November 2006
Europäischer Monat der Fotografie 2006 in Berlin
Highlights
Giedre Bartelt Galerie
Linienstr. 161 / Ecke Kleine Hamburger Str., 10115 Berlin
„I am an artist, I love myself“ - Fotografische Selbstporträts
Arnis Balcus/ LV, Anda Bankovska/ LV, Kostas Bogdanas/ LT, Bogna Burska/ PL, Violeta Bubelyte/ LT, Balys Buracas/ LT, Andrey Chezhin/ RU, Michael Jochum/ D, Toomas Kalve/ EST, Peeter Laurits/ EST, Mark Raidpere/ EST, Annegret Soltau/ D
27.10. - 22.12.2006
Annegret Soltau, Grima mit Katze, 1987-1989
© Annegret Soltau
Eröffnung: 26.10.2006, 19 Uhr
Wie ist der Blick des Künstlers auf sich selbst und wie verändert er sich in einer Umbruchszeit oder in der Gesellschaft, die – historisch bedingt – bestimmte sozialpolitische und daraus resultierende kulturelle Prozesse, sei es die Popart oder die Fotografie als Kunst im Speziellen, nur in Ansätzen oder als „cultural lag“ mit großen Sprüngen wahrnehmen konnte? Die fotografischen Selbstporträts der Ausstellung „I am artist, I love myself“ entstammen dem Teil der Ostseeregion – Baltischen Staaten, Polen, St. Petersburg/Russland und Deutschland, die von solchen Veränderungen in letzten Jahrzehnten betroffen worden ist. Der Umgang mit dem Thema ist deshalb nicht nur geschlechterspezifisch geprägt. Er richtet sich neben dem biologischen Alter nach generationsbedingten historischen Erfahrungen. Das titelgebende Werk der Ausstellung – die Leuchtkästen mit der zweisprachigen (englisch – litauisch) Inschrift „I am an artist, I love myself“ von Kostas Bogdanas (*1961) kann nicht primär als abbildende Fotokunst
verstanden werden. Das Motto, das dieses Werk statuiert, ist jedoch der Schlüssel zum Thema. Es umreißt das notwendige Selbstverständnis eines Künstlers auf dem Weg zum Erfolg sowohl in einer marktwirtschaftlichen als auch in einer ehemals sozialistischen Gesellschaft. Hat man in der ersteren Künstler zu Malerfürsten „geadelt“, so sind sie im Sozialismus als Propheten oder als Messias verehrt worden. Die beiden Leuchtkästen erlangten in Kunstkreisen der 90er Jahre eine große Bekanntheit (vergleichbar einem Kultstatus), als sie mehrere Jahre das Interieur des Künstlercafés des Zentrums für Zeitgenössische Kunst in Vilnius schmückten. Die Giedre Bartelt Galerie wurde 1996 gegründet und präsentierte bis 2000 Ausstellungen mit allen Medien und Gattungen zeitgenössischer Kunst aus Osteuropa. Seit 2000 ist das Programm der Galerie auf die Fotokunst ausgerichtet. Der geografische Schwerpunkt wurde beibehalten: es sind die drei baltischen Staaten - Litauen, Lettland, Estland - sowie weitere Länder des osteuropäischen Raumes – Russland, Polen, Weißrussland.
Botschaft von Irland zu Gast in den Galeries Lecoq
Galeries Lecoq, Mulackstr. 6, 10119 Berlin
Ursula Hutt „In Those Days - Irland Ende der 60er Jahre“
30.10. - 29.11.2006
Eröffnung: 29.10.2006, 19 Uhr
Die 6x6 s/w Fotos der deutschen Fotografin Ursula Hutt portraitieren Menschen einer jetzt vergangenen Ära, denen sie ein liebevolles Denkmal setzte. „Einige meiner Fotos zeigen eine Welt, die verschwunden zu sein scheint. Aber ich bin sicher, sie ist immer noch da, auch wenn man vielleicht ein bisschen genauer hinschauen muss.“
Willy-Brandt-Haus
Stresemannstr. 28, 10963 Berlin
Bruno Barbey „Marokko –Ein Porträt meines Landes“
01.11.2006 - 14.01.2207
Eröffnung: 31.10.2006, 19.30 Uhr
Bruno Barbey, Das Ksar Maadid, im Ziztal,
2002 © Bruno Barbey / Magnum Photos
Der Franzose Bruno Barbey ist in den Städten Sale, Rabat, Marrakesch und Tanger aufgewachsen. Bereits mit 24 Jahren wurde er Mitglied der Fotoagentur Magnum. Für sie bereiste er die ganze Welt, doch die Sehnsucht nach der marokkanischen Kultur und Mentalität, nach der Melodie der Sprache und den schweren Düften der Märkte hat ihn nicht verlassen. 1970 kehrte er in sein „Heimatland“ zurück und begann mit seinem fotografischen Porträt, das ihn über dreißig Jahre lang beschäftigen sollte. Dabei sind Aufnahmen voller Licht, Farbe und Kontrast entstanden, inspiriert von Malern wie Delacroix und Matisse, die sich in ihren Werken dem Zauber des Landes ebenso wenig entziehen konnten wie Barbey selbst. Bruno Barbey, 1941 in Marokko geboren, ist seit 1965 Mitglied der Fotoagentur Magnum.
