< Jörg Immendorff >

Biographie über Jörg Immendorff


Der Maler, Grafiker und Bildhauer Jörg Immendorff zählt zu den bedeutensten deutschen Künstlern der heutigen Zeit. Er wurde am 14. Juni 1945 in der Nähe von Lüneburg, genauer in Bleckede, geboren und verstarb am 28. Mai 2007 in Düsseldorf. Immendorff wurde als Sohn einer Sekretärin und eines Offiziers geboren. Im Alter von elf Jahren musste dieser die Scheidung seiner Eltern miterleben, welches er als einschneidenste Erlebnis seiner Kindheit bezeichnete. Er war Schüler im Internat des Ernst-Kalkuhl-Gymnasium in Bonn. in den 60er Jahren studierte Jörg Immendorff anfangs Bühnenbild und später Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Das Fach Bühnenbild studierte er bei Teo Otto und Kunst bei Joseph Beuys. 1965 lernte er Chris Reinecke kennen und gründete mit ihr das Projekt "LIDL". Jörg Immendorff war für seine neodadaistischen und provokanten Aktionen bekannt. Dieser führten im Jahr 1969 auch schließlich zum Verweis der Kunstakademie Düsseldorf.

 

Schon während seiner Studienzeit hat sich Immendorff in der Außerparlamentarischen Opposition politisch engagiert. Ebenfalls wurde er Mitglied bei der KPD/AO, für diese gestaltete er außerdem grafisch die Flugblätter. Für nahestehende Organisationen der Partei wie zum Beispiel Liga gegen den Imperialismus, Vereinigung Sozialistischer Kulturschaffender oder Nationales Vietnam Komitee engagierte Jörg ImmendorffJörg Immendorff sich ebenfalls. Immendorff arbeitete ab 1968 als Kunstlehrer, unter anderem 10 Jahre (1971 - 1981) an der Dumont-Lindemann-Hauptschule in Düsseldorf. Danach widmete er seine volle Aufmerksamkeit der freien Kunst. Er begann schon früh damit, gegenständliche Bilder zu malen, was bei anderen Künstlern in der Nachkriegszeit eher selten war. Die Bilder hatten immer einen politsch und gesellschaftskritischen Inhalt. Im Jahre 1972 nahm er an der documenta 5 in Kassel mit einer Auswahl seiner Bilder teil. An der Biennale von Venedig nahm Immendorff 1976 teil. Ebenso wurde er zu einem Vertreter der neuen Historienmalerei. Auf der Biennale von Venedig verteilte er einen Text, wo er sich für internationalen Austausch von Künstlern und gegen das System der DDR protestierte.

 

Ebenfalls im Jahre 1976 lerne Jörg Immendorff den in der DDR lebenden, aber dort auch verpönten Künstler A.R. Penck kennen. Die beiden arbeiteten in den nächsten Jahren gemeinsam und hatten die deutsch-deutsche Frage immer als Thema. Einen großen Bekanntheitsgrad erhielt Immendorff durch 16 großformatige Bilder, die insgesamt den Titel "Café Deutschland" trugen. Die Bilder sind sehr figurenreich und spielen sich in einem Raum ab, der bühnenartig wirkt. Bei der documenta 7 trat Immendorf im Jahre 1982 auf. Im Jahre 1984 eröffnete dieser eine Bar in Hamburg-St. Pauli, wo er auch eine Hans-Albers-Plastik schuf. Anschließend war er Gastdozent an den Kölner Werkschulen. Schließlich wurde er 1996 Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Jörg Immendorff starb am 28. Mai 2007 an der Nervenkrankheit ALS, an der er seit 10 Jahren litt. Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter sowie einen Sohn aus einer früheren Beziehung.