Pressemeldung Vom 03.11.2006
Teuerstes Bild der Welt - Allzeitrekordpreis bezahlt
NEW YORK laut (dpa) Ein Gemälde des amerikanischen Künstlers Jackson Pollock (1912-1956) hat auf dem Kunstmarkt den Rekordpreis von 140 Millionen Dollar (109,6 Millionen Euro) erzielt. Der Film- und Musikproduzent David Geffen verkaufte einem Bericht der "New York Times" vom Donnerstag zufolge das Tropf- Bild mit dem Titel "No. 5, 1948" des amerikanischen Expressionisten an einen anonymen Sammler. Es ist die höchste Summe, die bisher weltweit jemals für ein Gemälde gezahlt wurde. Die Tageszeitung "Die Welt" vermutet, dass David Martínez, ein Finanzmagnat aus Mexico, der seit einiger Zeit massiv amerikanische Nachkriegskunst sammelt, der Erwerber ist.
Das Nachsehen hätte im Fall des Rekord-Erlöses der Großerbe Ronald S. Lauder. Der führte bislang die Dollar-Charts beim Kunstkauf an. Für Gustav Klimts Porträt "Adele Bloch Bauer" hatte er im Juni 135 Millionen Dollar bezahlt.
dan/AFP/dpa
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Zur Erinnerung!
Portrait des Künstlers, 1951
© Arnold Newman/ Liaison Agency/ Getty Images
Ausstellung Deutsche Guggenheim
No Limits, Just Edges:
Jackson Pollock - Malerei auf Papier
29.01. - 10.04.2005
Unter dem Titel No Limits, Just Edges: Jackson Pollock – Malerei auf Papier präsentierte das Deutsche Guggenheim in Berlin vom 29. Januar bis 10. April 2005 eine in Europa nahezu unbekannte Seite des amerikanischen Malers und abstrakten Expressionisten: Pollocks zeichnerisches Werk. Mit einer retrospektiven Auswahl von circa 50 Papierarbeiten aus internationalen Sammlungen beleuchtet die Ausstellung die wichtigsten Schaffensphasen des Künstlers und dokumentiert seine zeichnerische Entwicklung von gegenständlichen, stark europäisch geprägten Anfängen bis hin zu den abstrakten Kompositionen der späteren Jahre.
Während seines kurzen, aber außergewöhnlichen künstlerischen Werdegangs hat Pollock rund siebenhundert Arbeiten auf Papier in unterschiedlichen, traditionellen Techniken geschaffen - Bleistift, Tusche, Aquarell, Gouache und Collage -, und später auch in gegossener Emailfarbe. Als er im November 1943 seine erste Einzelausstellung in der Daylight Gallery von Peggy Guggenheims Galerie Art of This Century bestritt, entschied sich der Künstler dafür, sowohl Gemälde als auch Zeichnungen zu zeigen. Diese Wahl mochte zum Teil auf praktischen Erwägungen beruht haben, da kleinere Werke rascher und leichter zu verkaufen waren. Hauptmotivation war jedoch Pollocks Überzeugung, dass seine Gemälde auf Leinwand und seine Werke auf Papier als Ausdruck seiner künstlerischen Intention gleichermaßen Beachtung verdienten. Seit dieser Ausstellung beinhaltete mindestens die Hälfte seiner Einzelpräsentationen zu Lebzeiten eine annähernd gleiche Anzahl von Gemälden und Papierarbeiten.
