Ed Ruscha - Photographer

 

Museum Ludwig Köln
Ed Ruscha. Photographer

2. September bis 26. November 2006

 

Edward Ruscha b. 1937
Study for Standard Station, Amarillo, Texas, 1962
Ink and colored pencil on paper
9 5/8 x 13 3/4 in.
Whitney Museum of American Art, New York;
Private Collection © Edward Ruscha

 

Edward Ruscha b. 1937
Tobacco Shop Window, Amsterdam, 1961
Gelatin silver print,
Sheet: 13 15/16 x 10 7/8in. (35.4 x 27.6cm)
Image: 10 1/16 x 10 1/16in. (25.6 x 25.6cm)
Whitney Museum of American Art, New York;
Gift of the artist; courtesy Gagosian Gallery 2004.239

© Edward Ruscha



Das Werk des 1937 geborenen und in Los Angeles lebenden Künstlers Ed Ruscha ist bis heute nicht in seiner ganzen Bedeutung erfasst worden. Dies gilt vor allem für sein fotografisches Werk, das, obwohl es legendär ist und einen grossen Einfluss auf die junge Künstlergeneration hat, kaum bekannt ist. Dabei steht es für den Aufbruch der Fotografie der 1960er Jahre, der die Grenzen zwischen Kunst und Fotografie umfassend revidierte. Inspiriert durch die amerikanische Fotografie der 1940er und 1950er Jahre sowie durch Eugène Atgets Aufnahmen von Paris, begann Ed Ruscha sehr bald das Medium konzeptuell zu fassen und in diesem Sinne seine künstlerische Arbeit mit Fotografie weiterzuentwickeln. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt daher auf den frühen Fotografien des Künstlers um 1960, die er in Europa und Amerika machte, und seiner fotografischen Arbeit der 1970er Jahre, die unter anderem in berühmte Künstlerbücher wie dem "Every Building on the Sunset Strip" mündete. Wichtigster Leihgeber ist neben dem Whitney Museum of American Art der Künstler selbst, der aus seiner Sammlung Fotografien zur Verfügung stellt, die in der Ausstellung erstmals gezeigt werden. Die Ausstellung wurde vom Whitney Museum of American Art organisiert und von der Kuratorin Margit Rowell zusammengestellt. Nach Paris und Zürich ist Köln die letzte europäische Station der Ausstellung, die in Kooperation mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln durchgeführt wird.

Zeitgleich zur Ausstellung im Museum Ludwig zeigt die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur die Reihe "Picturing Ed" von Jerry McMillan, der den Künstler über viele Jahre hinweg in privaten Momenten, aber auch in Arbeits- und Ateliersituationen porträtiert hat. Die Kabinettausstellung umfasst circa 40 Exponate und wird im Entree des Hauses in Raum 4 der Photographischen Sammlung präsentiert.

Anlässlich der Ausstellung veranstaltet das Museum Ludwig am 3. September ein Tagessymposium zu Ed Ruscha im Kontext der Fotografie in der Kunst um 1965. Das Symposium wird unterstützt durch die Freunde des WRM/ ML sowie durch das US Generalkonsulat / Amerika Haus Köln.

Parallel zur Ausstellung präsentiert die KunstFilmBiennale das Filmprogramm "Carte Blanche für Ed Ruscha" im Rahmen des Filmforum NRW im Museum Ludwig; Start ist am 2. September. Die KunstFilmBiennale ist eine Veranstaltung der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn und der Stadt Köln in Kooperation mit der Imhoff Stiftung und der Kunststiftung NRW.

Am 2. September verleiht die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ihren Kulturpreis an Ed Ruscha. Die Laudatio hält Dr. Stefan Gronert vom Kunstmuseum Bonn. Der Kulturpreis, der seit 1959 vergeben wird "zeichnet bedeutende Leistungen aus, die mit Hilfe der Photographie erzielt wurden, insbesondere auf künstlerischem, humanitärem, caritativem, sozialem, technischem, erzieherischem oder wissenschaftlichem Gebiet".

Symposium
Ed Ruschas Werk zwischen Fotografie und dem Fotografischen
Sonntag, den 3. September 2006






Anlässlich der Ausstellung „Ed Ruscha. Photographer“ veranstaltet das Museum Ludwig ein Tagessymposium zum Werk des Künstlers im Kontext der Fotografie und der Kunst um 1965. Zur Diskussion steht die besondere Position, die der Künstler mit seinen Fotoarbeiten zwischen Fotografie und zeitgenössischer Kunst einnimmt, und die mit dem Paradigmenwechsel von der Fotografie zum Fotografischen zusammenfällt. Das Ziel des Tagessymposiums ist, Ed Ruschas Fotografien im Kontext ihrer Zeit – der amerikanischen Konzeptkunst, der Pop Art, der Rezeption Duchamps in den USA, wichtiger europäischer Fotopositionen, die seinen Arbeiten nahestehen wie Bernd und Hilla Becher, Hans-Peter Feldmann oder Peter Piller – zu analysieren und zu diskutieren.

Für das Museum Ludwig ist dieses Tagessymposium zur Ausstellung eine besondere Chance, Ed Ruschas Arbeiten als missing link zwischen der bedeutenden Sammlung von Gegenwartskunst, insbesondere der amerikanischen Pop Art auf der einen Seite und seiner umfangreichen Sammlung von Fotografie des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart auf der anderen Seite einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.