Galerie Caprice Horn
Rykestr. 2, 10405 Berlin
Refraction - an accrochage
Erwin Olaf, Sveinn Fannar Johannsson, Maslen & Mehra, Tim White Sobieski, Lukas Maximilian Hüller, Daniel & Geo Fuchs, Liza Nguyen, Denise Marika, JH Engström, Michael Ackerman
03.11.2006 - 20.01.2007
Eröffnung: 02.11.2006, 19 Uhr
Refraction definiert dem Richtungswechsel des Lichtes, der entsteht, wenn ein Lichtstrahl auf ein lichtdurchlässiges Material unterschiedlicher Dichte trifft. Diese Lichtbrechung entsteht durch die veränderte Geschwindigkeit der Strahlen: Das Licht, welches auf die Kameralinse des Fotografen trifft, verlangsamt sich. Allein diese Refraction ermöglicht dem Fotografen mithilfe der Linse ein Bild entstehen zu lassen. Die Fotoarbeiten der Ausstellung handeln allesamt vom technischen und emotionalen Bruch zwischen Mensch und Umgebung. Daniel & Geo Fuchs nähern sich persönlichen Grenzsituationen, denen andere lieber ausweichen. Ihre Serie „Conserving“ zeigt das Leben im Tod anhand von Objekten in wissenschaftlichen Sammlungen. Lukas Maximilian Hüller hingegen appelliert an das menschliche Gewissen und thematisiert die sieben Todsünden nach dem Todsündentisch von Hieronymus Bosch. In den Arbeiten von Maslen & Mehra spiegeln sich kalifornische und australische Landschaften im Menschen selbst. Die Inszenierung von lebendigen Traumsequenzen durch Sveinn Fannar Johannsson lassen das ungewöhnliche Verhalten seiner Figuren beinahe vertraut erscheinen. In den Arbeiten der Holländerin Margi Geerlinks kreiert der Mensch sich eine eigene, ganz neue Welt. Im Kauf von Designerartikeln, die das Ego stärken sollen, endet die Identitätssuche der nackten Astralkörper bei Erwin Olaf. Ein sehr persönliches Porträt ihres verstorbenen Vaters hat Liza Nguyen mit ihrer Serie „My father“ geschaffen. JH Engström führt das Werk seines Lehrers Anders Petersen fort und thematisiert die tiefe Lust am Leben, während Michael Ackerman in seinen s/w-Aufnahmen Polens die Grenze zwischen Malerei und Fotografie überschreitet. Als einzige Künstlerin hinter der Videokamera gibt Denise Marika die Refraction der Lichtstrahlen in ihren „Video Sculptures“ auf bewegten Aktfiguren wider. Die 2002 gegründete Galerie Caprice Horn hat es sich zur Aufgabe gemacht, sowohl junge als auch bereits etablierte Künstler zu vertreten, die mit unterschiedlichen Medien arbeiten. Einen Schwerpunkt bildet hierbei zweifelsfrei die Fotografie. Das Galerieprogramm zeigt vor allem Künstler, die sich mit dem internationalen, kulturellen und normativen Einfluss der Gesellschaft auseinandersetzen.
