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Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum

 

Ausstellungsankündigung

Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum

Bucerius Kunstforum

Einrichtung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Bucerius Kunst Forum gGmbH
Rathausmarkt 2
D-20095 Hamburg
Tel: +40-36 09 96 77
Fax: +40-36 09 96 71


13. Oktober 2007 bis 20. Januar 2008

Mit den Grabmalereien von Paestum kommt ein einzigartiger Kunstschatz der Antike nach Hamburg. Die kostbaren Fresken aus dem 4. Jh. v. Chr. werden anlässlich der Ausstellung im Bucerius Kunst Forum zum ersten Mal seit ihrer Entdeckung wieder als vollständige Gräber präsentiert.

Die italienische Stadt Paestum mit ihren drei großen dorischen Tempeln ist durch die Stiche Piranesis (1777/78) und durch die eindrucksvolle Beschreibung Goethes (1787) schon früh berühmt geworden.

Die antiken Schätze der Grabmalereien offenbarten sich Forschern erst Mitte des 20. Jahrhunderts und stehen nun erstmalig im Zentrum einer umfassenden Ausstellung. Die Malereien aus der Zeit der Lukaner (4. Jhd. v. Chr.) zeigen Krieger, Kampfszenen, Sport- und Wettkämpfe sowie Bestattungsriten.

Es werden 45 bemalte Grabplatten ausgestellt, darunter sieben vollständig erhaltene Gräber, die zum ersten Mal in ihrer ursprünglichen Form aufgebaut werden.

Der zweite Teil der Ausstellung schlägt den Bogen zur Neuzeit und widmet sich der Darstellung antiker Tempel in den bildenden Künsten von 1750 bis 1850.


 

Dionysos umringt von Maenaden und Satyrn, auf dem Hals sitzende Maenade Rückseite der Lukanischen Halsamphora des Aphrodite-Malers aus Grab Nr. 69 der Nekropole von Licinella, um 340-330 v. Chr., H 94 cm Museo Archeologico Nazionale di Paestum.

Das Museo Archeologico Nazionale di Paestum stellt die Grabplatten in diesem Umfang erstmals für eine Ausstellung zur Verfügung; auch die vor Ort entstandenen Vorzeichnungen Piranesis, die die ausgestellten Radierungen ergänzen, sind als Premiere in Deutschland zu sehen.

Gastkurator der Ausstellung ist Prof. Dr. Bernard Andreae, der für das Bucerius Kunst Forum bereits die erfolgreiche Schau Kleopatra und die Caesaren im letzten Jahr kuratierte. Dr. des Nina Simone
Schepkowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bucerius Kunst Forum, konzipierte den zweiten Ausstellungsteil zur Rezeption der Tempel von Paestum in den bildenden Künsten des 18. und
19. Jahrhunderts.

 

Westliche Giebelseite des Grabes des schwarzen Ritters aus der Nekropole von Andriuolo Nr. 58, um 340 v. Chr., 98 x 146 cm, 227 x 94 cm, Frauengrab Museo Archeologico Nazionale di Paestum

 

Westliche Giebelseite des Grabes der Hirschjagd aus der Nekropole von Spina Gaudo Nr. 7/1972




Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag, München (ca. 216 S. mit ca. 150 farbigen
Abb., ca. € 24,80).

 


 

 


 

 

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 Kurzbeschreibung
Paestum ist wegen seiner griechischen Tempel ein magischer Anziehungspunkt für Italienreisende. Schon Goethe nahm von dort »die herrlichste Idee nordwärts mit«. Was aber den wenigsten bekannt ist: Paestum besitzt in seinen Gräbern auch den wohl größten Schatz klassischer antiker Malerei, der nun erstmals umfassend in einer Ausstellung gewürdigt wird.

In Paestum, einer der nördlichsten griechischen Kolonien in Unteritalien, wurden seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts über hundert eindrucksvoll ausgemalte Gräber der Klassischen Zeit des Altertums entdeckt. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der ritterlichen Gesellschaft der Lukaner, die im 4. Jahrhundert v. Chr. die Herrschaft in der Hafenstadt am tyrrhenischen Meer übernahmen. Die mit sicherem Strich rasch skizzierten Bilder deuten darauf hin, daß die Gräber innerhalb kurzer Zeit nach dem Tod des darin Bestatteten ausgemalt wurden. Die Malerei ist von hinreißender Schönheit und auch historisch-soziologisch äußerst interessant. Die Szenen stellen heimkehrende Männer zu Pferde dar und Frauen, die sie mit einem Willkommenstrunk begrüßen. Sie zeigen Aufbahrungen, die von Klagefrauen, Musikanten und Opferszenen umgeben sind, und Leichenspiele. Genrehafte Szenen, Fabeltiere und mythische Wesen sind ebenso vertreten wie die Jagd auf Hirsche und Panther. Der Hahn als Zeichen der Fruchtbarkeit und Granatäpfel als Symbole ewigen Weiterlebens geben Einblick in die Vorstellungswelten der Lukaner. Die Anziehungskraft der Tempellandschaft von Paestum - Vorbild nicht zuletzt für das Brandenburger Tor in Berlin - bringen dem Leser neben den zwanzig berühmten Veduten von Giovanni Battista Piranesi aus dem Jahr 1778 auch zahlreiche Ölgemälde, Zeichnungen und Traktatillustrationen namhafter Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts sowie eindrucksvolle Tempelmodelle aus Kork nahe.

 


     
 

 

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