Kunstmarkt  Auktion Dorotheum

(3.10.2006)

Die größte Skulpturenauktion in der Geschichte des Dorotheum am 3. Oktober

 

 

Immakulata

Mit der bisher umfangreichsten Skulpturenauktion aller Zeiten mit insgesamt 265 Objekten wartet das Wiener Dorotheum am 3. Oktober 2006 im Zuge der dritten großen Auktionswoche (2. - 6. 10. 2006) auf. Den ersten Teil der Auktion bildet eine besonders große, bedeutende deutsche Privatsammlung mit dem Thema „Das Marienbild im Wandel von 1350 - 1900“. Im Hinblick auf das 300-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr wird am 3. Oktober 2006 die Hälfte dieser hochwertigen Sammlung angeboten, der zweite Teil folgt zu den großen Geburtstagsauktionen im Frühjahr 2007.

In der Sammlung befinden sich hervorragende Objekte aus der Barockzeit, darunter der deutsche Künstler Johann Peter A. Wagner mit einer Immakulata aus dem 18. Jahrhundert (Schätzpreis 15.000 - 16.000 €). Und aus der Werkstatt desselben verdient ein Engelspaar (1760-1770) besondere Beachtung (13.000 – 15.000).


 

Madonna, Multscher Kreis

Auf einer Wolke stehend, zu ihren Füßen eine Schlange und mit ihrem linken Arm zum Herz weisend, beeindruckt die Immakulata von Ferdinand Tietz (1708 - 1777) in einer dynamischen Bewegtheit, die sich im Faltenwurf in den schönen Rokokoornamenten des Sockels virtuos fortsetzt (um 1760; 15.000 – 18.000 €). Ebenfalls in besonders anmutiger Bewegung sticht die Madonna mit Kind aus dem 18. Jahrhundert von Josef Anton Feuchtmayer (1696 - 1770) ins Auge, sie wird auf 20.000 bis 23.000 Euro geschätzt. Aus der Renaissancezeit ist die Kleine Pieta von Jörg Zürn (1583 – 1635/38), dargestellt auf einem Fels sitzend, das Haupt zum Körper Jesu geneigt, der auf ihrem Schoß ruht (3.000 - 3.400 €).

Aus der Gotik stammen mehrere hochinteressante Werke, darunter Madonnen und eine gotische Pietà. Das Spitzenstück ist eine Madonna aus dem Multscher Kreis um 1450-60 (30.000 – 33.000 €), bzw. eine frühgotische Madonna mit Kind aus dem schwäbischen Raum um 1350 (18.000 - 22.000 €). Von Tilmann Riemenscheider um 1525 stammt eine besonders schöne Madonna mit Kind mit ernstem, verinnerlichtem Gesichtsausdruck (22.000 – 29.000 €).


 

Gotische Hl. Barbara

Im zweiten Teil der Auktion sind ebenfalls hochwertige Skulpturen bedeutender Meister vertreten. So ein fränkischer Christophorus in meisterlicher Qualität um 1490 (40.000 – 55.000 €), und eine große, süddeutsche gotische Madonna mit Kind um 1470/80, die auf 50.000 bis 60.000 Euro geschätzt wird. Aus Ulm ist die wunderschöne gotische Heilige Barbara, in der Hand den Turm, in dem sie ihr eifersüchtiger heidnischer Vater nach der Legende eingesperrt hatte. Auch sie besticht durch ihre äußerst elegante, s-förmige Haltung (20.000 – 22.000 €).

Aus der Donauschule stammen der äußerst prachtvolle Heilige Sebastian, eine meisterliche Arbeit um 1490 (34.000 – 40.000 €), sowie eine museale Madonna mit Kind aus Niederösterreich um 1480 (90.000 - 95.000 €).

 

Renaissance Christus

Weitere ins Auge stechende Werke sind ein Hl. Johannes der Täufer im Fellkleid aus Naturholz (Thüringen, um 1520/30; 12.000 – 14.000 €), ein Kruzifix aus der Hand des Christian Jorhan des Älteren, 18. Jh. (6.000 - 8.000 €), ein Relief, darstellend die Flucht nach Ägypten von Johann Georg Schwanthaler 1760/70 (13.000 - 14.000 €), sowie mehrere schöne Elfenbreinkruzifixe.

Und nicht zuletzt besonders hervorzuheben sind neben Barockengeln und Kleinplastiken aus verschiedenen Jahrhunderten auch die zahlreichen italienischen Skulpturen von hervorragender Qualität, so zum Beispiel einMarmortabernakel aus der Werkstätte Antonello Gaggini um 1500 (40.000 – 45.000 €), ein Marmorrelief einer Madonna mit Kind um 1400 (24.000 – 26.000 €), oder ein Renaissance-Christus am Kreuz aus der Lombardei, 15. Jahrhundert, der in voller Lebensgröße beeindruckt (14.000 – 16.000 €).


  

 

Auktion: SKULPTUREN, 3. Oktober 2006, 14.00 Uhr
Besichtigung: ab 23. September 2006
Ort: PALAIS DOROTHEUM, Wien 1, Dorotheergasse 17
 
Experte: Hans Jörg Erler, Tel. ( +43 1) 515 60-331
Email: antiquitaeten@dorotheum.at
Information &
Katalogbestellung:

Tel. ( +43 1) 515 60-200