Refraction
Botschaft von Irland, Philip Johnson Haus
Friedrichstr. 200, 10117 Berlin
Ireland on Camera
Mark Curran – „Breathing Factory” / Eoghan Mc Tigue – „Novice” / Duncan Ó Cealligh – „Winter in Wismar” / Sebastian Jentsch – „Fáilte á Corcaigh” (Willkommen in Cork)
03.11. - 23.11.2006
Eröffnung: 02.11.2006, 20 Uhr (nur mit Einladung)
Die Botschaft von Irland freut sich, fünf unterschiedliche Künstler und ihre Werke zu präsentieren, deren Gemeinsamkeit in ihrer Beziehung zu Irland besteht. „In Those Days" von Ursula Hutt in den Galeries Lecoq bezieht sich auf eine vergangene Ära mit einer Serie nachdenklich stimmender Portraits aus dem Süden Irlands aus den 1960er und frühen 1970er Jahren. Mark Currans „Breathing Factory“ zeigt den Keltischen Tiger Irland der heutigen Zeit. In „Novice“ erforscht Eoghan Mc Tigue die Konzepte von Sprache, Lesen und Darstellung aus einer außergewöhnlichen Perspektive, während Duncan Ó Cealligh packende Bilder mit dem Titel „Winter in Wismar“ präsentiert. Der junge Chemnitzer Fotograf Sebastian Jentsch gibt bei dieser Ausstellung ebenfalls sein Debut mit „Fáilte á Corcaigh“ und versucht mit seiner Serie von Fotografien, die in Galway und Cork aufgenommen wurden, Klischees und Vorurteile zu überwinden. Die Ausstellung „Ireland on Camera“ wird von der Irischen Botschaft gefördert.
Kreuzberg Museum
Adalbertstr. 95 A, 10999 Berlin
Jürgen Henschel - der Fotograf der Wahrheit
„Bilder aus Kreuzberg 1967 bis 1988“
04.11. - 31.12.2006
Eröffnung: 03.11.2006, 18.30 Uhr
Das Kreuzberg Museum widmet seine Ausstellung zum Monat der Fotografie dem 1923 geborenen Fotografen Jürgen Henschel. Henschel war von 1967 bis 1988 Pressefotograf der Zeitung „Die Wahrheit“, dem Organ der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW), einer der seinerzeit umstrittensten Zeitungen der Mauerstadt. Seit den 1960er Jahren dokumentiert er die Entwicklung Berlins – mit einem besonderen Fokus auf den Bezirk Kreuzberg. Henschel ist ein politischer Fotograf, jemand, der mit seinen Aufnahmen Stellung bezieht. Er dokumentierte den Zerfall des Quartiers um das Kottbusser Tor in den 1970er Jahren, aber auch den wachsenden Widerstand der Bewohner gegen die Kahlschlagsanierung: den Häuserkampf der 1980er Jahre. Er begleitete Demonstrationen, Straßenfeste, Ausstellungseröffnungen und Diskussionsveranstaltungen und zeigte Menschen, die etwas „bewegten“. Aber auch seine Fotos brachten etwas in Bewegung – Aufsehen erregte vor allem seine Aufnahme vom toten Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967, die um die Welt ging.
Potsdam-Museum, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Im Kutschstall, Am Neuen Markt, 14467 Potsdam
Auslöser Potsdam –
Photographen und ihre Bilder von 1850 bis heute
Eine Ausstellung des Potsdam-Museums im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
08.11.2006 - 11.02.2007
Eröffnung: 07.11.2006, 18.30 Uhr
Als Ort der Inspiration, als Heimat- oder Geburtsstadt wurde Potsdam für viele bekannte und unbekannte Photographen oft selbst zum „Auslöser“, zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Arbeit und ihres Lebens. Mit einer Auswahl von einhundert Photographen wird erstmalig in einem Überblick das photokünstlerische Schaffen in Potsdam von den frühen Anfängen bis in die Gegenwart gewürdigt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In einer Präsentation von rund 700 Arbeiten wird das reiche Spektrum photographischer Darstellungen von der Portraitkunst über die Landschafts-, Stadt- und Architekturaufnahme, vom Ereignis- und Alltagsbild bis hin zur künstlerischen Photographie beleuchtet. Der zur Ausstellung vom Potsdam-Museum herausgegebene Bildband „Auslöser Potsdam“, widmet sich exemplarisch dem Leben und Schaffen der Photographen in Potsdam.
