Julius Exter (1863-1939)
Noch bis– 18. März 2007
Historisches Museum der Pfalz Speyer
In Verbindung mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
Kontakt:
Historisches Museum
der Pfalz
Domplatz
D-67346 Speyer
Fon 06232 13 25 0
Fax 06232 13 25 40
Julius Exter (1863-1939)
Die Ausstellung
Leuchtende Farben, breite Pinselspuren und facettenreiche Landschaften – so empfangen die vielschichtigen Gemälde des Ludwigshafener Malers Julius Exter den Betrachter. Erstmals
widmet sich eine Ausstellung dem Gesamtwerk Exters, der zu den vielseitigsten deutschen Künstlern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zählt.
Julius Exter, am 20. September 1863 als Sohn einer pfälzischen Kaufmannsfamilie in Ludwigshafen geboren, zog es nach dem Besuch des Großherzoglichen Gymnasiums in Mannheim zum Studium an die Königliche Akademie der Bildenden Künste in München.
Typisch für die frühen Arbeiten Exters sind Szenen der Münchner Genremalerei, gleichzeitig zeigt sich bereits sein Interesse für die Freilichtmalerei. Schon bald entwickelte sich Exter zu
einem der führenden Maler der Münchener Prinzregentenzeit.
Der Pfälzer Maler nahm die vielfältigen impressionistischen, symbolistischen und expressionistischen Strömungen der Malerei der Jahrhundertwende in seine Arbeit auf und leistete durch seinen freien, abstrahierenden Stil einen wichtigen eigenständigen Beitrag.

Julius Exter (1863 – 1939), Porträt Juliet Melms, geborene
Brown (1869 – 1943), in ganzer Figur, datiert 1903,
Mischtechnik auf Leinwand, Höhe 201,5 cm, Breite 118,5 cm
© Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und
Seen, München (BSV)

selbstbildnis
(Quelle:www.herren-chiemsee.de/deutsch/a_schloss/exter.htm]
Seine glänzende Karriere wurde jäh durch den Ersten Weltkrieg beendet: Exters florierende Malschule in Feldwies am Chiemsee geriet in eine schwere Krise und musste 1916 geschlossen werden. Fortan lebte er sehr zurückgezogen. Doch gerade in dieser schwierigen Lebensphase entstanden Bilder, die zu den Höhepunkten der süddeutschen Malerei am Beginn der Moderne gehören. Am 16. Oktober 1939 starb Exter in Feldwies. Seine Tochter stiftete seinen Nachlass dem bayerischen Staat.
Das Historische Museum der Pfalz Speyer präsentiert in Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (BSV) einen Überblick über das in der
Pfalz bislang unbekannte Gesamtwerk des „Farbenfürsten“ Julius Exter. Zum ersten Mal werden in einer Ausstellung Bildnisse, figürliche Kompositionen und wichtige großformatige
Triptychen gemeinsam gezeigt.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Frau Staatsministerin Doris Ahnen, Rheinland-Pfalz und Herrn Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, Bayerischer Minister der Finanzen.
Die Ausstellung wird großzügig unterstützt von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, das Begleitbuch vom Rotary Club Ludwigshafen am Rhein.
Zur Ausstellung ist im Museumsshop das 176-seitige Begleitbuch „Julius Exter (1863-
1939)“ zum Preis von 19,80 Euro erhältlich.
Julius Exter (1863 – 1939), „Sommerabend“, in Feldwies, o. J.,
um 1925 – 1930, Mischtechnik auf Leinwand, Höhe 65,5 cm,
Breite 75,5 cm
© Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und
Seen, München (BSV)

Julius Exter (1863 – 1939), "Weiblicher Akt“. Modell in halber
Figur mit gestrecktem linken Arm, o. J., um 1910 – 1915,
Mischtechnik auf Pappe, Höhe 29 cm, Breite 23,5 cm
© Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und
Seen, München (BSV)
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Julius Exter (1863-1939)
Veranstaltungen
Vorträge
15. Februar 2007, 19 Uhr
Vortrag: „Julius Exter: ‚Farbenfürst’ oder ‚Spinatmaler’? Karikaturen und Parodien auf die Münchner Pleinarmalerei um 1890“
Julie Kennedy M.A.
