EUROPÄISCHE WEIHNACHTSKRIPPEN AUS DREI JAHRHUNDERTEN
Freiraum
MKG Hamburg
EUROPÄISCHE WEIHNACHTSKRIPPEN AUS DREI JAHRHUNDERTEN
Freiraum
26. November 2006 bis 7. Januar 2007
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Stiftung öffentlichen Rechts
Steintorplatz
20099 Hamburg
Telefon: (040) 428 134 - 27 32
Telefax: (040) 428 134 - 28 34
E-Mail: service@mkg-hamburg.de
Internet: www.mkg-hamburg.de
Anbetung der Hirten im orientalischen Stil
Elfenbein, Sizilien um 1800
Von Kasten-, Landschafts- und modernen Krippen über Chromolithographien bis hin zum Fatschlkindl (Wickelkind mit fest eingebundenen Armen) zeigt eine einmalige Schau ganz verschiedene Krippentypen aus 20 europäischen Regionen. Alle Exponate stammen aus Privatbesitz. In einer Krippe wird die Stadt Landshut – Sitz der Organisatoren Verkehrsverein Landshut und Pfarrei St. Martin - präsent sein: Der Verein Tradition und Brauchtum stiftet eine Krippe mit lebensgroßen Figuren in der Tracht der Region und der Kulisse der Stadt.

Papierkrippe, Chromolithographie, MItte 20. Jahrhundert

Presepio, Neapel um 1790
Vorgestellt werden eine außergewöhnliche Probstkrippe aus dem 18. Jahrhundert mit 60 Figuren inkl. dem Zug der Könige, geschnitzt von der alpenländischen Schnitzerdynastie Probst oder eine Oberammergauer Krippe von Tobias Haseidl, der auch schon für den Papst Schnitzarbeiten gefertigt hat. Aus einer der größten Privatsammlungen kommt eine Reihe von chromolithografischen Weihnachtskrippen. Eines der jüngsten Stücke ist eine kubistische Darstellung der Heiligen Familie sowie eine Krippenkomposition von dem Künstler Jellicho aus Brixen . Alle Materialien – von Papier über Elfenbein, Ebenholz und Terrakotta sind vertreten, u.a. eine große provencalische Krippe mit 260 Figuren. Regional typische Krippen , wie Bambini Gesu aus Neapel oder Presepie aus Neapel aus dem 18. Jahrhundert, hochwertige abstrakte Weihnachtsdarstellungen auf Plaketten von Max Faller, aber auch Krippen, die aus einfachsten Mitteln wie Holz und Ton in größter Not in Feierabendarbeit hergestellt wurden, spiegeln die Sehnsucht der Menschen nach Geborgenheit, nach Wohlergehen und Versorgung wieder.

Niederbayrische Hauskrippe, Anbetung der Könige, neuzeitlich
Das Aufstellen von Krippen in der Adventszeit spielte im Norden Deutschlands bisher eine geringe Rolle. Mit dieser erstmaligen Krippenschau ermöglichen die Organisatoren in Hamburg eine Ergänzung zum „Landshuter Krippenweg“, einem 2 km langen Parcour durch Kirchen, Stadtresidenz, Altenheimen, Geschäfte, Schaufenster sowie den Christkindlmarkt in Landshut

Oblatenkrippe, Wien um 1840
Kubistische Darstellung der Heiligen Familie, ebanisiertes Holz mit verboldetem Heiligenschein
Tirol
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Sämtliche hier gezeigten Beispiele stammen aus Privatsammlungen der Stadt Landshut in Niederbayern. Wie keine andere Stadt ist Landshut ein Zentrum europäischer Krippenkunst und Krippenverehrung. Hier werden Krippen nicht nur umfangreich gesammelt, sondern auch heute noch hergestellt. Der Landshuter Verein Tradition und Brauchtum hat sich diesem Thema seit vielen Jahren verschrieben, wobei der alljährlich stattfindende Landshuter Krippenweg Besucher aus ganz Deutschland anzieht.
Die Weihnachtskrippe ist Ausdruck jahrhundertealter altbayerischer Volksfrömmigkeit. Diese hat im Laufe der Zeit viele Ausprägungen erfahren, die von großen aufwändigen Landschaftskrippen mit bis zu 250 Figuren und ca. 160 Tieren bis hin zu kleinen Kasten- oder Papierkrippen oder gar Krippendarstellungen aus Missionsländern reichen.

Miniaturkrippe in Zündholzschachtel
Traditionelle Krippengegenden sind neben Bayern auch Tirol, Böhmen, Italien, mit Neapel als Zentrum, sowie Spanien und die französische Provence.
Zentrales Geschehen der Weihnachtskrippe ist die Geburt Christi mit der heiligen Familie, sowie Engeln und Hirten als Assistenzpersonen. Wie Schauspieler auf dem Theater machen diese den dramatischen Moment der Menschwerdung Christi gestenreich anschaulich.
Thematisiert werden darüber hinaus Verkündigung an Maria, der Weg der heiligen Familie nach Bethlehem, die Herbergssuche, das Gloria der Engel, die Verkündigung an die Hirten, die Anbetung des Kindes durch die Hirten sowie die heiligen drei Könige, aber auch die Flucht nach Ägypten.
Die Figuren der Krippen bestehen aus unterschiedlichen Materialien allen voran Holz und Elfenbein, Wachs, aber auch Tragant und Terrakotta. Die Figuren werden bemalt oder in farbige Gewänder gekleidet.
Der Ort des Geschehens ist der Stall zu Bethlehem, der häufig als armselige Behausung wiedergegeben wird, oder aber auch als grandiose Ruine. Steht der Stall für die ärmliche, niedrige Geburt Christi, so symbolisiert die Ruine als imposanter Schauplatz den durch das Christentum eingeleiteten Untergang der Weltmacht Roms.
Viele Kirchen schmücken zum Weihnachtsfest ihre Häuser mit großen Krippenfiguren. In katholischen Ländern ist es darüber hinaus Brauch, auch in Privathäusern Krippen, sog. Hauskrippen, aufzustellen. Viele Familienmitglieder sind damit beschäftigt, diese liebevoll zu arrangieren, und nicht selten werden Krippen Jahr für Jahr um neue Figuren, sowie um Gegenstände und Landschaftselemente bereichert. So handelt es sich bei vielen Krippen um wachsende Ensembles, deren Mannigfaltigkeit bei den Betrachtern große Bewunderung erregt.
Öffnungszeiten
Museums-Eintritt Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
1. und 2. Weihnachtsfeiertag 10 – 18 Uhr
Silvester und Neujahr 12 – 18 Uhr
Heiligabend geschlossen
8 € / 5 €, dienstags ab 16 Uhr und donnerstags ab 17 Uhr immer 5 €
Kinder und Jugendliche bis unter 18 Jahre frei
Armin Mueller-Stahl - Szene und Zeichnung
26. Januar bis 15. April 2007
Bunte Götter - Die farbenfrohe Welt der Alten Griechen
4.4. - 1.7.2007
Hilda Körner und Lothar Walter - Ein Künstlerpaar in Hamburg
17.11.2006 - 18.2.2007
2121-NUNO – Textile Visionen von Reiko Sudo
Europäische Weihnachtskrippen aus 3 Jahrhunderten