HERRMANN & WAGNER
Koppenplatz 6, 10115 Berlin
Paolo Consorti (Italien) „Canto III” (Fotomalerei)
11.11. - 22.12.2006
Eröffnung: 10.11.2006, 19 Uhr
Mit seiner ersten Ausstellung „Inferno“ bei HERRMANN & WAGNER im Januar 2005 hatte der italienische Künstler Paolo Consorti einen fulminanten Auftritt in Berlin. Nun folgt seine 2. Soloshow „Canto III“ in der Consorti eine neue Serie von Arbeiten vorstellt, darunter erstmalig eine Videoarbeit. Inspiriert von dem dritten Gesang aus Dante’s Göttlicher Komödie inszeniert Consorti in seinen Fotomalereien den Übergang vom irdischen Leben zur Hölle. Es entstehen apokalyptische Landschaften in bestechenden Farben, Nackte, deren anarchische Orgien sich ungehemmt über die Bildfläche ausbreiten. Und immer wieder tauchen jene Figuren in Gummianzügen auf, die gerade Woody Allens Film „What you ever wanted to know about Sex“ entsprungen sein könnten. Paolo Consorti befreit die Fotografie. Sein künstlerisches Ziel ist die höchstmögliche Illusionswirkung. Die Galerie HERRMANN & WAGNER wurde im Jahr 2000 in Berlin (Mitte) gegründet. Sie arbeiten als Erstgalerie im internationalen Kunstmarkt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Aufbau junger Künstler in allen Medien, vor allem im Bereich Fotografie. Darüber hinaus unterstützen sie Studenten der Berliner Kunsthochschule mit einer Ausstellungsförderung und laden weltweit Künstler ein, sich durch ihr Artist-in-Residence-Programm mit dem kreativen Potential Berlins auseinander zu setzen.
fas - Fotografie am Schiffbauerdamm, Schule und Galerie
fas-Galerie
Brunnenstr. 188-190, 10119 Berlin
Michael Ackerman „Half Life”
17.11. – 29.12.2006
Eröffnung: 16.11.2006, 19 Uhr
Der Fotograf Michael Ackerman experimentiert mit allen Formaten, belichtet bis zum Äußersten und spielt mit Effekten, die seine Bilder verwackeln, unscharf, schief oder schlecht zentriert erscheinen lassen. Dabei kommt es ihm vor allem darauf an, durch visuelle Eindrücke intensive Gefühle auszulösen. Um den Blick des Betrachters aus der Routine herauszureißen, geht der talentierte junge Künstler in seinem Verstoß gegen fotografische Konventionen bis an die Grenzen des Möglichen. Der 1967 in Tel Aviv geborene und heute in New York lebende Fotograf ist Mitglied der Agentur VU. Michael Ackerman wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Prix Nadar für „End Time City“ und dem Ersten Preis des International Center of Photography NYC. Seine Aufnahmen wurden in zahlreichen Magazinen und Zeitschriften veröffentlicht, unter anderem in der „New York Times“ und dem „Stern“.
Arsenal Kino
Potsdamer Platz, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin
FOTOFILME
Öffentliche Tagung und Filmreihe
Eine Veranstaltung der Freunde der Kinemathek Berlin und des Museums für Fotografie, kuratiert von Katja Pratschke, Gusztáv Hámos, Thomas Tode
Fotografie steht traditionell für das Stillbild. Fotografie gefriert Bewegung ein, hält einen Augenblick fest. Das Medium Film wiederum steht für Bewegung und die Organisation von Zeit. Unter Fotofilmen werden Filme verstanden, die im Wesentlichen auf Fotografien basieren. Sie entstehen an der Schnittstelle beider Medien. Fotofilme sind Experimente mit dem Fragmentarischen, also mit der Montage zwischen Text/Ton und Bild, mit der Reflexion des filmischen Bildes. Viele prominente fotografierende Filmemacher und filmende Fotografen haben sich der ästhetischen Form des Fotofilms bedient, so Chris Marker, Agnès Varda, Leonore Mau & Hubert Fichte, Raul Ruiz, Hartmut Bitomsky, Elfi Mikesch und Nagisa Oshima. Bei der Veranstaltung diskutieren Filmemacher und Theoretiker diese spannende und innovative Form, die in den letzten Jahren von jüngeren KünstlerInnen wieder entdeckt wird. Dazu werden aktuelle Filme zu sehen sein von Sirkka-Liisa Konttinen, Shelly Silver, Dan Geesin, Esther Rots, Katja Pratschke und Gusztáv Hámos.
Programm im Kino Arsenal:
Fr, 24. November 2006
19.00 Filmprogramm 1 - Wieviel Bewegung braucht ein Bild?
Chris Marker: La Jetée (F 1962, 28 min, 35mm, DF)
Alain Resnais: Van Gogh (F 1948, 17 min, 35mm, DF)
Hubert Fichte und Leonore Mau: Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters (D 1966, 16 min, Beta)
Katja Pratschke und Gusztáv Hámos: Fremdkörper (D 2002, 28 min, 35mm, dt. OmeU)
21.00 Filmprogramm 2 - Der tanzende Fotofilm
Sabine Höpfner: Hybrid and Superimposition (D 1997/98, 6 min, 16mm, o. D.)
