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Europäische Jugendstilkeramik

 

Europäische Jugendstilkeramik

Studioausstellung aus eigenen Beständen
im Museum für Angewandte Kunst Köln
8. Dezember 2006 bis 11. Februar 2007

Pressekonferenz Mittwoch, 6. Dezember 2006, 11.00 Uhr

Die Jugendstil-Bewegung, die zur Jahrhundertwende um 1900 aufblühte, war so vielfältig und facettenreich, dass man sie kaum unter einem einheitlichen Begriff vereinen kann. Vielmehr fächert sich dieser alle Lebensbereiche und Kunstformen umfassende Stil in nationale Varianten auf. In Deutschland etwa wurde er nach der Münchener Zeitschrift von 1896 „Die Jugend“ benannt. In Frankreich dagegen erhielt er seinen Namen von der Kunstgalerie „Art Nouveau“, die 1895 von Siegfried Bing gegründet worden war.

Deckelkrug, Auguste Delaherche, Steinzeug mit geflammter Glasur, Paris, um 1892, Höhe: 18,5 cm



Das Museum für Angewandte Kunst widmet sich vom 8. Dezember 2006 bis zum 11. Februar 2007 in einer Studioausstellung mit rund 50 Objekten dem Facettenreichtum der Jugendstilkeramik in Europa. Den Schwerpunkt bildet die französische Art Nouveau-Keramik neben einigen repräsentativen Keramiken weiterer europäischer Nationen. Die kreative Vielfalt der keramischen Arbeiten, die sich zwischen Floralem, Dekorativem und Funktionalem bewegt, beeindruckt. Die ausgestellten Werke veranschaulichen die Aufhebung der Trennung zwischen Kunsthandwerk und bildender Kunst. Dies macht etwa eine Plastik des französischen Keramikers Adrien Dalpayrat von 1893 deutlich. Diese zeigt einen sitzenden Affen, der sich sinnend über ein Tintenfass beugt. Die Figur besticht nicht nur durch die hohe plastische Souveränität, sondern ebenso durch die vortreffliche Ausführung der Glasur, die dem Affen einen lebhaften Ausdruck verleiht. Unter den Objekten finden sich weitere namhafte Künstler und Manufakturen, so Henry van de Velde, Julius Scharvogel, Auguste Delaherche oder Arnold Krog.


Schale, Adrien Dalpayrat, Montierung: Marcel Bing, Steinzeug mit geflammter Glasur, Messing versilbert, Bourg-la-Reine, 1904-1906, Höhe: 9,7 cm

 

Schale, Adrien Dalpayrat, Montierung: Marcel Bing, Steinzeug mit geflammter Glasur, Messing versilbert, Bourg-la-Reine, 1904-1906, Höhe: 9,7 cm


Aufgrund der guten Formbarkeit so flexibler Materialien wie Ton und Porzellan eignete sich die Keramik besonders für die organische Formengebung und die elegant geschwungene Linie, die als charakteristische Gestaltungselemente des Jugendstil gelten. Beliebte Motive waren verträumte Fabelgestalten ebenso wie naturalistische Darstellungen. Besonders die japanische Kunst übte einen bedeutenden Einfluss auf die europäische Jugendstilkeramik aus. So führte die Präsentation japanischen Steinzeugs auf der Pariser Weltausstellung von 1867 in Frankreich zu einer intensiven Beschäftigung mit farbigen Glasuren. Besonderes Interesse galt dabei dem abstrakten Farbverlauf, der erst durch die individuelle Bearbeitung der Künstler entstand. Die aufwändigen und anspruchsvollen Glasuren bedeuteten für den Keramiker, dass er auch über fundierte Kenntnisse der Chemie verfügen musste. Dies taten beispielsweise die Kunstkeramiker Alexandre Bigot und Adrien Dalpayrat.

Schreibzeug (Tintenfass), Adrien Dalpayrat, Steinzeug mit geflammter Glasur, Bourg-la-Reine, um 1895-1900, Höhe: 16 cm

 

"Nach dem Bade", Steinzeug mit geflammter und geätzter Glasur, Bildhauer Félix Févola, Ausf.: Edmond Lachenal, Paris, 1900/05, Höhe: 37,4 cm



Fragen zur Ausstellung beantwortet das Museum für Angewandte Kunst, Dr. Maria Damm, Tel.: +49 (0)221-221 26732 und Monika Pfeil +49 (0)221-221 27509 sowie das Museumsreferat, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (0)221-221 22334.

Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln
E-Mail: mfak@stadt-koeln.de; www.museenkoeln.de

Verkehrsanbindung:
Bahn, Bus, U-Bahn: Dom/Hauptbahnhof
Parkhäuser: Brückenstrasse, Dom, Dom/Rhein

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr, montags geschlossen.
Das Museum für Angewandte Kunst ist am 24., 25. und 31. Dezember 2006 sowie
am 1. Januar 2007 geschlossen.

Eintrittspreise:
Der Besuch der Keramikausstellung ist im Eintrittspreis für die Ständige Sammlung enthalten: 4,20 €, ermäßigt: 2,60 €.

Führungen:
Kostenfreie Führungen (nur Museumseintritt) werden mittwochs, am 13.12.2006, 03.01.2007, 24.01.2007 und 07.02.2007, jeweils um 16.00 Uhr angeboten.
Referentin: Frau Dr. Maria Damm. Der Treffpunkt ist die Kasse des Museums.

Weitere Führungen für Gruppen und Schulklassen übernimmt bei rechtzeitiger
Anmeldung der Museumsdienst Köln. Telefon: +49 (0)221-221 23468 oder -221 27380, Fax.: +49 (0)221-221 4544, E-Mail: museumsdienstkoeln@netcologne.de

 

 

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