Kunsthalle Bremen Vera Molnar

 

 






System und Zufall: Vera Molnar in der Kunsthalle Bremen
23. Mai bis 13. August 2006


Die Grande Dame der Computerkunst erhält den ersten d.velop digital art award [ddaa]



 

Vera Molnar
Viereckstrukturen, 1986
Bildschirm-Fotografie, 2 Variationen, je 9x13 cm
im Besitz der Künstlerin

Sie gilt als eine Pionierin der digitalen Kunst: Vera Molnar nutzte als eine der Ersten den Computer ganz bewusst als künstlerisches Medium. Für ihr Schaffen erhielt sie jetzt ded.velop digital art award [ddaa] 2005. Diese erste große, internationale Auszeichnung im Bereich der digitalen Kunst wird von der d.velop AG (Gescher) gestiftet und nun jährlich vergeben.

Das Digital Art Museum [DAM] in Berlin richtet den Preis aus, die
Kunsthalle Bremen präsentiert die Preisträgerin in einer eigenen Ausstellung. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann.

Nominatoren und Jury waren international besetzt. Paul Brown (London), Anne-Marie Duguet (Paris), Frieder Nake (Bremen), Anne Morgan-Spalter (USA) und Christiane Paul (New York) wählten jeweils einen Künstler. Inke Arns (Dortmund), Andreas Broeckmann (Berlin), Claudia Gianetti (Barcelona), Wulf Herzogenrath (Bremen) und Wolf Lieser (Berlin) bildeten die Jury und vergaben schließlich den Preis an die 82-jährige Vera Molnar.

Höhepunkte der digitalen Kunst: Computerarbeiten von 1968 bis heute
Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury das Lebenswerk der 1924 in Budapest geborenen Künstlerin, die in Paris lebt. Bereits 1959, und damit weit vor den ersten digital hergestellten Bildern, entwickelte Vera Molnar ihre machine imaginaire, mit der sie nach selbst erdachten Algorithmen Bilder schuf: „Ich stellte mir vor, ich hätte einen Computer. Ich entwarf ein Programm, und dann, Schritt für Schritt, realisierte ich einfache, begrenzte Serien, die aber in sich geschlossen waren, also keine einzige
Formkombination ausließen.“ Mit diesem Konzept der machine imaginaire legte Vera Molnar als eine der ersten den Grundstein für eine dezidiert künstlerische Beschäftigung mit dem Computer.

Im Jahr 1968 konnte Vera Molnar dann zum ersten Mal Bilder mit dem Computer realisieren und arbeitet seitdem mit diesem digitalen Medium. In dieser bis heute andauernden Kontinuität stellt das Werk von Vera Molnar einen Höhepunkt der digitalen Kunst dar.

Die rund 80 in der Kunsthalle Bremen ausgestellten Arbeiten beleuchten diese Kontinuität, indem sie den Bogen von 1968 bis ins Jahr 2006 schlagen.
Einige dieser frühesten Computerarbeiten werden in Bremen erstmals gezeigt.

Seit Studientagen gilt Vera Molnars Interesse den ästhetischen Aspekten formaler Strukturen. Ihr Werk stellt damit eine konsequente Weiterentwicklung der konstruktivkonkreten Kunst dar. So stehen auch nur wenige Motive im Zentrum der künstlerischen Analyse, wobei vor allem dem Quadrat eine herausragende Rolle zukommt.

Systematische Analyse, Reduktion und Variation sind zentrale Prinzipien ihrer Arbeit, und deshalb ist der Computer für die Künstlerin ein geeignetes und wichtiges Werkzeug.

Vera Molnar gelingt es einerseits Formvariationen systematisch durchzuspielen, andererseits mittels Zufallsgeneratoren neue Formen zu entdecken: Ordnung und Unordnung sind die Pole der Molnarschen Bildwelt.

Vera Molnar – monotonie, symétrie, surprise
d.velop digital art award [ddaa] 2005
23. Mai bis 13. August 2006

Weitere Informationen:
Verena Münsberg
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T 0421-3290838 – F 0421 3290847 – muensberg@kunsthalle-bremen.de
www.kunsthalle-bremen.de





 

 





Vera Molnar
Viereckstrukturen, 1986
Bildschirm-Fotografie, 2 Variationen, je 9x13 cm
im Besitz der Künstlerin



Vera Molnar
(Un)Ordnungen, 1974
Computergrafik, offene Serie, 2 Variationen, jeweils einziges Exemplar, Druck: je 70 x 70 cm
im Besitz der Künstlerin


Vera Molnar
Hypertransformationen, 1975/76
Computergrafik, +/- 20 x 20 cm
im Besitz der Künstlerin




Programmvorschau:



Bill Viola – Video
16. April bis 25. Juni 2006


Kunstpreisträger der NORD/LB 2005

Bill Viola gehört zu den renommiertesten Videokünstlern unserer Zeit. Die Kunsthalle Bremen zeigt anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der NORD/LB mit den Werken Ascension (2000), einer großformatigen Projektion, Observance (2002), einer auf einem Plasmabildschirm zu sehenden Video-Installation und Anima (2000), einem Triptychon aus LCD–Monitoren eine signifikante Auswahl aus seinem Schaffen.