Agnès Varda: Salut les Cubains (F 1963, s/w, 30 min, 16mm, OmeU)
Paul und Menno de Nooijer: At one view (NL 2005, 10 min, 16mm, engl. OF)
Dryden Goodwin: Hold (GB, 1996, 4 min, Beta, o. D.)
Jean-Pierre Jeunet: Pas de repos pour Billy Brakko (F 1983, 4 min, 35mm, OF)
Dan Geesin und Esther Rots: De Tuin (NL 1999, 11 min, Beta, o. D.)
Franz Winzentsen: Der Besenbinder, der Fotograf und der Koch (D 1997, 10 min, 35mm)
Virgil Widrich: Copy Shop (A 2001, 35 mm, o. D.)
Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstr. 124-128, 10969 Berlin
Sasha Stone „Berlin in Bildern“
28.10.2006 - 11.03.2007
Eröffnung: 27.10.2006, 19 Uhr (im Rahmen der Eröffnung des Europäischen Monats der Fotografie
Sasha Stone
Ein Trupp Wandervögel, 1927/1928
© Serge Stone
Die Eröffnungsausstellung des „2. Europäischen Monats der Fotografie“ zeigt erstmalig die verloren geglaubten Bilder des Avantgardekünstlers und Fotografen Sasha Stone über das Berlin der späten zwanziger Jahre. Die Aufnahmen waren für das Buch „Berlin in Bildern“ bestimmt. Die Konzeption dafür entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Architekturkritiker Adolf Behne. Erklärtermaßen sollte es ein aktuelles Bild der Stadt vermitteln. Man erlebt Berlin als eine traditionell verankerte, repräsentative, aber auch sich stark verändernde Metropole. Das Neue an dieser zu den frühesten Fotobüchern über Berlin zu zählenden Publikation ist die Akzentuierung des Alltagslebens – wozu vor allem die den Stadtraum bevölkernden Menschen gehören, aber auch die U-Bahn, das Heizkraftwerk, der Hafen und der Funkturm. Obwohl der Siedlungsbau des Neuen Bauens, die Parks und der Erholungsraum an den Randlagen der Stadt nicht ausgespart blieben, konzentrierte sich die Bildauswahl auf die historische Mitte und nicht auf das gründerzeitliche Berlin des 19. Jahrhunderts.
Michael Schmidt „EIN-HEIT"
28.10.2006 - 11.03.2007
Eröffnung: 27.10.2006, 19 Uhr (im Rahmen der Eröffnung des Europäischen Monats der Fotografie 2006)
Als nach dem Fall der Mauer 1989 die Einheit immer lauter beschworen wurde, begann der Berliner Fotograf Michael Schmidt eine neue Arbeit. Er fotografierte zwischen 1991 und 1994 Architektur, Landschaften und Interieurs, machte Porträts und Sachaufnahmen und reproduzierte aus allerlei Zeitungen, Büchern und anderen Druckerzeugnissen, was ihm wichtig erschien. Die frühesten Aufnahmen stammen aus der Nazizeit und die letzten vom Beginn der 1990er Jahre. EIN-HEIT ist seine Auseinandersetzung mit deutscher Identität. Mit dem inneren und äußeren Zustand von uns Deutschen am Ende des Jahrhunderts, in dem Auschwitz und die daraus folgernde Teilung Deutschlands von zentraler Bedeutung sind. Seine Bestandsaufnahme ist verheerend. Hier herrscht eine hässliche und trostlose Kleinbürgerlichkeit, aus der heraus sich eine Atmosphäre dumpfer Geistlosigkeit über alles legt. Es ist eine auf hartem Kontrast angelegte s/w-Fotografie, kompromisslos und mit großer Eindringlichkeit ausgeführt.
