SCHARF! DIE FRAU IN DER GESELLSCHAFT HEUTE
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
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SCHARF! DIE FRAU IN DER GESELLSCHAFT HEUTE
Ergebnisse des interdisziplinären Wettbewerbs
„80 Jahre Künstlerinnenverband GEDOK“
Freiraum
13. bis 22. Oktober 2006
Die 14 ausgewählten Arbeiten von GEDOK Künstlerinnen und Gästen thematisieren die Frau in der Gesellschaft heute mit den verschiedensten Mitteln aus bildender und angewandter Kunst, Wort- und Tonkunst, Video- und Ton-Licht-Performance. Das Spektrum reicht von der klassischen Malkunst bis zu Fotodarstellungen verschiedener Lebensentwürfe.
Die Münchener Malerin Kathrina Rudolph präsentiert „Schöne Frauen“ mit Bezügen zur christlichen Tradition der Madonna und gibt gleichzeitig in ihren Kohlepausen das gesellschaftspolitische Erscheinungsbild der Frau in Ost und West wieder. Zahlreiche Künstlerinnen stellen ihr Frauenbild auf ironische, selbstkritische Weise dar: Gertrud Schleising aus Bremen evoziert in ihren Collagen altmodische Glanzbildchen und hinterfragt mit „Ich will alles ganz schön machen“ die vermeintlich überholten Rollenbilder. Schuhe - Symbol für die Befreiung der Frau von Zwängen - dienen Irmgard Nolte aus Hamburg als Blickfang für ihre „lauf nora lauf“ beschriftete Wäschetrommel. Margit Tabel-Gerster (Hamburg) lenkt mit ihrem Schmuck „kitchen stuff“ den Blick humorvoll auf das der Frau „gerne“ überlassene Betätigungsfeld der Küche. Eine Videoinstallation von Chris Engels (Franken) und Renate Schweizer (Karlsruhe) zeigt die Frau als stets bereite Zuhörerin. Grafiken von Gabriele Klages (München) thematisieren die Beziehung zwischen Mann und Frau. Die Rauminstallation der Bonner Künstlerin Susanne Krell und ihrer polnischen Partnerin Anka Tyczynska bringt in ihren Häuschen „persönliche Geständnisse“ von Frauen unterschiedlicher Umgebung zu Gehör. Fotos ein und derselben Frau in unterschiedlichen Kostümen, Frisuren und Make-up sowie einem jeweils anderen Lebenslauf veranschaulichen die Suche nach Selbstidentifikation.
Zum Programm am Eröffnungsabend mit dem „Fest der Sinne“ gehören zwei Performances, die ein Problem vor allem junger Frauen unserer Gesellschaft darstellen: Ritzen gegen die Angst und eine furchtbare Erscheinung einiger afrikanischer Länder, die Genitalverstümmelung. Eine dritte Performance spielt mit den Möglichkeiten von Licht, Ton und Bewegung.
Ernstes und Heiteres, Selbstironisches, Kritisches und Tiefgründiges bieten Ausstellung und Performances zum Thema: die Frau in der Gesellschaft heute, und demonstrieren die weit gefächerten Ausdrucksmöglichkeiten der GEDOK Künstlerinnen.
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 21 Uhr
Museums-Eintritt: 8 € / 5 €, dienstags ab 16 Uhr und donnerstags ab 17 Uhr immer 5 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei

Angelica Schubert
CUT oder: der Klang der Berimbao
Performance
Foto: Frank Rumpenhorst

