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Herzog & de Meuron. No. 250. Eine Ausstellung

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12. Mai bis zum 30. Juli

Herzog & de Meuron. No. 250. Eine Ausstellung


Eine Ausstellung von Schaulager Basel und Herzog & de Meuron, für die Präsentation in München angepasst von Haus der Kunst und Herzog & de Meuron. Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 und zeitgleich mit der dritten Architekturwoche.

"No. 250" ist die Projektnummer der Ausstellung im Werkverzeichnis von Herzog & de Meuron.

Die Arbeit von Herzog & de Meuron ist in München seit mehr als einem Jahrzehnt gut bekannt. 1992 eröffnete die Sammlung Goetz, eine Galerie für eine Privatsammlung zeitgenössischer Kunst, gefolgt von dem Wohn- und Geschäftshaus in der Herrnstraße, den Fünf Höfen, einem Innenstadtprojekt für München und der Allianz Arena, dem neuen Fußballstadion für München. 1991 stellten Herzog & de Meuron im Münchner Kunstverein aus ("Architektur von Herzog & de Meuron"). Inzwischen gehören die Basler Architekten zu den gefragtesten weltweit.


Marktplatz


Das Interesse der Architekten richtet sich nicht darauf, mit der Ausstellung das Geleistete, die abgeschlossenen Projekte und fertigen Gebäude zu präsentieren. Vielmehr konzentrieren sich Herzog & de Meuron auf die Wege und Umwege, auf den gedanklichen Prozess hinter dem fertig Gebauten. Jedes abgeschlossene Projekt ist das Ergebnis eines aufwändigen Entwurfsprozesses, von dem Formexperimente, Skizzen, Modelle, Mock-Ups und Materialproben, wundersame Gegenstände und nicht identifizierbare Findlinge als sinnliche Spuren zurückbleiben. Diese Spuren - bald banale Objekte, bald ausgefeilte Modelle und ganz uneinheitlich in Material und Technik - geben Auskunft über Versuche der Formfindung, über räumliche Recherchen, Material- und Oberflächenexperimente im Zusammenhang mit einem bestimmten Projekt. Sie zeigen, wie Herzog & de Meuron auf geologische Besonderheiten, auf kulturelle oder städtebauliche Vorgaben reagieren, wie aus der Vielzahl der Überlegungen allmählich eine kontextbezogene Strategie entsteht und sich das anfänglich breite Spektrum an Optionen schließlich zu einer konkreten Lösung verengt.

Die Spuren sind auf etwa 100 Tischen mit bedruckten Papierbahnen ausgebreitet. Die Objektcodes der Beschriftungen setzen sich aus Projektnummer_Objektnummer sowie einem Buchstabenkürzel für die Objektgattung zusammen: MO steht für Model, MU für Mock-Up, SA für Sample, SK für Sketch und PH für Photograph. Der Blick in die Werkstatt und das Archiv der Architekten, der auf diese Weise ermöglicht wird, reicht von Großprojekten der Gegenwart zurück bis zu den Anfängen: Die frühesten Projekte stammen aus dem Jahr 1979; damals war das gemeinsame Büro von Jacques Herzog und Pierre de Meuron, mit dem eine seit der Kindheit bestehende Freundschaft in eine auch berufliche Beziehung mündete, erst ein Jahr alt.

Die Objekte auf den Tischinseln treten ohne den Anspruch auf eine künstlerische Aura auf, sind aber von einer eigenen und oft überraschenden Schönheit. In ihnen wird die Haltung des architektonischen Schaffens von Herzog & de Meuron, und damit verbunden auch die Ausstrahlung und Verführungskraft der fertigen Projekte, am ehesten fassbar und verständlich.

Kooperationen


Seit Jahren arbeiten Herzog & de Meuron mit Künstlern wie Thomas Ruff, Ai Weiwei und Rémy Zaugg zusammen. Weniger von Sachzwängen eingeschränkt als ein Architekt, kann ein Künstler konsequenter vorgehen und radikalere Lösungen finden; deshalb sind diese Kooperationen für Herzog & de Meuron von großem Reiz. Es geht dabei weder um nachträgliche Kunst am Bau, noch um pragmatische Konsenssuche, sondern darum, neue und unerwartete Bilder zu finden.

Die Zusammenarbeit mit Rémy Zaugg beispielsweise hat sich über viele Jahre bewährt und dauerte bis zu dessen Tod im vergangenen Jahr. Von Rémy Zaugg stammt das Farbkonzept für die Büroeingänge der Fünf Höfe in München, das aus Orientierungsplänen, Wort-Bildern in den Büroeingängen, auf Bodenplatten und an den Außenfassaden besteht. Rémy Zaugg wird in der Ausstellung mit einer Hommage und einem eigenen Raum gewürdigt.

Projektionen und andere Blicke


Mittels ausgewählter künstlerischer Arbeiten versucht die Ausstellung, die immaterielle Wirkung der fertigen Gebäude anschaulich zu machen.

Die Fotografien von Thomas Ruff erhalten ebenfalls einen eigenen Raum. Aus den frühen Aufnahmen von Sammlung Goetz, München, Lagerhaus Ricola, Laufen und Signal Box, Basel spricht das Anliegen des Fotografen, Tiefe in Flächen und Linien zu verwandeln. Ruff ist weniger an Raumtiefe interessiert als daran, dass die Fläche gut im Bild sitzt oder zwei Linien gut zueinander stehen.

Die Videoarbeit von Ai Weiwei aus dem Jahr 2003 wird in Zusammenhang mit den städtebaulichen Projekten in China gezeigt. Die 153-stündige Kamerafahrt durch sämtliche Straßen von Beijing vermittelt ein atmosphärisches Bild der Stadt, in der das Stadion entsteht. Auch Zilla Leutenegger nähert sich der Architektur mit bewegten Bildern. Ihre Videoinstallation "Laban" (2004) erfasst das Tanzzentrum in London in seinem Dialog mit dem Leben, den Menschen und dem Ort. Die vor Ort entstandenen Aufnahmen werden auf das gleiche verspiegelte Glas wie an der Fassade rückprojiziert.

Allianz Arena


Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Allianz Arena.
Mit einer einfachen technischen Konstruktion wollen Herzog & de Meuron für die Dauer der Ausstellung den Original-Schriftzug der Allianz Arena auf dem Haus der Kunst installieren. Wie die Fragmente, die in der Ausstellung den Schaffensprozess dokumentieren, ist der Schriftzug ein Überrest, eine Erinnerung an die Arena.

Michael Wesely hat von der Arena von Februar 2003 bis Mai 2005 eine Langzeitbelichtung in Großformat geschaffen. Auch eine neue Arbeit von Thomas Ruff hat die Allianz Arena zum Thema. Dabei besteht die künstlerische Strategie im Informationsentzug: Wenn der Betrachter nahe an das aus handflächengroßen Pixeln bestehende Großformat herantritt, löst es sich in ein abstraktes Gebilde auf.

Durch das Source Book - Papierbahnen mit Hunderten von Abbildungen - wird die Konzeption, Entwicklung und Ausführung des Fußballstadions nachvollziehbar. Zusammengenommen ergeben all diese Informationen und Fotos von Situationen, Schauplätzen oder Dokumenten einen Bilderfluss, der den Verlauf des Projekts spiegelt, ohne einzelne Details oder Etappen besonders hervorzuheben. Das Source Book enthält wie ein Arsenal sämtliche Bilddokumente, die im Zusammenhang mit einem Projekt entstehen.

Zeichnungen


Zeichnen ist ein Medium, das dem Denkprozess sehr nahe liegt. Es war daher in den Anfangszeiten, als es noch darum ging, eine eigene Sprache zu finden, ein wichtiges Instrument. Charakteristisch für die frühen Zeichnungen ist die Annäherung an das Problem, sein suchendes Umkreisen, das Finden und Verwerfen und erneute Finden von Lösungen und schließlich das Abbrechen der Serie. In den letzten Jahren hat sich der Arbeitsprozess von Herzog & de Meuron verändert. Das Zeichnen hat an Wichtigkeit abgenommen. Heute entstehen die Zeichnungen unmittelbar am Arbeitsplatz und im Gespräch mit dem Projektteam. Sie geben eine mögliche Richtung an und haben eher den Status von Regieanweisungen.