Die stilistische Entwicklung von Pollocks Zeichnungen entspricht grundsätzlich der seiner Gemälde. Sie lassen sich in vier Kategorien einteilen. Die erste, von ca. 1935 bis 1941 zu datierende Gruppe ist durch figurative Elemente wie menschliche Gestalten und Fantasiewesen gekennzeichnet. Sie umfasst drei komplette Skizzenbücher, die nach dem Tod des Künstlers auftauchten, und ein Konvolut von Zeichnungen, die zumeist mit der psychoanalytischen Behandlung in Verbindung stehen, der sich der Künstler unterzogen hatte, um seine Alkoholsucht zu überwinden. Die zweite eingrenzbare Gruppe bildet ein Korpus stilistisch bereits ausgereifter Werke, der zwischen 1942 und 1947 entstanden ist und zeitlich ungefähr Pollocks Verbindung mit Peggy Guggenheims Galerie Art of This Century entspricht. Diese Papierarbeiten zeichnen sich durch eine exzentrisch-skurrile Ikonographie aus, die der Künstler unter anderem als Reaktion auf die Einflüsse des Surrealismus entwickelt hatte. Aus mythischen Motiven, kalligrafischen Zeichen und einer vibrierenden, intensiven Farbpalette schuf Pollock emotional aufgeladene Gemälde und Grafiken, die das figurative Sujet beibehalten, dabei jedoch gleichzeitig die abstrakten Eigenschaften von Umgebung und Bildraum hervorheben.
Die aus dieser Verschmelzung von Abstraktion und Figuration hervorgegangene dritte Gruppe dokumentiert Pollocks künstlerischen und persönlichen Durchbruch. Sie ist in der intensiven Schaffensperiode zwischen der zweiten Hälfte des Jahres 1947 und 1950 entstanden und zeigt reine Abstraktion. Mit ihr löste sich Pollock nicht nur von der traditionellen figurativen Darstellung und Thematik, sondern wandte auch den gebräuchlichen Zeichen- und Malutensilien den Rücken zu. Statt mit Stift oder Pinsel direkt auf den unterschiedlichen Malgründen zu arbeiten, tropfte, schüttete und spritzte Pollock die Farbe nun aus einer gewissen Entfernung oberhalb der am Boden ausgebreiteten Bildfläche auf das Papier oder die Leinwand. Diese Drip-Techniken waren zwar nicht unbedingt seine eigene Erfindung, doch bleiben sie untrennbar mit seinem Namen verbunden, da er sie zu neuen Extremen vorantrieb.
Die vierte und letzte Stilgruppe charakterisiert eine weitere Verfeinerung der Tropftechnik. Die Zeichnungen sind zwar stilistisch noch auf Pollocks Gemälde aus dieser Zeit bezogen, doch während frühere Zeichnungen eine deutliche Verbindung zu größeren Leinwandformaten aufwiesen, sind diese späteren Beispiele unübersehbar Experimente, die den Auftrag flüssiger Medien auf poröses Papier erkunden. Ebenso wie die zwischen 1950 und 1952 vollendeten Leinwände zeigen diese Zeichnungen einen offenen, lichten Grund, durchsetzt mit lyrischen Kompositionen kalligrafischer Formen. In den letzten vier Lebensjahren Pollocks – er kam am 11. August 1956 bei einem Autounfall ums Leben – entstehen kaum noch Zeichnungen und entsprechend auch nur wenige Gemälde.
No Limits, Just Edges: Jackson Pollock – Malerei auf Papier wurde von Susan Davidson, Curator des Guggenheim Museum New York, kuratiert. Ausstellungs-begleitend erscheint ein gebundener Katalog in Deutsch oder Englisch mit einem Essay der Kuratorin sowie weiteren Beiträgen von David Anfam und Margaret Holben Ellis zum Preis von € 34.
Als Edition No. 30 des Deutsche Guggenheim entstand Jackson Pollock’s Pens and Papers, 2005, in einer limitierten Auflage von 350 Exemplaren, davon 50 als Vorzugsausgabe. Die Edition ist zum Preis von € 85, die Vorzugsausgabe im Schaukoffer für ca. € 240 exklusiv im MuseumsShop erhältlich.
Der Film Pollock
Regie:
Ed Harris
über das Leben eines umstrittenen Malers
USA 2000 119 Minuten
Inhalt:
Der manische Künstler Jackson Pollock hat Probleme, sich seiner Umwelt anzupassen. Viele Galeristen halten seinen Stil, der als ACTION-PAINTING Kunstgeschichte schreiben wird, für Schmiererei. Doch die Malerin Lee Krasner entdeckt sein Genie, fördert ihn mit Liebe: Pollock lernt, seine Fähigkeiten bewusst einzusetzen. Doch der Ruhm ist zweischneidig - ein Balanceakt zwischen Alkoholexzessen, Selbstzweifeln und künstlerischen Erfolgen. Auch seine Geliebte kann Pollocks tragisches Ende nicht verhindern.
