News Kunsthalle Bremen

 



Monet und Camille in Bremen

Kunsthalle Bremen 15.10.2005 bis 26.02.2006

Die Kunsthalle Bremen zeigt ab Oktober Frauenportraits impressionistischer Maler

PRESSEMITTEILUNG

 

Camille Monet



Das großformatige Portrait einer jungen Frau steht im Mittelpunkt der nächsten Sonderausstellung der Kunsthalle Bremen: »Camille« – Modell, Geliebte und spätere Ehefrau Claude Monets. Um 1866 waren solche großen Frauenportraits ein bevorzugtes Thema ambitionierter junger Maler in Paris. Warum? Das zeigt das Bremer Ausstellungshaus mit »Monet und Camille – Frauenportraits im Impressionismus« vom 15. Oktober 2005 bis zum 26. Februar 2006. Neben 19 Werken Monets sind 20 Frauenportraits von Künstlern wie Renoir, Manet, Corot, Whistler und Degas aus den großen Museen Europas und den USA in Bremen zu sehen.

Niemanden hat Claude Monet (1840-1926) so oft gemalt wie Camille Doncieux, die ihm seit 1865 Modell stand und ihm zwei Söhne schenkte. Die Bremer Ausstellung zeigt Camille in blühenden Gärten, am sommerlichen Strand und auf lichtflirrenden Wiesen. Als sie 1879 im Alter von 32 Jahren starb, malte Monet sie zum letzten Mal: Ein Schleier aus Licht legt sich über das Gesicht der Frau auf dem Totenbett. Seine zweite Ehefrau, Alice Hoschedé, hat Monet nie portraitiert.

 

Camille mit Jean und Kindermädchen im Garten, 1873 Privatsammlung

 

Camille auf dem Totenbett, 1879, Musée d'Orsay Paris



1906 kaufte der in künstlerischen Belangen weitsichtige Direktor Gustav Pauli das lebensgroße Portrait (231 x 151 cm) der 19-jährigen Camille für die Kunsthalle Bremen. Dabei war das Gemälde als Verlegenheitslösung entstanden: Eigentlich wollte Claude Monet 1866 mit einem anderen Bild im Salon, der großen Jahresschau der Pariser Künstler, überzeugen. Das »Frühstück im Grünen« wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig. In angeblich nur vier Tagen malte er stattdessen die »Camille«.

Die Dame in eleganter Robe und ungewöhnlicher Pose erregte Aufsehen. Dabei wirkt das Bild der Camille auf den ersten Blick wenig modern: Monet wählte ein traditionelles Großformat, wie es von Portraits des Adelstandes bekannt war. Zugleich brach er aber mit den Konventionen: Er zeigte Camille in einer bewegten Pose, den Kopf im Halbprofil. Statt üppiger Dekorationen malte er einen dunklen Hintergrund, der die Konzentration des Betrachters auf die Frauenfigur lenkt.

Die Ausstellung in der Bremer Kunsthalle zeigt, dass auch Künstler wie Pierre-Auguste Renoir, Édouard Manet, Jean-Baptiste Corot und James McNeill Whistler die Gattung Frauenportrait übernahmen. Mit ihrer unkonventionellen Sehweise stießen die Maler allerdings bei manchem Geldgeber auf Unverständnis. Dennoch: Um ihr Können zu demonstrieren, entwickelten die Impressionisten ihr Motiv auch ohne Auftrag weiter. Für professionelle Auftragsmaler wie Carolus-Duran und Henri Gervex wurde das großformatige Frauenportrait sogar zu einer lukrativen Einnahmequelle.

 

Camille am Strand von Trouville 1870, Yale University Art Gallery, Sammlung Whitney

Der Dichter Charles Baudelaire forderte 1863: »Malt nicht die Antike, sondern das moderne Leben.« Wie sehr Monet und seine Künstlerkollegen diesem Zeitgeist folgten, ist in der Bremer Ausstellung zu sehen. Drei Originalkleider, zahlreiche Kupferstiche aus zeitgenössischen Modezeitschriften und Fotografien belegen, dass die Impressionisten die populären Medien ihrer Zeit nutzten und Mode zum Thema in der Kunst machten.