Partner der Ausstellung ist die Allianz AG Hommage an Rémy Zaugg mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia Rahmenprogramm Talks & Tours mit freundlicher Unterstützung der Allianz Kulturstiftung

 

 


 

 

Vorschau

Konstantin Grcic Industrial Design. On / off 16.03. - 09.07.06


Herzog & de Meuron. No. 250. Eine Ausstellung
Herzog & de Meuron. No. 250. An Exhibition
12.05. - 30.07.06


Frans Post (1612-1680)
Maler des Verlorenen Paradieses

Painter of Paradises Lost
02.06. - 17.09.06


Ein Blick für das Volk. Die Kunst für Alle
A View for the People - Art for Everyone

Bazon Brock. Lustmarsch durchs Theoriegelände
14.06. - 03.09.06

Amrita Sher-Gil. Eine indische Künstlerfamilie im 20.Jahrhundert
Amrita Sher-Gil. An indian artist familiy in the 20th century

Oktober 2006 -Januar 2007


 

 
 


 

 

 

 

 

 

 

 

Goetz Collection,
Gallery for a Private Collection of Modern Art
© Margherita Spiluttini

 

 

 

 

Herrnstrasse Commercial and Apartment Building
© Margherita Spiluttini

 

 

 

 

Fünf Höfe,
Five Courtyards for the Munich City Centre
© Herzog & de Meuron

 

 

 

Allianz Arena,
Soccer Stadium for Munich
Munich-Fröttmaning, Germany
© Duccio Malagamba

Firmenprofil – Überblick
Das Architekturbüro Herzog & de Meuron wurde 1978 gemeinsam von Jacques Herzog und Pierre de Meuron gegründet. Als weitere Partner kamen Harry Gugger (1991) und Christine Binswanger (1994), gefolgt von Robert Hösl und Ascan Mergenthaler (beide 2004) hinzu. Die Firma mit Stammsitz in Basel beschäftigt weltweit rund 180 Mitarbeiter mit Niederlassungen in London, München, San Francisco, Barcelona und Peking.
Neben zahlreichen Auszeichnungen wurden Jacques Herzog und Pierre de Meuron 2001 mit dem Pritzker Architecture Prize für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Im Oktober 2003 erhielten sie für das Laban Dance Centre in London (2003) den RIBA Stirling Prize.
Erste internationale Aufmerksamkeit erhielten Herzog & de Meuron mit dem Blauen Haus in Oberwil (1980), dem Steinhaus in Tavole, Italien (1988) und dem Wohnhaus entlang einer Scheidemauer in Basel (1988). Der internationale Durchbruch gelang dem Büro mit dem Lagerhaus Ricola in Laufen (1987) und dem Stellwerk auf dem Wolf in Basel (1994).


Die Sammlung Goetz, eine Privatsammlung für zeitgenössische Kunst in München (1992),
stellte den Beginn einer Reihe von Museumsbauten dar; es folgten das Museum Küppersmühle für die Sammlung Grothe in Düsseldorf (1999) und die Tate Modern in London (2000). Mit der Dominus Winery in Yountville, Kalifornien (1998) wurde ein erstes
Gebäude in den USA realisiert. In zahlreichen Projekten haben Herzog & de Meuron mit
internationalen Künstlern zusammengearbeitet, so u.a. mit Thomas Ruff (Bibliothek der Fachhochschule Eberswalde 1999) oder mit Rémy Zaugg (Roche Pharma-Forschungsgebäude in Basel 2000 sowie Fünf Höfe, ein Innenstadtprojekt für München mit
Restaurants, Läden und Büros 2003).
Seit 2003 wurden folgende internationale Projekte fertiggestellt: Prada Aoyama Epicenter, Prada's neuer Flagship store in Tokio (2003); das Forum 2004 in Barcelona (2004); die neue Bibliothek, das IKZM BTU Cottbus (Februar 2005); die Erweiterung des Walker Art Center in Minneapolis (April 2005); die Allianz Arena, das neue Fußballstadion für München
(Mai 2005) und das de Young Museum in San Francisco (Eröffnung 15. Oktober 2005).


Zu den laufenden Projekten zählen unter anderen: die Erweiterung des Caixa Forum in Madrid (geplante Fertigstellung 2006) und die Neugestaltung des Hafens von Santa Cruz de Tenerife (Ausführung 2005-2009).
Nach dem Fußballstadion St. Jakob Park in Basel (EM 2008) und der Allianz Arena für die beiden Münchner Clubs FC Bayern München und TSV 1860 (FIFA World Cup Juni 2006) realisieren Herzog & de Meuron seit 2003 ihr derzeit größtes Projekt im Bau, das
Nationalstadium in Peking, Austragungsort der Olympischen Spiele 2008 in China
(geplante Fertigstellung 2007).


Werke von Herzog & de Meuron waren bereits oft Bestandteil von Ausstellungen und Publikationen. 2004 präsentierte das Schaulager Basel eine monografische Ausstellung:
Herzog & de Meuron. No. 250. An Exhibition. Sie ist vom 12. Mai bis 30. Juli 2006 in
erweiterter Form im Haus der Kunst zu sehen.

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