Martin-Gropius-Bau Berlin
Niederkirchnerstr. 7 / Ecke Stresemannstr., 10963 Berlin
Mutations I
Eine Ausstellung der sieben Partnerstädte des Europäischen Monats der Fotografie 2006:
Berlin, Bratislava, Luxemburg, Moskau, Paris, Rom und Wien, veranstaltet vom MD Berlin
03.11.2006 - 07.01.2007
Eröffnung: 02.11.2006, 19 Uhr
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich die Fotografie in einem Umwälzungsprozess: Bei Profis wie bei Amateuren ist die digitale Fotografie im Vordringen, in vielen Bereichen hat sie die traditionelle analoge Fotografie bereits so gut wie völlig verdrängt. Was bedeutet das für die Zukunft des Mediums? Wird Kreativität durch Manipulierbarkeit ersetzt? Gelten völlig neue Regeln und Gesetze? Hat ein Prozess des Verfalls der visuellen Kultur eingesetzt oder eine neue schöpferische Dynamik? Die Ausstellung „Mutations I“ wird mit je einer fotografischen Position aus den am Europäischen Monat der Fotografie 2006/2007 beteiligten Hauptstädten bzw. den von ihnen repräsentierten Ländern – Berlin, Bratislava, Luxemburg, Moskau, Paris, Rom und Wien – die Probe aufs Exempel machen und einen überraschenden Einblick in die gegenwärtige junge europäische Fotoszene vermitteln. Die traditionellen Kontroversen über Möglichkeiten und Grenzen des Mediums werden aufs Neue zur Debatte gestellt, wie etwa der „Abbildcharakter“ der Fotografie, ihr Verhältnis zur „Realität“ etc. „Mutations I“ wird am 2. November 2006 im Martin-Gropius-Bau eröffnet. Bis zum 7. Januar 2007 wird Gelegenheit sein, Arbeiten von AES+F (Moskau), Nina Dick (Wien), Eva Frapiccini (Rom), Beate Gütschow (Berlin), Carine und Elisabeth Krecké (Luxemburg), Marek Kvetán (Bratislava) und Philippe Ramette (Paris) zu sehen.
klubfoto zeigt „berühmt“
Eine Ausstellung der Hamburger Fotografen-plattform klubfoto
03.11.2006 - 07.01.2007
Eröffnung: 02.11.2006, 19 Uhr
Wer oder was ist eigentlich berühmt, wer möchte es sein, oder: wie sieht die moderne Ruhmeshalle aus? Der Eifelturm, das Schweizer Armeemesser, die Currywurst, Jesus – oder ist heutzutage jeder für 15 Minuten ein Superstar, wie Warhol vermutete? 73 Fotografen/innen aus den unterschiedlichsten Genres wie Mode, Still-Life, Porträt, Werbung, Journalismus und Kunst sind der Einladung von klubfoto gefolgt und zeigen ihre Antworten, Kommentare, Assoziationen der Auseinandersetzung mit dem Thema „berühmt“. Ohne nachträgliche Jurierung der Beiträge entstand so eine interessante, facettenreiche, aktuelle Gruppenausstellung. klubfoto ist eine Plattform für zeitgenössische Fotografie. Seit sechs Jahren geben die vier Hamburger klubfoto-Macher Axel Martens, Martin Luther, Simone Thürnau und Dr. Andrea Henkens jährlich ein Thema an international arbeitende Fotografen aus, mit der Bitte, dies fotografisch zu bearbeiten. Neben zahlreichen Hamburgern kommen die beteiligten Fotografen/innen u.a. aus Berlin, München, Stuttgart, Köln, Leipzig, Mailand, Budapest, Barcelona und Zürich. Alle Teilnehmer können sowohl den Inhalt als auch die Präsentationsform frei wählen. Die im Martin-Gropius-Bau zu sehende „berühmt“-Schau ist die sechste und bislang größte klubfoto Ausstellung. Begleitend zur Ausstellung erscheint „berühmt, eine Art Magazin“ mit allen 73 Fotografien und zudem 12 Texten zum Thema von Autoren wie Wiglaf Droste, Jörg Thadeusz u.a. für 6 EUR; alle gezeigten Exponate der Ausstellung sind in einer klubfoto-Edition (Aufl.10+2) als signierter und nummerierter Artist Print für 290 EUR zu erwerben.
Deutscher Künstlerbund e.V., Projektraum Rosenthaler Straße
Rosenthaler Str. 11, 10119 Berlin
„Das ist doch der Dings…“
Szenefotos von Sebastian Kusenberg, catonbed.de (Jan Sobottka) und Jens Ziehe
04.11. - 01.12.2006
Eröffnung: 03.11.2006, 19 Uhr
Die Kunstszene – das sind die Leute, die Vernissagen, Performances, Vorträge und Partys bevölkern, um zu sehen und gesehen zu werden. Die Macher und ihr Publikum, Promis und Fußvolk. Leute, die dazugehören und solche, die Anschluss suchen, Leute, die die Konkurrenz abchecken und solche, die nichts versäumen wollen. Die Szene verändert sich laufend, genauso wie die angesagte Kunst, die Mode und die Orte. Gesichter altern und verschwinden, andere tauchen auf und bilden neue Konstellationen von Cliquen und Gruppen. Szenefotos spiegeln diesen Prozess, dokumentieren ihre Zeit, wecken Erinnerungen und machen Transformation sichtbar. Der Deutsche Künstlerbund stellt 3 Positionen vor, die – jede auf eigene Art – in der Berliner Kunstszene fotografieren.
ŻAK Gallery
Linienstr. 148, 10115 Berlin
Lech Majewski „Retrospektive“
04.11. - 21.12.2006
Eröffnung: 03.11.2006, 19 Uhr
Der Polnische Künstler Lech Majewski, Absolvent der Filmschule Łódz 1977, ist international bekannt für seine Filme und Videoarbeiten, für die er Drehbücher schreibt, Regie führt, hinter der Kamera steht und Musik komponiert. Darüber hinaus ist Majewski Dichter und Bühnenbildner, gefeiert für seine Opern- und Theaterinszenierungen. Sein imaginatives Können, ganz gleich ob inspiriert durch Legenden oder reelle Personen, ist immer ausgezeichnet von einer starken Sensibilität, die mäandert zwischen dem Absurden und Metaphysischem, dem Profanem und Schönem. Nach der großen Retrospektive des Künstlers im Mai dieses Jahres im MOMA, New York, werden große Teile dieser Ausstellung nun erstmals in Deutschland gezeigt. Neben repräsentativen Videoarbeiten bietet die Galerie auch Einblick in sein fotografisches Werk. ŻAK Gallery ist eine junge Galerie in Berlin-Mitte, eröffnet im Juni dieses Jahres in der Linienstr. 148, den ehemaligen Ausstellungsräumen von Bodo Niemann. Die Galerie widmet sich der Präsentation zeitgenössischer, osteuropäischer Fotografie und Videokunst. Schwerpunkt liegt dabei auf dem Länderkreis Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Die Galerie präsentiert neben renommierten Fotografen vor allem junge, aufsteigende Künstler und umfasst Bereiche klassischer s/w-Fotografie ebenso wie konzeptuelle Fotoarbeiten, Installationen oder Videokunst. Teil des Konzeptes ist es auch, erschwingliche Editionen anzubieten und möglichst vielseitig über die osteuropäische Fotografieszene zu informieren. Gegründet von Asia Żak und Anna Morlinghaus, ist es eine der wenigen Galerien, die sich ganz auf mittelosteuropäische Fotokunst spezialisiert.
Akademie der Künste (Altbau)
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Sibylle Bergemann „Photographien“
11.11.2006 - 14.01.2007
Eröffnung: 10.11.2006, 19 Uhr
"Mich interessiert der Rand der Welt, nicht die Mitte.“ Vom Blick auf den ruinierten Volkspalast bis zum Porträt geistig behinderter Laienschauspieler zeigt Sibylle Bergemann das Abseitige des Alltags. Ihre Bilder entblößen nicht, sie stellen das Geheimnis der abgebildeten Menschen, Dinge, Landschaften in den Mittelpunkt. Das Foto versteht Bergemann nie nur als Abbildung, sondern als ihr Mittel, die Wirklichkeit und verborgene Zusammenhänge aufzuzeigen und zu interpretieren. Zum ersten Mal wird nun das Werk dieser für die Fotografiegeschichte wichtigen Fotografin und Mitbegründerin der Fotoagentur OSTKREUZ umfassend gewürdigt. Knapp 180 s/w- und Farbfotos aus unterschiedlichen Werkepochen und Themenbereichen von den frühen Sechzigern bis heute sind in der Akademie der Künste zu sehen – ein Drittel von ihnen erstmals. In Berlin startend, tourt die Ausstellung über Braunschweig nach Mailand, Boston, Moskau und Paris. Eine Ausstellung in Kooperation der Akademie der Künste, Berlin, dem Museum für Photographie, Braunschweig und Ostkreuz – Agentur der Fotografen, Berlin.