 

 

 

Monet, Bildnis der Madame Gaudibert, 1868,Musée d'Orsay, Paris


Das Musée d’Orsay Paris unterstützt die Ausstellung »Monet und Camille« mit einer Reihe herausragender Leihgaben. Große Museen, wie die National Gallery Washington, das Getty Museum Los Angeles und das Guggenheim Museum New York, sind mit Meisterwerken von Renoir, Monet und Manet dabei. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Renaud Donnedieu de Vabres, Minister für Kultur und Kommunikation in Frankreich.

15. Oktober 2005 – 26. Februar 2006
»Monet und Camille – Frauenportraits im Impressionismus«
Kunsthalle Bremen
Am Wall 207, 28195 Bremen
Besucherservice: Telefon ++49 (0)421 3290888, Fax ++49 (0)421 3290847
www.monet-camille.de
service@monet-camille.de

Die Ausstellung wird gefördert von EWE, swb, Metall-Unterweser, Deutsche Post, Kulturstiftung der Länder, Ströer Deutsche Städte Medien, Brauerei Beck & Co, Commerzbank Stiftung. Medienpartner: Weser-Kurier, Radio Bremen, NDR1 Niedersachsen, Hallo Niedersachsen, Financial Times Deutschland. Mit freundlicher Unterstützung der Bremen Marketing GmbH.
 

 

Die Initiatoren der Ausstellung »Monet und Camille«: Dr. Dorothee Hansen,

Kustodin der Kunsthalle Bremen und Direktor Prof. Dr. Wulf Herzogenrath
Foto: Ingo Wagner 

 

Programmvorschau:

Rembrandt zum 400. Geburtstag – Radierungen
12. März bis 28. Mai 2006


2006 jährt sich der Geburtstag Rembrandt Harmensz. van Rijn zum 400. Mal. Aus diesem Anlass zeigt die Kunsthalle Bremen einen Teil der breiten Rem brandt-Sammlung des Kupferstichkabinetts: Aus über 200 Radierungen wird eine Auswahl von etwa 60 Blättern aus allen Lebensphasen und verschiedensten Motivgruppe n zu sehen sein. Die Ausstellung ermöglicht so einen Einblick in das beeindruckende druckgraphische Śuvre des Meisters.

Kupferstichkabinett

40jahrevideokunst.de Teil 1 - Die 60er
25. März bis 21. Mai 2006


Dieses nationale Projekt wagt einen Kanon: Kunsthalle Bremen, ZKM in Karlsruhe, K21 in Düsseldorf, Städtisches Kunstmuseum Leipzig und Städtische Galerie im Lenbachhaus München zeigen die wichtigsten Videobänder seit 1963. Zusätzlich stellt die Kunsthalle mit Videoskulpturen u.a. von Beuys, Vostell, Gerstner und Paik die Anfänge der Videokunst vor.
www.40jahrevideokunst.de
Mit freundliche Unterstützung der Bremer Landesbank

Wechselausstellungsräume

Bill Viola – Video
16. April bis 25. Juni 2006


Kunstpreisträger der NORD/LB 2005

Bill Viola gehört zu den renommiertesten Videokünstlern unserer Zeit. Die Kunsthalle Bremen zeigt anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der NORD/LB mit den Werken Ascension (2000), einer großformatigen Projektion, Observance (2002), einer auf einem Plasmabildschirm zu sehenden Video-Installation und Anima (2000), einem Triptychon aus LCD–Monitoren eine signifikante Auswahl aus seinem Schaffen.

Große Galerie

Cordula Schmidt – Fotografien
30. Mai bis 9. Juli 2006

Die Kunsthalle Bremen hat durch Erwerbungen im Jahre 1996 und Schenkungen aus dem Nachlass der Bremer Künstlerin Cordula Schmidt (1947-2003) insgesamt 62, meist großformatige Fotografien der Künstlerin erhalten. Dieser Sammlungsbestand – der noch von der Künstlerin selbst ausgewählt worden war – stellt einen Querschnitt durch ihr Werk dar und wird zum größten Teil in der Ausstellung zu sehen sein.

Kupferstichkabinett

Vera Molnar – d.velop digital art award
23. Mai bis 13. August 2006


In Zusammenarbeit mit dem Digital Art Museum [DAM] in Berlin zeigt die Kunsthalle Bremen die erste Preisträgerin des d. velop digital art award [ddaa] Vera Molnar. Die 1924 geborene Künstlerin gilt als Grande Dame der Computerkunst, die seit 1969 konsequent mit dem Computer arbeitet. In der Ausstellung werden sowohl frühe Pionierarbeiten als auch neuere Werke zu sehen sein. Im Mittelpunkt der künstlerischen Analyse von Vera Molnar stehen wenige Motive, dabei kommt dem Quadrat eine herausragende Rolle zu.