1. März 2007, 19 Uhr
Vortrag: „Landschaft und Akt im Freien. Julius Exter am Chiemsee“
Dr. Elmar D. Schmid
Führungen
14. Januar 2007, 15 Uhr
28. Januar 2007, 15 Uhr
25. Februar 2007, 15 Uhr
11. März 2007, 15 Uhr
„Julius Exter, der ‚Lausbub’ der Künstlergesellschaft“
Lernen Sie einen ehemaligen Studienkollegen (alias Kristian Körver) des „Farbenfürsten“ Julius Exter kennen und gewinnen Sie spannende Einblicke in das Leben eines Künstlers an
der Wende zum 20. Jahrhundert.
Diese Führung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
25. Januar 2007, 19 Uhr
„München leuchtete – der Pfälzer Farbenfürst Julius Exter im München der Jahrhundertwende“
Führung durch die Ausstellung mit dem renommierten Kunsthistoriker Clemens Jöckle,
anschließend Weinprobe der Winzergenossenschaft Herxheim im Museum.
Verbindliche Anmeldung bitte bis zum 18. Januar 2007.
Infoline und Anmeldung: 06232 62 02 22
Rundgang durch die Ausstellung
In sechs Raumbereichen nimmt das Historische Museum der Pfalz Speyer seine Besucher mit auf eine spannende Reise durch Leben und Werk des „Farbenfürsten“ Julius Exter.
Gleich zu Beginn der Ausstellung vermitteln zwei Wandtexte den Besuchern die wichtigsten Ereignisse aus dem Leben Julius Exters. Außerdem begegnen die Besucher dem Künstler auf
einer großformatigen zeitgenössischen Fotografie aus dem Jahr 1910/11. Exter präsentiert sich dem Betrachter hier in seinem Atelier in Feldwies am Chiemsee. Eher informell gekleidet
und mit einer Pfeife in der Hand, zeigt er sich als exzentrische Künstlerpersönlichkeit, die sich bereits von akademischen Zwängen befreit hat.
Ebenfalls zur Einführung haben die Besucher die Möglichkeit, zwei kurze Filme des Bayerischen Rundfunks über Leben und Werk Julius Exters anzuschauen.
Der zweite und der dritte Raumbereich zeigen die großartige Bandbreite des Schaffens Exters während der Jahre seiner ersten Erfolge als freischaffender Künstler bis zur Eröffnung
seiner Malschule. Hier versammeln sich Gemälde Exters mit Märchen- und religiösen Motiven, großformatige Portraits sowie Genreszenen und frühe Akte in freier Natur. Die Besucher können hier den Ausbruch Exters aus den Zwängen der an der Kunstakademie tradierten Kunstbegriffe nachvollziehen. Der Umbruch der Kunst um die Wende zum 20. Jahrhundert mit neuen Ideen, Motiven und Maltechniken – von denen die Gründung der
Münchner Secession 1892 nur ein Höhepunkt ist – spiegelt sich deutlich in den Werken Exters aus dieser Zeit.
Eine „Ruheinsel“ mit Anklang an ein Münchner Künstlercafé um die Wende zum 20. Jahrhundert lädt die Besucher zum Verweilen und Blättern in den Nachdrucken zeitgenössischer Zeitschriften ein.
Highlights in diesem Teil der Ausstellung:
· Der linke Flügel des Polyptychons „Das Tanzlegendchen“ (nach einer Novelle von Gottfried Keller) wird nach vollständiger Restaurierung erstmals gezeigt.
· Das Triptychon „Der verzauberte Wald“ zeigt auf dem linken Flügel einen Bauernburschen, der in den Wald hineinruft und damit weibliche Spukgestalten beschwört, die ihn letztlich ins Verderben stürzen werden. Dieses Triptychon voller dämonischer Natursymbolik wurde in seinem Entstehungsjahr 1898 im Münchner
Kunstverein gezeigt und sorgte damals für Diskussionsstoff.
