
Schmetterlingsbrosche 1906 von Feuillatre
Jugendstil
1890/95-1910/15
Der Jugendstil ist eine kunsthistorische Epoche um die Jahrhundertwende des 19. zum 20. Jahrhundert.
So wie das 19. Jahrhundert unter dem Zeichen der Nachahmungen historischer Stile stand, wurden mit dem Übergang in ein neues Jahrhundert Forderungen nach neuen Formen und Stilen laut.
Der Jugendstil, die belle epoque, war in puncto Mode und Schmuck jedenfalls einer Schönheit zugetan, der Schönheit des Weibes, das sie zum Idol erhob.
Wenn sich Schmuck und Juwelierkunst ohne Zögern mit dem Art'Nouveau verbündeten, so deshalb, weil ihre Techniken in der Lage sind, jegliche Phantasie zu materialisieren und sich jeder neuen Formansprache anzupassen. Außerdem dient der Schmuck ausschließlich der Schönheit und Befriedigung der Eitelkeit, die ja von jeher Hand in Hand mit der Mode geht.
Aus Tradition und Berufung sollte Paris der Juwelierkunst das Non-plus-ultra des Modischen, des Kostbaren und des Raffinierten schenken. Von Anfang an bewies René Lalique, französischer Goldschmied und Glaskünstler (1860-1945)ein Höchstmaß an Esprit, Einfallsreichtum, Geschmack und kreativer Fruchtbarkeit.
Das Erlebnis der Natur als Spenderin eines unerschöpflichen Motivschatzes führte ihn zur Erneuerung des Schmuckstils, den er sowohl der Mode, wie auch den Formansprachen der übrigen dekorativen Künste anpasste.
Für ihn war das Schmuckstück vor allem die Entwicklung eines Motivs und dessen technisch perfekte Interpretation durch das verwendete Material.

Lalique, emaillierte Brosche um 1900
Der edle Stein wurde nicht mehr um seiner selbst willen präsentiert, als Demonstration seiner schieren Unerschwinglichkeit, wurden bislang verachtete Halbedelsteine oder Mineralien ohne großen Pretiosenwert vermehrt verwendet, wobei Design und handwerkliche Ausführungen , sowie die Originalität des Sujet in den Vordergrund rückten. Vorlagen und Inspiration bot die Natur selbst.
Es wurde so ziemlich alles, was da kreucht und fleucht, Käfer, Schmetterlinge, Schnecken und Frösche zu Anhängern , Kämmen, Armschmuck.
Zierkämme

In dieser Zeit entwickelte sich übrigens auch der Jagdschmuck, bei dem z.B. Hirschzähne, so genannte Grandln anstatt Edelsteinen in Schmuck verarbeitet wurden.

Brustschmuck
Zwei Pfauen, entstanden 1901 von Georges Fouquet
Gold, Email, Diamanten, Perlen und als Mittelpungkt ein Aventurin.
heute Mio schwer

Blumen als Haarzierde- Kamm "Hortensie"1902 aus Horn, Opalen, Kristallglas, Gold und Email stammt von Lalique.
Statt Brillianten verwendete er Halbedelsteine.

Goldarmreif 1890 von Falize

Diadem mit Aquamarinsteinen 1910 von George Fouquet

Brosche in Form einer "Geflügelten Seeschlange" 1902 von George Fouquet
Die Tiffany Kunst kommt in volle Blüte
Mode:
Um 1900 wurden die Alltagskleider einfacher. Taille und Hüfte bleiben schmal und schlank, die Schultern wurden jedoch durch Volants weitgehend betont. Über den Kleidern werden Pelerinen getragen.
Das Abendkleid um die Jahrhundertwende war noch weich und fließend und hatte ein relativ großes Dekolleté, das ebenso wie die Ärmel mit Spitzen besetzt war. Dazu wurden große Fächer aus Straußenfedern getragen sowie schwere Atlasröcke kombiniert mit Spitzen und Tüll.
Quelle: art Nouveau, champigneulle, somogy Paris für Bertelsmannm Buch Nr. 1168-4

Herrentaschenuhr "Apollo" 1870-1880

Gürtelschnalle aus 2 springenden Löwinnen 1900-1908 Entwurf des Juweliers Frédéric Boucheron

Camille Clifford, 1904

"Mrs Ronnie Greville" von E.-A. Carolus-Duran, 1891
1912
Modebilder freundlicherweise von Fa. Reine des Centfeuilles
zur Verfügung gestellt