Medienräume, Oval

Günther Förg – Fotografien
11. Juni bis 16. Juli 2006


Erstmals seit langer Zeit wird das fotografische Werk Günther Förgs umfassend präsentiert.
Eine Ausstellung des Förderkreises für Gegenwartskunst im Kunstverein in Bremen

Wechselausstellungsräume

Otto Beckmann – frühe Computerkunst
11. Juli bis 3. September 2006


Im Anschluss an die Ausstellungen von Frieder Nake (2004) und Georg Nees (2005) freut sich die Kunsthalle Bremen, mit Otto Beckmann einen weiteren Gründungsvater der digitalen Kunst präsentieren zu können. Der 1908 in Österreich geborene Beckmann zählt zu den ersten Computerkünstlern, die tatsächlich auch bildende Kunst studierten - nicht Mathematik wie Nake und Nees.

Kupferstichkabinett

Intimität der Gefühle
Eugène Carrière zum 100. Todestag
Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung Danielsen, der Kunsthalle Bremen und anderen Sammlungen
30. Juli bis 1. Oktober 2006

Der hundertste Todestag des französischen Künstlers (1849-1906) bietet den Anlass, das Werk dieses heute zu Unrecht nahezu vergessenen Künstlers in einer umfangreichen Ausstellung zu präsentieren. Die rund 40 Gemälde der Ausstellung sind eine großzügige Leihgabe eines privaten Sammlers, während die Druckgraphik aus dem Vermächtnis Dr. H. H. Meiers 1906 an den Kunstverein Bremen stammt, vervollständigt durch Leihgaben deutschsprachiger Kupferstichkabinette.

Wechselausstellungsräume

Wolf Vostell - Graphik
5. September bis 5. November 2006

Kupferstichkabinett / Medienräume, 2. OG

1952: Nach dem Ende – vor dem Anfang
15. Oktober 2006 bis 21. Januar 2007

Das Jahr 1952 markiert eine radikale Wende in Kunst, Musik, Literatur und Film: Rauschenbergs schwarze und weiße Bilder, Becketts En attendant Godot, Fischingers 3-D Stereo Film, Cages 4'33" und Picassos Wandgemälde La Guèrre et la Paix sind nur einige Zeugen des Neuanfangs. Die Ausstellung nimmt ihn zum Anlass für einen synchronen Schnitt durch die Kunstentwicklung in Amerika und Europa.
Eine Ausstellung der Kunsthalle Bremen und ein gemeinsames Projekt von über 20 wissenschaftlich und kulturell orientierten Institutionen in Bremen.

Wechselausstellungsräume

Malte Spohr – Zeichnungen
7. November 2006 bis 28. Januar 2007


Mit Malte Spohr (geb. 1958, lebt in Berlin) stellt die Kunsthalle Bremen einmal mehr einen herausragenden Zeichner der Gegenwart vor. Ausgangspunkt seiner Zeichnungen sind eigene Fotografien von flüchtigen Naturmomenten, die er digital bearbeitet, um sie aus ihrer Abbildlichkeit zu befreien und dann streng konzeptuell in das Medium der Zeichnung zu übersetzen. Malte Spohr schafft Zeichnungen von höchst subtiler Intensität. Zeitlichkeit findet eine Visualisierung.

Kupferstichkabinett

Kurd Alsleben / Antje Eske – Von Computerzeichnungen zu Netzkunstaffairen
21. November 2006 bis 14. Januar 2007

Die ersten analogen Computerzeichnungen überhaupt wurden 1960 von Kurd Alsleben und Cord Passow gemacht. Der 1928 geborene Künstler gehört damit wie Frieder Nake, Georg Nees und Otto Beckmann zu den Gründungvätern der Computerkunst und ist wie letzterer auch ausgebildeter Künstler. Neben frühen Werken Alslebens zeigt die Ausstellung vor allem auch die gemeinsame künstlerische Arbeit mit der 1943 geborenen Antje Eske. Vernetzung und Kommunikation sind zentrale Themen ihrer Kunst.

Medienräume, 2. OG

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