Margit Tabel-Gerster
Aus der Schmuckreihe "Kitchen stuff", 2006
1000 PeaceWomen Across the Globe. For the Nobel Peace Prize 2005
Scalo 2005-10 Gebundene Ausgabe 2208 Seiten
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent
Im Januar 2005 wurden insgesamt 199 Bewerbungen um den Friedensnobelpreis angenommen. Darunter auch die der Initiative "1000 Frauen für den Friedensnobelpreis", die 1000 Frauen aus über 150 Ländern für den Friedensnobelpreis nominierte. Sie wurden – stellvertretend für Hunderttausende - ausgewählt. Frauen, die sich weltweit für mehr menschliche Sicherheit und Gerechtigkeit einsetzen, aufbauen, was durch Krieg zerstört wurde, in Konflikten mit verfeindeten Gruppen vermitteln und die Armut bekämpfen, Menschenrechte einfordern, sich gegen jeden Missbrauch von Kindern stellen. Sie schaffen alternative Ein-kommensmöglichkeiten, begleiten HIV-Patienten und sorgen für deren Kinder. Sie veranstalten Mahnwachen und dokumentieren die Gräuel des Krieges. 1000 Namen wurden an 40 Orten der Erde zeitgleich bekannt gegeben.
Dann erfolgte die endgültige Bekanntgabe: Der Friedensnobelpreis ging an die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und ihren Direktor Mohamed El Baradei.
Sicherlich wollte das Nobel-Komitee diese Entscheidung nicht so verstanden wissen, dass die aufgebrachte Energie, die Leistung und die Wirksamkeit der Engagements von 1000 Frauen etwa nichts wert sei, aber in der Begründung hiess es: "In einer Zeit, in der die Bedrohung durch Atomwaffen wieder einmal wächst, will das norwegische Nobelkomitee die Tatsache unterstreichen, dass dieser Bedrohung durch eine möglichst breite Zusammenarbeit begegnet werden muss."
Wäre das Preisgeld von rund 1,2 Millionen US-Dollar an die Initiative "1000 Frauen für den Friedensnobelpreis“ gegangen, wäre das Geld auf diesem Wege der Friedensbewegung selbst, nämlich Menschen, Frauen, Männern und Kindern in aller Welt zugute gekommen. Gegen jede Form von Krieg und Ungerechtigkeit.
Ein Aufschrei und Protest ging nicht nur durch die Bundesrepublik Deutschland. Seit der ersten Verleihung des Preises 1901 hatten erst zwölf Frauen den Friedensnobelpreis erhalten.
Eine große Chance hätte unter anderem auch darin bestanden, an Bertha von Suttner, Schriftstellerin und Pazifistin zu erinnern, die 1905 als erste Frau den von ihr angeregten Friedensnobelpreis erhielt und 1889 großen Erfolg mit ihrem Antikriegsroman „Die Waffen nieder!“ hatte. Schon ein Jahr nach Erscheinen wurde er zum zweiten Mal aufgelegt und in verschiedene Sprachen übersetzt.
BUND, Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland protestierte in einer Presseerklärung gegen die Schizophrenie der IAEO (und somit gleichermaßen auch des Nobel-Komitees), einer solchen Einrichtung einen Friedensnobelpreis zu verleihen, die „einerseits die militärische Nutzung der Atomkraft verhindern soll, andererseits aber als UNO-Organisation deren indirekte Weiterverbreitung durch den Ausbau der Kernkraft in zusätzlichen Ländern praktiziert“.
137 Bürgerinitiativen, Gruppen und Verbände, sowie 251 Privatpersonen aus der ganzen Welt unterschrieben das Protestschreiben an das Nobel-Komitee. Darunter, um an dieser Stelle nur einige aufzuführen: Bündnis 90/Die Grünen, Die NaturFreunde, NABU, IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Deutsche Friedensgesellschaft, HILFE FÜR DIE KINDER VON TSCHERNOBYL und sehr viele mehr.
Das Buch 1000 PeaceWomen Across the Globe setzt mit Porträts der 1000 Friedensfrauen ein Denkmal gegen das Vergessen. Im Oktober wurde die Ausstellung 1000 PeaceWomen Across the Globe erstmals in Zürich gezeigt. Der Erfolg war überwältigend.
Aus Deutschland sind Barbara Gladysch (Germany) Mothers for Peace , Monika Gerstendörfer (Germany) Lobby für Menschenrechte e. V., Bosiljka Schedlich (Germany) Southeast European Cultural Center Berlin, Karla Schefter (Germany) Chak-e-Wardak-Hospital Committee for the Promotion of Medical and Humanitarian Aid to Afghanistan, Monika Hauser (Germany) Medica Mondiale, Maria Christina Färber (Germany) Caritas International Spiritual Community, Karla-Maria Schälike (Germany) Children's Center Nadjeschda , Ruth Weiss (Germany), Heide Göttner-Abendroth (Germany) International Academy Hagia, Sabriye Tenberken (Germany) Braille Without Borders (BWB) Tibet Disabled Persons' Federation, Marianne Grosspietsch (Germany) Shanti Sewa Griha Shanti Leprahilfe Dortmund e.V, Seyran Ates (Germany), Lea Ackermann (Germany), Solidarity with Women in Distress (Solwodi), Solidarity with Girls in Distress (Solgidi), Missionary Sisters of Our Lady of Africa, Cathrin Schauer (Germany), Karo e.V. Judith Brand (Germany) Amica e.V. Iropé e.V. mit je einem Foto-Porträt in dem Fotobuch vertreten.
1000 PeaceWomen Across the Globe ist als Wanderausstellung konzipiert. Sie wurde im Oktober 2005 erstmals in der Schweiz gezeigt und soll nun um die Welt gehen.
Das Fotobuch ist ein „Who is Who der 1000 Frauen für den Frieden“ oder Nachschlagewerk für Engagierte für den Frieden oder gegen Gewalt, Kinder- und Menschenrechte. Besonders geeignet erscheint es mir auch für das Nobel-Komitee. Eine zeitlose Entscheidungshilfe.
Schmuckdesigner zeigen innovativen Schmuck zum aktuellen Thema “Air”:

Christiane Fichtner:
Biografie 07
Text: Olivia König, Kostüm: Jutta Delorme, Maske: Ilka Renken, Foto: Gaby Ahnert

Heide Haike: Der verschlossene Garten
Installation 2006

Gertrud Schleising: "Mein Mädchen"
Aurikelchen, Acryl/Collage/LW,70 x 50cm
2004