"Von Zeit zu Zeit muss es einen Maler geben, der die Malerei zerstört. Cézanne tat dies. Picasso tat es mit dem Kubismus. Und schließlich tat es Pollock. Er hat unsere Vorstellung vom Bild radikal über den Haufen geworfen. Danach konnte es wieder neue Bilder geben."
(Willem de Kooning, 1956)
Paul Jackson Pollock
geb.28. Januar 1912 in Cody, Wyoming; † 11. August 1956 in Springs-East Hampton, New York
Er wurde bekannt mit seiner von ihm mitbegründeten Stilrichtung des Action Painting.
In seinen abstrakt expressionistischen Bildern wollte er durch Kontraste den Widerspruch zwischen Körper und Seele verdeutlichen.
Biografie hier
Pollock in der Sammlung Frieder Burda
Quelle
Jackson Pollock
The Tea Cup
1946
102 x 70,5 cm
Öl auf Leinwand
signiert und datiert rechts unten
Bibliographie:
* Pollock, Jackson: My Paintings, Possibilities, No. 1, Winter 1947-1948, 1948, S. 79
* Art From Southampton Collections (Katalog), Southhampton 1973, Nr. 120
* O`Connor, Fancis V.: Jackson Pollock, S. 40
* Six American Painters (Katalog), New York 1977, Farbabb.
* Abstract Expressionism, the Formative Years (Katalog), New York 1978, Nr. 113, Abb. Nr. 103
* Connor, Francis V. u. Thaw, Eugene V.: Jackson Pollock: A Catalogue Raisonne of Paintings, Drawings and Other Works, Volume one: Paintings 1930-1947, S. 142. Nr. 150, Abb. 22
* Krasner/Pollock: A Working Relationship (Katalog), New York 1981, Nr. 78
* Naifeh, Steven u. Smith, Gregory White: Jackson Pollock,New York 1989, S. 517, 520, 543, 544, 640, 725, Abb.
* Artforum 3/92, Abb. S. 72
* Jackson Pollock (Katalog), The Museum of Modern Art, New York 1998, Nr. 107, Abb. S. 211
* Expressiv! (Katalog), Fondation Beyeler, Ostfildern-Ruit 2003, Abb. S. 141
* Emmerling, Leonhard: Jackson Pollock, Köln 2003, S. 60, Abb. S. 50
* Sammlung Frieder Burda (Katalog der Eröffnungsausstellung), Ostfildern-Ruit 2004, Nr. 14, Abb. S. 40
* NEW YORK, NEW YORK, Fifty years of art, architecture, film, music and video (Katalog), Grimaldi Forum Monaco, 2006, Kat. Nr. 41, Abb. S. 107
Ausstellungen:
* Jackson Pollock; Peggy Guggenheim`s Art of This Century, New York; 1947
* Art from Southampton Collections; Parrish Art Museum, Southampton; 1973
* Twentieth Century Masters; Robert Elkon Gallery, New York; 1973
* Six American Painters; Robert Elkon Gallery, New York; 1977
* Abstract Expressionism, the Formative Years; Whitney Museum of American Art, New York; 1978
* Krasner/Pollock: A Working Relationship; Grey Art Gallery, New York; 1981
* Jackson Pollock: A Retrospective; Museum of Modern Art, New York, 1998/99
* Jackson Pollock: A Retrospective; Tate Gallery, London; 1999
* Expressiv!; Fondation Beyeler, Basel; 2003
* Eröffnungsausstellung, Sammlung Frieder Burda, Baden-Baden, 2004/05
* Bilderwechsel III - Amerikanische Malerei, Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 2005/06
Jackson Pollock
Composition No. 16
1948
56,5 x 39,5 cm
Öl auf Leinwand
bezeichnet unten Mitte ´Jackson Pollock 48´