in K 21 wird u. a. dieses Thema weiter verfolgen
Talking Pictures
18. August – 04. November 2007
Die Ausstellung zeigt vorwiegend nach dem Jahr 2000 entstandene künstlerische Arbeiten, in denen Bilder und Texte zu theatralisch wirkenden Inszenierungen verdichtet sind. Vorgestellt werden international herausragende Positionen der zeitgenössischen Kunst (etwa Catherine Sullivan, T.J. Wilcox, Markus Schinwald, Mathilde ter Heijne u.a.), die auf die Herstellung bühnenhaft konzipierter Kategorien von Ausdruck und Realität abzielen. Mit Rückgriffen auf historische Materialien und Looks entstehen literarisch geprägte Szenarien, in denen „Rollenarbeit und szenisches Befinden“ (Stanislawski) wirksam werden. Aus der Schauspielereitradition des 20. Jahrhunderts entlehntes Vokabular führt am Beginn des 21. Jahrhunderts zu hoch aktuellen Artikulationen von Identität und Repräsentation.
Gezeigt werden Film- und Videoarbeiten, aber auch Ge-mälde, Zeichnungen, Fotografien etc. Ergänzt und thematisch vertieft wird die Ausstellung durch einige ausgewählte Beispiele aus der jüngeren Kunstgeschichte (etwa von Cindy Sherman, Stan Douglas, Matthew Barney u.a.).
Jeroen de Rijke – Willem de Rooij
09. Dezember 2007 – Mitte März 2008
Jeroen de Rijke (1970 - 2006) und Willem de Rooij (geb. 1969) haben in den letzten 10 Jahren ein vielbeachtetes Werk geschaffen, in dessen Zentrum die Analyse des (filmischen) Bildes in seiner Schönheit und seinem kri-tischen Potential steht. Die ebenso intelligenten wie visuell äußerst präzisen Werke untersuchen nicht nur die Konventionen und Aussagen filmischer Ästhetik, sondern ebenso die latenten und offenen Spannungen in der globalisierten Welt.
- Die Ausstellung wird einen Überblick über das bisherige Schaffen der beiden Künstler geben, aber auch seine mögliche Fortführung nach den unerwarteten Tod von Jeroen de Rijke andeuten.
K21 Kunstsammlung Nordrheinwestfalen Martin Kippenberger
K20 vom 26.Oktober 2005
Francis Bacon
16. September 2006 bis 07. Januar 2007
Francis Bacon – Die Gewalt des Faktischen
16. September 2006 – 07. Januar 2007
Dramatische Darstellungen von menschlichen Körpern – schmerzhaft sich windend, zerfließend, miteinander ringend, ineinander verschlungen, sitzend oder sich bewegend – sind allgegenwärtig im Werk des bedeutendsten englischen Malers des 20. Jahrhunderts, Francis Bacon. Wie kein anderer Künst-ler seiner Generation hat Bacon das Drama des verwundbaren, schutzlos ausgelieferten Körpers inszeniert. Meist ist der Mensch allein, isoliert von seinem Umfeld, gefangen in leeren, fensterlosen Räumen oder in den Gestängen eines Käfigs. Bacons Figuren agieren auf bühnenartigen Plattformen, sie krümmen sich unter Qualen, entgleiten ins Formlose. Durch Verwischen, Wegkratzen, Auslöschen hat der Künstler die Malfläche zum Aktionsfeld fortwährender Irritation bestimmt – und dabei Bilder von großer Eindringlichkeit, Sensibilität und Schönheit geschaffen.
Gegenläufige Bewegungen und die Auswirkungen extremer Kräfte lässt Francis Bacon in seinen Bildern des menschlichen Körpers simultan sichtbar werden. Vorlagen fand der Künstler nicht nur in der Kunstgeschichte, sondern vor allem in Fotografien von Sportlern, von Fußballspielern oder Boxern im Kampf. Großes Interesse zeigte er auch für die fotografi-schen Sequenzen, mit denen Eadweard Muybridge am Ende des 19. Jahrhunderts die Phasen eines Bewegungsablaufes in Einzelbildern dokumentierte. Solche instinktiv vollzogenen Be-wegungen offenbarten dem Maler Aktionen von ursprünglicher Sinnlichkeit, die er in seinen Bildern zu bannen suchte.
Bacons beunruhigende und zugleich fesselnde Studien des menschlichen Körpers werden im Zentrum der retrospektiv angelegten Ausstellung stehen. Diese wird ungefähr 60 Werke versammeln, darunter die beiden seit 1964 bzw. 1986 in der Kunstsammlung beheimateten Gemälde: Lying Figure No. 3, 1959, und Man in Blue V, 1954. Erstmals nach der viel disku-tierten Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle, 1972, nach einer 1985/86 in Berlin und Stuttgart gezeigten Retrospektive und der ersten posthumen Schau in München 1996, feiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen das Werk dieses epochalen Malers wieder in Deutschland. Sie lenkt den Blick auf den malerischen Ausdruck eines auch heute aktuellen Lebensgefühls, das geprägt ist vom Verlust einer stabilen Identität, auf ein Selbst, das »unsichtbaren Kräften« ausgesetzt, in seiner Welt keinen gesicherten Ort mehr zu finden vermag.
Die Ausstellung Francis Bacon – Die Gewalt des Faktischen ist Teil des Projektes der „Quadriennale 06“ – ArtCity Düsseldorf.