· Das 1884 oder 1885 entstandene Porträt eines japanischen Studienkollegen Exters namens Naojiro Harada wird in dieser Ausstellung erstmals in einem getreu dem Original neu angefertigten Rahmen präsentiert. Dieses Gemälde ist eines der ganz wenigen Porträts eines Japaners (in traditionell japanischer Kleidung) durch einen westlichen Maler. Seine „Wiederentdeckung“ durch den Heidelberger Japanologie- Professor Wolfgang Schamoni im Jahr 1980 in Japan war eine Sensation.
Im vierten und fünften Raumbereich tauchen die Besucher in die farbenprächtige Welt der Kunstwerke Exters ein, die in Verbindung mit seiner 1890 gegründeten, europaweit bekannten Malschule in der Umgebung des Chiemsees geschaffen wurden. Im Zusammenhang mit dieser Malschule entstanden Landschaftsstudien und zahlreiche weibliche Akte in freier Natur. Dabei sind Mensch und Natur in Exters Akten in geschmeidigen
Pinselstrichen eng miteinander verbunden. Die „Befreiung der Farben“, kombiniert mit einer zunehmenden Vereinfachung der Formen, tritt in dieser Schaffensphase immer deutlicher in
den Vordergrund. Sie ist bei Julius Exter nicht nur ein künstlerisches Anliegen, sondern auch ein maltechnisches. Schon seit längerem experimentiert er mit Farben und Maltechniken und
stellt seine Farben selbst her. Dies zeigt ganz plastisch das um 1909 entstandene Gemälde „Ein Farbschüler als Farbenreiber“.
Doch auch der Porträtmalerei bleibt Exter eng verbunden, wie einige sensible Porträts seiner Tochter Judith („Der gelbe Schal“, „Judith nähend auf einem Kahn“) sowie seiner Malschülerinnen („Drei Malerinnen“, „Der blaue Schleier“) veranschaulichen.
Einige der leuchtendsten Gemälde Exters halten das in den 1920er und 1930er Jahren in Mode gekommene Strandleben am Chiemsee fest. Der unverwechselbare Exter-Stil kommt in den in diesen Raumbereichen versammelten Werken deutlich zum Ausdruck.
Auch hier lädt eine Sitzinsel die Besucher zum Verweilen ein. Im Gegensatz zum „Künstlercafé“ sitzen die Besucher nun „im Grünen“ gleichsam unter freiem Himmel.
Der letzte Raumbereich spiegelt die Atmosphäre in Exters Haus in Übersee am Chiemsee wider. Hier befinden sich einige Malwerkzeuge aus der Zeit um 1900 sowie Beispiele aus
Exters Spätwerk. Auch wenn Julius Exter den Schritt zur abstrakten Malerei nie vollzogen hat, lösen sich doch die klaren Linien in seinen Gemälden immer stärker auf. Seine Motive
findet der Künstler vorzugsweise in der Landschaft rund um den Chiemsee und im Bauerngarten bei seinem Haus.
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
24. Dezember 2006 10 bis 16 Uhr
31. Dezember 2006 10 bis 14 Uhr
1. Januar 2007 10 bis 18 Uhr
Rosenmontag 10 bis 18 Uhr
Während der Weihnachtsferien in Rheinland-Pfalz
(27.12.2006 – 5.1.2007) ist das Museum auch montags
geöffnet.
Eintritt für „ Julius Exter regulär 8 €
incl. der Sammlungsaus- ermäßigt 6 €
stellungen“
Workshops - bis 16 Kinder 65 € plus 3 € pro Kind
- 17 bis 32 Kinder 75 € plus 3 € pro Kind
Ausstellungsbüro Telefon 06232 62 02 22
und Führungen Telefax 06232 62 02 23
Internet www.museum.speyer.de
www.kindermuseum.speyer.de
E-Mail info@museum.speyer.de
Wiss. Konzeption und Projektleitung Wolfgang Leitmeyer, Elmar D. Schmid (BSV)
Ausstellungskoordination Isabella Blank
Ausstellungsgestaltung Wolfgang Leitmeyer, Isabella Blank
Programm
des Jungen Museums Almut Neef
Begleitbuch Zur Ausstellung erscheint ein 176-seitiges Begleitbuch
zum Preis von 19, 80 €
Medien- und Dr. Elke Jahnke: 06232