Museen Köln
Museum Schnütgen - Zum Sterben schön! Alter Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute
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Zum Sterben schön! Alter Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute
Museum Schnütgen
6. September bis 26. November 2006
Alter und Tod – das sind Themen, die jeden Menschen betreffen, obwohl sie in unserer Gesellschaft immer wieder ausgeklammert werden. Beides zum Thema einer Ausstellung zu machen, scheint gewagt. Zwei Partner sind dieses Wagnis eingegangen: Das Museum Schnütgen in Köln und das Seminar für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Den Kern der Ausstellung bilden zwei sich ergänzende Sammlungsbestände: die einzigartige Graphiksammlung ‚Mensch und Tod’ der Heinrich-Heine-Universität und Meisterwerke der Kleinplastik des Museum Schnütgen zum Thema Memento mori. Ergänzt um internationale Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen zeigt die Ausstellung erstmals umfassend den Umgang mit Tod und Vergänglichkeit in der Kunst der vergangenen fünfhundert Jahre.
Gerade durch die Kunst haben sich die Menschen immer wieder mit dem Sterben auseinandergesetzt. Die Konfrontation mit Bildern des Todes und der Vergänglichkeit war zugleich Gegenstand der Meditation wie „Lebenshilfe“: Vor allem mittels kleinformatiger Kunstwerke und der in Büchern verbreiteten Graphik haben sich Künstler wie Betrachter Distanz und Nähe zum erschreckenden Gegenstand verschafft. Totentänze in kleinen Büchern, exquisiter Trauerschmuck als Andenken, Totenköpfe und Skelette als Memento mori aus kostbarem Material dienten sowohl dem Kunstgenuss als auch der praktischen Bewältigung von Angst und Trauer.
Die Ausstellung vergegenwärtigt drei Themenkomplexe anhand von großartigen Kunstwerken: Das Alter – insbesondere die Vergänglichkeit – wird in Druckgraphik und Elfenbeinkunst in zahlreichen Vanitas-Allegorien aber auch in der Gegenüberstellung von jungen hübschen Frauen und dem Tod thematisiert. Der Totentanz hat Künstler seit dem 15. Jahrhundert bis in die Moderne fasziniert; in der Ausstellung zeugen davon beeindruckende graphische und kleinplastische Werke. Die Sterbekunst (Ars moriendi), war seit dem Mittelalter eine hilfreiche und selbstverständliche Anleitung zum Umgang mit dem Tod, gewissermaßen eine frühe Form der Sterbe-Meditation, während Werke des Memento mori den Betrachter an den immer und überall präsenten Tod erinnern sollten.
Zur Ausstellung erscheint ein wissenschaftlicher Katalog, in dem alle rund 140 Exponate in Bild und Text präsentiert werden. Aus dem Blickwinkel von Kunst- und Kulturgeschichte, Medizin und Frömmigkeitsgeschichte vertiefen namhafte Wissenschaftler im Aufsatzband die Thematik. Ein Begleitprogramm mit Beiträgen aus Musik, Literatur, bildender Kunst sowie einer Diskussionsveranstaltung zeigt die unmittelbare Relevanz des Themas für unsere heutige Zeit und bietet dem Publikum die Möglichkeit, sich direkt mit den Themen auseinanderzusetzen.
Die website www.zumsterbenschoen.info bietet umfassende Informationen zur Ausstellung. Hier werden zudem E-learning-Elemente und Anregungen für die Unterrichtsgestaltung an weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt, um auch Schüler an das vielfach tabuisierte Thema heranzuführen. Ausstellung und Internetauftritt sind in reger Kooperation der Düsseldorfer Studierenden mit dem Museum Schnütgen entstanden.
Fragen beantworten Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch vom Seminar für Kunstgeschichte der Universität Düsseldorf unter Tel.: 0211/81 15214 und Prof. Dr. Hiltrud Westermann-Angerhausen vom Museum Schnütgen Köln Tel.: 0221/ 221 22310 sowie das Museumsreferat Öffentlichkeitsarbeit unter Tel.: 0221/ 221 22334.
Museum Schnütgen, Cäcilienstraße 29, geöffnet dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Öffentliche Führungen mittwochs um 14.30 Uhr und sonntags um 11 Uhr. Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Michael Wolgemuth (1434–1519), Tanz der Gerippe, Holzschnitt koloriert, Nürnberg, 1493. Graphiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Inv. Nr. E 0711.) © Graphiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Thomas Rowlandson (1756–1827), The English Dance of Death, 1814–16. Graphiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (B 2332. - 2405.) © Graphiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
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Memento mori in Form einer Tumba, Westschweiz, um 1520, Museum Schnütgen, Köln; Leihgabe der Sammlung Peter und Irene Ludwig, Aachen © Rheinisches Bildarchiv
Ferdinand Engelschalck, Totenkopfuhr, Prag um 1690. Kunstkammer Georg Laue, München © Kunstkammer Georg Laue, München
Joachim Hennen (um 1630/40? – nach 1707), Tanzender Tod, um 1680. Museum Schnütgen, Köln (Inv. Nr. B 151) © Rheinisches Bildarchiv
Hans Sebald Beham (1500–1550), Der Tod und das schlafende Weib, 1548. Graphiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf (Inv.-Nr. E 0026.) © Graphiksammlung "Mensch und Tod" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf