JOHAN GRIMONPREZ - LOOKING FOR ALFRED
Pinakothek der Moderne München
KUNST | GRAPHIK | ARCHITEKTUR | DESIGN
Die neue Sammlung Pinakothek der Moderne
Barerstrasse 40 - 80333 München
JOHAN GRIMONPREZ - LOOKING FOR ALFRED
Retrospektive 1992-2007
Eröffnung: 09.05.2007, 19.00
Laufzeit der Ausstellung: 10.05.-19.08.2007
Der belgische Medienkünstler Johan Grimonprez (* 1962) erlangte
internationale Bekanntheit mit seiner Videocollage »Dial H-I-S-T-O-RY «, die 1997 auf der Documenta X in Kassel uraufgeführt wurde. Der rund einstündige Film erzählt die Geschichte der
Flugzeugentführungen der 1970er Jahre in einem atemberaubenden Recycling vorgefundener Bilder aus Nachrichtensendungen, Hollywoodfilmen, Animationen, Werbeclips. Realität und Fiktion vermischen sich und erzählen wiederum neue Geschichten. Grimonprez – Kind der ersten Fernsehgeneration – stellt auf diese Weise Historie völlig neu dar: als multiperspektiv, fragmentarisch und manipulativ.
Ron Burrage, Hitchcock Look-alike, »Looking for Alfred«, Johan Grimonprez, 2004
Photo: Theo Volpatti | courtesy of Zapomatik
»Looking for Alfred« (film still), Johan Grimonprez, 2004
courtesy of Zapomatik / Film & Video Umbrella
Wie »Dial H-I-S-T-O-R-Y« ist auch Grimonprez’ neuestes und längst noch nicht abgeschlossenes Projekt »Looking for Alfred« ein Spiel mit Simulationen und Täuschungen. Den Ausgangspunkt bildet die Figur des Filmregisseurs Alfred Hitchcock sowie dessen legendäre Gastauftritte in seinen eigenen Filmen. Unzählige Hitchcock- Doppelgänger inszenieren ein rätselhaftes Verwirrspiel, in dem es Regenschirme regnet und Vogelschwärme Düsteres ahnen lassen. Das Vorstellbare behauptet, wahr zu sein, das Reale erscheint unwahrscheinlich. Die Hommage an Hitchcock, den »Master of Suspense«, erweist gleichermaßen ihre Reverenz an die Bildwelten des surrealistischen Malers René Magritte – und damit an einen der zentralen Schwerpunkte der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne.
»Looking for Alfred« besteht aus einer zweiteiligen Filminstallation
sowie Hunderten von Handzeichnungen, Collagen und Fotografien. Der Werkkomplex konnte mit Unterstützung der Theo Wormland Stiftung für die Pinakothek der Moderne angekauft werden und wird nun in einem ersten musealen Überblick über Grimonprez’ bemerkenswerte künstlerische Entwicklung der letzten 15 Jahre vorgestellt.
»Looking for Alfred« (film still), Johan Grimonprez, 2004
courtesy of Zapomatik / Film & Video Umbrella
Dial H-I-S-T-O-R-Y, 1997
Photo: Johan Grimonprez and Rony Vissers
Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Theo Wormland Stiftung | die Wormland Unternehmen und zusätzlich gefördert durch das
Kulturministerium der Flämischen Gemeinschaft, Brüssel.
Anlässlich der Ausstellung erscheint das Künstlerbuch
Johan Grimonprez – Looking for Alfred hrsg. v. Film and Video Umbrella, HatjeCantz Verlag, Pinakothek der Moderne und Zapomatik, mit Beiträgen von Patricia Allmer, Jorge L.
Borges, Chris Darke, Thomas Elsaesser, Tom McCarthy, Jeff Noon,
Slavoj Žižek ISBN 978–37757-2008-3 | Preis im Museum: 35 Euro
Gleichzeitig wird die Ausstellung »Otto Freundlich – Bilder einer sozialen Utopie« eröffnet.
Führungen
MI 06.06. | 15.00
DO 10.05. | 18.30
DO 14.06. | 18.00
Junges Palais
SA 06.05. | 15.00-17.00
PINAKOTHEK BACKSTAGE | LOOKING FOR ALFRED
Noch vor der Eröffnung der Ausstellung des belgischen Künstlers
Johan Grimonprez besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit Kurator
Bernhart Schwenk den Aufbau der Videoinstallation mitzuerleben.