GIJS BAKKER AND JEWELRY

Pinakothek der Moderne München

 

KUNST | GRAPHIK | ARCHITEKTUR | DESIGN

Die neue Sammlung Pinakothek der Moderne

Barerstrasse 40 - 80333 München

 

GIJS BAKKER AND JEWELRY


Ausstellungsdauer: 10.03. - 20.05.07
»I Don't Wear Jewels, I Drive Them«. So nannte der niederländische Produktdesigner Gijs Bakker (*1942) eine seiner Broschen-Serien und machte sich damit über die oft liebesähnliche Beziehung mancher Männer zu ihren Autos lustig. Nicht weniger ironisch thematisiert er in seinen »Holysport«-Broschen den religiösen Charakter des Fußballs. Der weltberühmte Mitbegründer von Droog Design erweist sich mit diesen späteren, aber auch vielen seiner Arbeiten der 60er bis 80er Jahre als einer der Avantgardisten der Schmuckgestaltung in der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts. Innovativ ist Bakker auch in der Wahl seiner Materialien und Techniken. So verwendet er ungewöhnliche Stoffe wie Aluminium, Plastik, Holz, Blumen und Blattgold und kombiniert z.B. mit PVC laminierte Fotografien mit Edelsteinen und Metallen.
Von 1958 bis 1962 studierte er Gold- und Silberschmiedekunst am
Amsterdamer Instituut voor Kunstnijverheid (heute Rietveld Akademie) und begann seit etwa Mitte der sechziger Jahre zusammen mit seiner Frau Emmy van Leersum (1930-1984) neue Wege im Schmuck zu erarbeiten.

 

Halsschmuck + Armreif | 1967
© Gijs Bakker


Die »Swinging Sixties« brachten ihm den Durchbruch: Für die jungen Frauen der Zeit wurden Bakkers geometrisch abstrakte Schmuckstücke ein modisches »Muss«. In den 70er und 80er Jahren erlangen die Entwürfe Bakkers dann eine völlig neue Qualität: Der so genannte Profilschmuck für Fritz Maierhofer oder für seine 1984 verstorbene Frau Emmy van Leersum sind untrennbar mit dem Träger verbunden und betonen dessen Einzigartigkeit, indem sie sich diesem genau anpassen.
Die späteren Werke kommentieren oft kritisch, aber auch augenzwinkernd Umwelt und Mitmenschen.

Kopfschmuck | Profilschmuck für Emmy van Leersum, 1974
© Gijs Bakker

Halschmuck | Schulterstück-Halskragen, 1967
© Gijs Bakker

Dem Thema Autorenschmuck widmet sich Die Neue Sammlung – das Staatliche Museum für angewandte Kunst in München – seit längerem intensiv und hat ihm einen großen, permanenten Ausstellungsbereich eingeräumt: die »Danner-Rotunde« in der Pinakothek der Moderne. Vor diesem Hintergrund findet nun im 2.OG der großen Rotunde die Beschäftigung mit einem der Umstürzler der sechziger Jahre statt. Die Ausstellung in Kooperation mit dem Stedelijk Museum s’Hertogenbosch,
Niederlande, bietet Einblicke in das, die herkömmlichen Grenzen der freien und angewandten Künste negierende Oeuvre von Gijs Bakker.

Collier | Tautropfen, 1982
© Gijs Bakker

Eine Ausstellung der Neuen Sammlung in Kooperation mit SM´s –
Stedelijk Museum ’s-Hertogenbosch Publikation zur Ausstellung: Yvonne Joris/Ida van Zijl, Gijs Bakker and Jewelry. 272 Seiten mit 491 meist farbigen Abbildungen. Text englisch/niederländisch. Design: Anthon Beeke. 49,80 Euro


Collier | Roastbeef-Collier, 1990
© Gijs Bakker

 

Brosche | Cellini With Ball, Serie: Holysport, 1998© GIJS BAKKER


Brosche | Ferrari Dino 206 SP 1966, Serie: I Don¿t Wear Jewels, I Drive Them, 2001
© GIJS BAKKER

 

 

Collier: Pforzheim 1780 | 1985
© Gijs Bakker

Collier: Gerbera Collier | 1985
© Gijs Bakker

Ring: Jedermann's Freund | 1994
© Gijs Bakker

Armreif: Shot 6 (2 shots) | 1998
© Gijs Bakker