Große Galerie

Cordula Schmidt – Fotografien
30. Mai bis 9. Juli 2006

Die Kunsthalle Bremen hat durch Erwerbungen im Jahre 1996 und Schenkungen aus dem Nachlass der Bremer Künstlerin Cordula Schmidt (1947-2003) insgesamt 62, meist großformatige Fotografien der Künstlerin erhalten. Dieser Sammlungsbestand – der noch von der Künstlerin selbst ausgewählt worden war – stellt einen Querschnitt durch ihr Werk dar und wird zum größten Teil in der Ausstellung zu sehen sein.

Kupferstichkabinett

Vera Molnar – d.velop digital art award
23. Mai bis 13. August 2006


In Zusammenarbeit mit dem Digital Art Museum [DAM] in Berlin zeigt die Kunsthalle Bremen die erste Preisträgerin des d. velop digital art award [ddaa] Vera Molnar. Die 1924 geborene Künstlerin gilt als Grande Dame der Computerkunst, die seit 1969 konsequent mit dem Computer arbeitet. In der Ausstellung werden sowohl frühe Pionierarbeiten als auch neuere Werke zu sehen sein. Im Mittelpunkt der künstlerischen Analyse von Vera Molnar stehen wenige Motive, dabei kommt dem Quadrat eine herausragende Rolle zu.

Medienräume, Oval

Günther Förg – Fotografien
11. Juni bis 16. Juli 2006


Erstmals seit langer Zeit wird das fotografische Werk Günther Förgs umfassend präsentiert.
Eine Ausstellung des Förderkreises für Gegenwartskunst im Kunstverein in Bremen

Wechselausstellungsräume

Otto Beckmann – frühe Computerkunst
11. Juli bis 3. September 2006


Im Anschluss an die Ausstellungen von Frieder Nake (2004) und Georg Nees (2005) freut sich die Kunsthalle Bremen, mit Otto Beckmann einen weiteren Gründungsvater der digitalen Kunst präsentieren zu können. Der 1908 in Österreich geborene Beckmann zählt zu den ersten Computerkünstlern, die tatsächlich auch bildende Kunst studierten - nicht Mathematik wie Nake und Nees.

Kupferstichkabinett

Intimität der Gefühle
Eugène Carrière zum 100. Todestag
Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung Danielsen, der Kunsthalle Bremen und anderen Sammlungen
30. Juli bis 1. Oktober 2006

Der hundertste Todestag des französischen Künstlers (1849-1906) bietet den Anlass, das Werk dieses heute zu Unrecht nahezu vergessenen Künstlers in einer umfangreichen Ausstellung zu präsentieren. Die rund 40 Gemälde der Ausstellung sind eine großzügige Leihgabe eines privaten Sammlers, während die Druckgraphik aus dem Vermächtnis Dr. H. H. Meiers 1906 an den Kunstverein Bremen stammt, vervollständigt durch Leihgaben deutschsprachiger Kupferstichkabinette.

Wechselausstellungsräume

Wolf Vostell - Graphik
5. September bis 5. November 2006

Kupferstichkabinett / Medienräume, 2. OG

1952: Nach dem Ende – vor dem Anfang
15. Oktober 2006 bis 21. Januar 2007

Das Jahr 1952 markiert eine radikale Wende in Kunst, Musik, Literatur und Film: Rauschenbergs schwarze und weiße Bilder, Becketts En attendant Godot, Fischingers 3-D Stereo Film, Cages 4'33" und Picassos Wandgemälde La Guèrre et la Paix sind nur einige Zeugen des Neuanfangs. Die Ausstellung nimmt ihn zum Anlass für einen synchronen Schnitt durch die Kunstentwicklung in Amerika und Europa.
Eine Ausstellung der Kunsthalle Bremen und ein gemeinsames Projekt von über 20 wissenschaftlich und kulturell orientierten Institutionen in Bremen.

Wechselausstellungsräume

Malte Spohr – Zeichnungen
7. November 2006 bis 28. Januar 2007


Mit Malte Spohr (geb. 1958, lebt in Berlin) stellt die Kunsthalle Bremen einmal mehr einen herausragenden Zeichner der Gegenwart vor. Ausgangspunkt seiner Zeichnungen sind eigene Fotografien von flüchtigen Naturmomenten, die er digital bearbeitet, um sie aus ihrer Abbildlichkeit zu befreien und dann streng konzeptuell in das Medium der Zeichnung zu übersetzen. Malte Spohr schafft Zeichnungen von höchst subtiler Intensität. Zeitlichkeit findet eine Visualisierung.

Kupferstichkabinett

Kurd Alsleben / Antje Eske – Von Computerzeichnungen zu Netzkunstaffairen
21. November 2006 bis 14. Januar 2007

Die ersten analogen Computerzeichnungen überhaupt wurden 1960 von Kurd Alsleben und Cord Passow gemacht. Der 1928 geborene Künstler gehört damit wie Frieder Nake, Georg Nees und Otto Beckmann zu den Gründungvätern der Computerkunst und ist wie letzterer auch ausgebildeter Künstler. Neben frühen Werken Alslebens zeigt die Ausstellung vor allem auch die gemeinsame künstlerische Arbeit mit der 1943 geborenen Antje Eske. Vernetzung und Kommunikation sind zentrale Themen ihrer Kunst.

Medienräume, 2. OG

Alle Angaben unter Vorbehalt!