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Friedensreich Hundertwasser, geboren 1928 in Wien als
Friedrich Stowasser, ist eine
der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart.
(1949 änderte er seinen Namen in Friedensreich
Hundertwasser. In der Folgezeit fügte er noch zwei weitere
Namen hinzu und nannte sich schließlich Friedensreich
Regentag Dunkelbunt Hundertwasser. )
>>Gestik, Auftreten, Sprache; Handeln, Argumentation und
Malen bilden eine Einheit, in der jedes nicht ohne das
andere erfassbar ist...<<(H.Schuldt)
Der Wiener Jugendstil, aber auch Paul Klee waren
bestimmend für den österreichischen Maler, der nach kurzer
Studienzeit an der Wiener Akademie bald zu einer sehr
eigenständigen Bildsprache fand, dekorative, spiralförmige
oder labyrinthisch angelegte Farbklänge.
Um die Person dieses Künstlers hat sich ein Mythos
gebildet, der nicht zuletzt auf eine effektvolle
Selbstdarstellung zurückzuführen ist, die jedoch nichts
Artifizielles an sich hat, sondern die Bestandteil einer
überzeugenden Künstlerpersönlichkeit ist.
In seinen buntfarbigen Bildern vereinigt er
Gegenständliches und Abstraktes zu dekorativen Ensembles.
Hundertwasser
wurde nicht müde, gegen die "gerade Linie", seiner Meinung
nach das "Werkzeug des Teufels", anzukämpfen. An die Stelle
der Linie setzte er die Spirale, die schon früh in seinen
Zeichnung auftaucht und zu einem Markenzeichen wird.
Mit 24 Jahren hatte Hundertwasser seine erste eigene
Ausstellung. Immer mehr beschäftigte er sich nicht nur mit
der Malerei, sondern zunehmend auch mit der Architektur. In
der Öffentlichkeit und in Manifesten klagte er die
Sterilität der moderneren Architektur an. Er bezeichnet die
Architekten als Verbrecher, da sie mit ihrer Architektur
nicht die menschlichen Bedürfnisse berücksichtigten, sondern
zur Anonymisierung der Bewohner beitragen.
Für Hundertwasser ist die Wohnung die "dritte Haut" des
Menschen, neben der eigentlichen ersten Haut und der
Kleidung, die er als zweite Haut bezeichnet. Und in seiner
Haut soll sich der Mensch wohl fühlen.
1972 veröffentlicht der Künstler das Manifest zum
"Fensterrecht".
Demnach solle jeder Mieter das Recht haben, den
Fassadenbereich um seine Fenster selbst zu gestalten, soweit
wie er ihn herauslehnend erreichen kann.
Friedensreich Hundertwasser gestaltete im Sinne seiner
Vorstellung von Architekturvorstellung Autobahnraststätten,
Fabriken und Einkaufszentren um. Dabei ist für Hundertwasser
die Einbindung der Natur unumgänglich. Dächer und Terrassen
seiner Häuser sind begrünt. Auf allen Ebenen werden Bäume
gepflanzt. Alle Böden und waagerechten Flächen gehören nach
Meinung von Hundertwasser der Natur. So kann man viele
seiner Gebäude aus der Vogelperspektive kaum erkennen, da
die Dächer und Terrassen komplett bepflanzt sind. Die
Fassaden der Häuser Hundertwassers sind oft so bemalt wie
sein Bilder. Es gibt viele geschwungene Kurven, wenig
Gerades und viele herrlich leuchtende und bunte Farben.
Was Hundertwasser so bekannt und populär gemacht hat, ist
nicht nur seine künstlerische Leistung, sondern sein
bemerkenswerter Individualismus und seine medienwirksame
Persönlichkeit.
Er starb im Jahr 2000
Auszüge aus:Literatur: Tanja Littwin / Susanne Seitz:
Begegnung mit Kunstwerken (3./4. Kl.) pb-verlag Puchheim
1997
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