Johann Gottfried Schadow

Die Zeichnungen

Präsentation des soeben erschienenen Werkverzeichnisses
mit Vorstellung eines neu erworbenen Schadow-Porträts

Pressegespräch am Freitag, 17. Februar 2006, 12.30 Uhr,
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte

Erstmals wird das umfangreiche und vielseitige zeichnerische Werk eines Künstlers in einem Œuvrekatalog vorgelegt, den man bisher nur als Bildhauer und Begründer der Berliner Bildhauerschule kannte. Als leidenschaftlicher und hochtalentierter Zeichner interessierte sich Johann Gottfried Schadow (1764-1850) für die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Ereignisse seiner Zeit; nüchtern-sachlich oder satirisch kommentierte er sie mit Stift und Feder. Das Spektrum seiner Themen ist weit gefächert und umfaßt Zeichnungen nach antiker Skulptur, Tier-, Akt- und Bewegungsstudien, Porträts seiner Zeitgenossen, Entwürfe zu Grab- und Denkmälern sowie Karikaturen. Vor allem aber beschäftigte sich Schadow mit der Physiognomie, dem Körperbau und Wachstum des Menschen vom Säugling bis zum Greis. Seine Ergebnisse veröffentlichte er 1834 und 1835 in den Mappenwerken Polyclet und Nationalphysionomieen.

 


In den über 2.200 nachweisbaren Zeichnungen wird ein Lebenswerk sichtbar, das die Zeit vom ausgehenden Rokoko über Klassizismus und Biedermeier auf einzigartige Weise widerspiegelt und sogar den Realismus eines Adolf Menzel vorwegzunehmen scheint. Johann Gottfried Schadow war der ehemals königlich-preußischen Akademie ab 1788 – als Lehrer der Bildhauerklasse, Vizedirektor und Direktor – ein halbes Jahrhundert in leitenden Funktionen verbunden.

Als Eigentümerin von über 1.200 Schadow Zeichnungen hat die Akademie der Künste ein Forschungsprojekt zur Erstellung des Œuvre-Verzeichnisses initiiert und unter Leitung des Akademiemitglieds Prof. Dr. Werner Hofmann durchgeführt. Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die dreibändige Werkausgabe wurde vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft und der Akademie der Künste unter der Federführung von Prof. Rüdiger Becksmann herausgegeben und durch zahlreiche Geldgeber ermöglicht.

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Johann Gottfried Schadow (* 20. Mai 1764 in Berlin; † 27. Januar 1850 in Berlin) war ein preußischer Bildhauer und Grafiker.

1815 bis 1850 Direktor der Berliner Akademie der Künste.

Wegbereiter des Klassizismus in Preußen.

Zu seinen berühmten Werken gehören die Quadriga mit Siegesgöttin auf dem Brandenburger Tor (1789-94), eine Statue Friedrichs des Großen und die Marmorgruppe der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen 1795-97, Berlin).

Staatsgalerie Stuttgart- grafische Sammlung

Johann Gottfried Schadow (1764 - 1850)
»Königin Luise von Preußen«

1802, Kreide, Bleistift, auf rohweißem Papier, auf olivgrünes Papier aufgezogen, 31,2 x 24,8 cm,Inv.Nr. C 62/1037

Nach seiner Rückkehr aus Rom 1787, wo er Canova kennen gelernt hatte, begann die steile Karriere des Bildhauers Schadow in Berlin, die ihn vom Leiter der Hofbildhauerwerkstatt 1788 bis zum Direktor der Akademie der Künste führte. Schadows reiche Produktion an Marmorskulpturen aller klassischen Genres für die verschiedensten Auftraggeber machten ihn zum berühmtesten Bildhauer des deutschen Klassizismus.

Seine Nähe zum preußischen Herrscherhaus spiegelt unsere Porträtzeichnung der Königin Luise. Luise von Mecklenburg-Strelitz (Hannover 1776-1810 Schloss Hohenzieritz) heiratete 1793 Kronprinz Friedrich Wilhelm (III.) von Preußen und wurde Mutter von 10 Kindern. Unmittelbar vor dem Modell gezeichnetes Porträt. Der seitenverkehrte Abdruck der Zeichnung wurde auf fol. 45 im Familien-Album der Schadows eingefügt.

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www.smb.spk-berlin.de

Johann Gottfried Schadow (1764-1850) hat mit seinen Skulpturen die Kunst der Antike in die „Moderne" des Klassizismus des frühen 19. Jahrhunderts getragen. In beeindruckender Selbstverständlichkeit steht die Doppelstatue der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen (1797) in der Tradition der antiken Plastik und ist doch zugleich ein lebensnahes Porträt. So wird die unmittelbare Nachbarschaft der Alten Nationalgalerie zur Antikensammlung zum Ausdruck der lebendigen Auseinandersetzung mit dem Altertum und der Einbindung der Antike in einen universalen Kunstbegriff.

Museumsinsel Berlin

Kunsthalle Bremen Sammlung

Gottfried Schadow
1764 - Berlin - 1850

Büste Frau von Reibnitz, 1800
Marmor
58 x 32 x 24 cm
Bez. auf der Rückseite: G. Schadow. fecit. / 1800.
Prov.: Slg. Frau von Wrochem, Hirschberg/Schlesien; Slg. Hans Heinrich Noebel, Bonn
Geschenk Hermann Marwede 1954
Inv. Nr. 380-1954/4

 

Bildindex hier

 

Bilder (c)Akademie der Künste

Johann Gottfried Schadow
Bildnis der Marianne Schadow,
um 1800

 

Johann Gottfried Schadow
Ganzfigur der Muse Thalia, um 180

1/02


 

Johann Gottfried Schadow
Kopf der Muse Thalia, um 1801/02

 

Johann Gottfried Schadow
Bernsteindrechsler Feinholtz aus Polangen mit Sohn, 1824

 

 

Wilhelm Schadow
Bildnis des Vaters Johann Gottfried Schadow, 1819
Öl auf Leinwand
Erworben mit Mitteln der Ernst von Siemens Kunststiftung

Johann Gottfried Schadow
Sitzende junge Frau mit Federhut, um 1833

Schadow Gesellschaft

Schadow bei wikipedia

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