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Biographie von Günther Uecker

Der 1930 in Mecklenburg geborene Künstler, Günther Uecker, wurde vor allem mit seinen Nagelbildern und übernagelten Gebrauchsgegenständen bekannt. Nach seiner Übersiedlung in den Westen setzte er sein in Wismar und Berlin begonnenes Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Otto Pankok fort. 1957 entstanden seine ersten Nagelbilder. Diese zu verschiedenen Reliefs angeordneten Nagelungen erreichten eine kontemplative Dimension. Als Ursache für die Wahl dieser künstlerischen Mittel sieht Günther Uecker sowohl seine einfachen Kindheit in Mecklenburg, als auch sein Bestreben die negativen Visionen der informellen Kunst nach dem 2. Weltkrieg zu überwinden.

Durch die Wahl von ursprünglichen Materialien und Alltagsgegenständen als Bedeutungsträger seiner Kunst, begründete er eine neue, unbelastete Bildsprache. Wichtigen Einfluss auf seine Arbeit hatte sein Beitritt zur Künstlergruppe Zero, neben Hans Mack und Otto Piene. Mit lichtkinetischen Objekten verfolgte diese Gruppe das gemeinsame Anliegen einer Stunde Null, die nach den düsteren Tendenzen der Nachkriegskunst mit hoffnungsvollen, neuen Ideen, Raum und Licht thematisiert. Durch weiße Übermahlung seiner Bildtafeln und Nägel verdeutlichte
Günther Uecker lichtkinetische Effekte als Schattenwirkungen bei unterschiedlichem Lichteifall. Heute ist er ein deutscher Künstler von Weltrang. Nach seiner Beteiligung zur Bienale in Venedig, 1970, war er von 1974- 1995 Professor an der Kunsthochschule in Düsseldorf.

Neben Nagelbildern entstanden unter anderem Prägegraphiken verschiedener Gegenstände und Anordnungen von Nägeln, sowie Objekte, in denen er sein Anliegen weiter formulierte. Seine Aesthetik der kraftschöpfenden Stille, die auch als Spur einer Handlung oder Metapher für die leidgeprüfte menschliche Existenz gelesen werden kann, fand besondere Anerkennung im asiatischen Raum, wo eine reduzierte Bildsprache kulturell verwurzelt ist.