Der Kontrakt des Fotografen
12.11.2006 – 07.01.2007
Eröffnung: 12.11.2006, 11 Uhr
Sowohl in der Malerei als auch in der Fotografie beinhaltete die klassische Form des Porträts immer eine Verabredung zwischen Künstler und Dargestelltem. Der Vertragsaspekt wurde seit den sechziger Jahren zu einem immer wichtigeren Element der Personenfotografie. Wer nicht eine Strategie des authentischen Porträts verfolgte, „in der das Abbild vom Fotografen gestohlen wird“ (Buchloh), musste ein Geschäft auf Gegenseitigkeit abschließen. Die Ausstellung gibt anhand von herausragenden Werken – von Tina Barney, Richard Billingham, Jeff Burton, Clegg & Guttman, Patrick Faigenbaum, Angela Fensch, Jitka Hanzlová, Peter Hujar, Izima Kaoru, Marjaana Kella, Boris Michailow, Nicholas Nixon, Ashkan Sahihi, Thomas Struth, Andy Warhol, Miwa Yanagi und Shizuka Yokomizo – erstmals einen Überblick über die Voraussetzungen und Strategien der Personenfotografie seit 1975 bis heute, in denen dem „Kontrakt des Fotografen“ eine zentrale, das Bild konstituierende Funktion zukommt. Eine Ausstellung in Kooperation der Akademie der Künste, Berlin, dem Museum Morsbroich Leverkusen und Siemens Arts Program.
THEATERDISCOUNTER
Monbijoustraße 1, 10117 Berlin
7. Berliner Fotomarathon 2006
Fotomarathon: Samstag, 04.11.2006, 10-22 Uhr, Startgebühr 27 EUR
Ausstellung: Samstag, 25.11.2006: 14-22 Uhr & Sonntag, 26.11.2006: 10-16 Uhr
Eine Veranstaltung des Vereins für Ereignisse
www.fotomarathon.de
Das Konzept des Fotomarathons als Basis für eine Kulturveranstaltung der besonderen Art gibt es in vielen Ländern und Städten. Bekannt geworden mit der Idee in Madrid, wurde der Fotomarathon von einem kleinen Team im Jahr 1998 in Berlin eingeführt. Seither nahmen jährlich bis zu 500 Fotobegeisterte an diesem Wettbewerb teil. Der Fotomarathon ist ein Erlebnis, in dem verschiedene Aktionsformen miteinander verknüpft sind (fotografieren, kommunizieren, Stadt erleben, ausstellen). Ein thematischer Gestaltungsgedanke schafft den Aktionsrahmen, in dem die Vielfalt der Stadt neu erlebt und auf individuelle Weise fotografisch dokumentiert wird. Die Einzelthemen provozieren eine Interaktion zwischen FotografInnen, der Stadt und ihren BewohnerInnen. Es entstehen vielfältige Stadtportraits mit Gebäuden, Plätzen, Menschen und Dingen. In der Ausstellung werden all diese einzigartigen Blicke der Öffentlichkeit freigegeben.
Fotomarathon – der Wettbewerb
Ein Fotomarathon ist ein Fotowettbewerb unter verschärften Bedingungen. Den Teilnehmenden werden insgesamt 24 Einzelthemen vorgegeben, die innerhalb von 12 Stunden fotografisch umzusetzen sind. Dazu erhalten die Teilnehmenden einen 24er Wettbewerbsfilm, der im Ziel abgegeben wird. Die Einzelthemen stehen im Kontext eines jährlich wechselnden Rahmenthemas. Sie werden alle drei Stunden an vier verschiedenen Stationen ausgegeben. Die vorgegebene Reihenfolge der Themen innerhalb der Serie ist einzuhalten. Die gesamte Serie soll mehr sein als die Summe der Einzelbilder. Eine unabhängige Jury wählt die besten Serien aus. Der Fotomarathon findet semisportlich statt: zwar mit Startnummern und Startschuss, aber ohne Jogginganzug und Stoppuhr. Im Vordergrund stehen dabei der Spaß an den Themen und die kreative Umsetzung unter Zeitdruck. Wie in den vergangenen Jahren werden die umzusetzenden 24 Themen vieldeutig sein und die Interpretationsfähigkeit der TeilnehmerInnen auf die Probe stellen. Der künstlerische Aspekt - die Idee und das Fotografieren - stehen im Vordergrund. Nicht wer als erster ankommt, sondern wer die besten Bilder macht, siegt. Alle Fotos der Teilnehmenden werden in der abschließenden Ausstellung im Theaterdiscounter in der Monbijoustraße präsentiert. Die Teilnehmerzahl ist auf 200 begrenzt.