10.00 Uhr
Begrüßung
Prof. Kasper König, Direktor, Museum Ludwig, Köln

Einführung
Dr. Barbara Engelbach, Kuratorin, Museum Ludwig, Köln


10.30 Uhr
Ed Ruscha – Fotografie und die Pop Art
Prof. Klaus Honnef, freier Publizist und Kurator, Bonn
Pop Art hat die Kunst vollständig verändert und die Epoche der Avantgarde mit ihrem gesellschaftskritischen Hintergrund beendet. Pop hat die Tür der Kunst in die kommerzielle Sphäre aufgestoßen, die Trennung der Sphären zwischen hoher und trivialer Kunst aufgehoben und sich letztere eingemeindet. Mit affirmativer Ironie und wachem Blick hat Ed Ruscha den Wandel begleitet.

11.15 Uhr
Ed Ruscha: Fotografie als Werkzeug des Malers
Dr. Margit Rowell, Kunsthistorikerin/ freie Kuratorin, Paris
Fotografien dienen Ed Ruscha häufig als Hilfsmittel für seine Zeichnungen und Gemälde. Viele Motive, die besondere Behandlung der Bildfläche und die neuen Perspektiven, die er durch das Fotografieren entdeckte, fanden mehr oder weniger deutlich Eingang in seine Zeichnungen und Gemälde. Auch wenn Ruscha Fotografieren eher als „Hobby“ bezeichnet, so wird doch deutlich, dass die Fotografie seinen Blick als Maler formte.
Vortrag in englischer Sprache

12.00 Uhr
»That‘s what I wanted to do most of all« Ein Blick auf Ed Ruschas Fotobücher und die Folgen
Markus Schaden, Buchhändler und Verleger, Köln
Zwischen 1963 und 1978 publizierte Ed Ruscha 17 Fotobücher, denen als eigenständiger Korpus im Werk des Künstlers eine zentrale Stellung zukommt. In dem Vortrag wird zunächst der Frage nachgegangen, inwieweit die spezifische Medialität des künstlerischen Bildbandes für die Entstehung der Publikationen ausschlaggebend gewesen ist. Der zweite Schritt beleuchtet die immense Wirkungskraft seiner Bucherscheinungen auf nachfolgende Fotobücher.

13.00 Uhr Pause


14.00 Uhr
Duchamp’s Readymade und die Fotografie
Prof. Dr. Stefan Römer, Akademie der Bildenden Künste München

„I feel that the spirit of Duchamp‘s work is stronger in my books than in anything else“, erklärte Ed Ruscha in einem Interview. Die amerikanische Kunsttheoretikerin Rosalind Krauss stellte in ihrem einflussreichen Text »Notes on the Index« darüber hinaus eine Parallele zwischen den Readymades von Marcel Duchamp und der Fotografie allgemein her. Lassen sich in diesem medialen Rahmen Ruschas Fotografien in Analogie zu den Readymades lesen?

14.45 Uhr
Bildkonzepte des Seriellen bei Bernd und Hilla Becher und Ed Ruscha
PD. Dr. Martina Dobbe, Universität Siegen
Ebenso wie die Typologien von Bernd und Hilla Becher gelten die Fotobücher Ed Ruschas als „Inkunabeln der Konzeptfotografie“. Dabei unterscheiden sich die fotografischen Auffassungen sowohl hinsichtlich der Fotoästhetik des Einzelbildes als auch hinsichtlich der Logik des Seriellen ganz erheblich. Erst in der jeweils anders akzentuierten Spannung zwischen dem Einzelbild und dem Seriellen bei Ruscha und bei Bechers wird deutlich, was das „Fotografische“ der Konzeptkunst genannt werden kann.


Das Symposium wird unterstützt durch die Freunde des WRM/ ML sowie durch das US Generalkonsulat/ Amerika Haus Köln.

Veranstaltungsort:
Kino im Museum Ludwig
Am Dom/Hbf, Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln
Fon: +49-221-221 26165, Fax: +49-221-221 24 114
Info@museum-ludwig.de, www.museum-ludwig.de

 

 

Museum Ludwig
Bischofsgartenstr. 1
50667 Köln
Tel:+49-221-221-26165
Fax:+49-221-221-24114
E-Mail info@museum-ludwig.de

Öffnungszeiten:
Di-So 10-18 Uhr, jeden
1. Fr im Monat 10-22 Uhr

Eintrittspreise:
Tagesticket: 7,50 €, ermäßigt 5,50 €
Gruppen (ab 20 Personen): 6,50 €
Familienticket: 18 €
auswärtige Schüler: 3€

Öffentliche Führungen
sind auf 30 Personen beschränkt.
Informationen zu Führungen und praktischen Kurse
entnehmen Sie bitte den Seiten des Museumsdienstes.

Die KunstFilmBiennale Köln präsentiert:


Carte Blanche für Ed Ruscha

 

Edward Ruscha b. 1937
Mock Up #4 (North Side of Hollywood Blvd.), from the series A Few Palm Trees, 1971 Gelatin silver print, tracing paper, pigment, pencil, and ink on board
Board: 11 x 8in. (27.9 x 20.3cm)
Other (Tracing paper): 8 x 5in. (20.3 x 12.7cm)
Image: 7 x 5in. (17.8 x 12.7cm)
Whitney Museum of American Art, New York; Purchase, with funds from The Leonard and Evelyn Lauder Foundation,
and Diane and Thomas Tuft 2004.585

© Edward Ruscha

Ed Ruscha lebt und arbeitet nicht nur im Schatten der großen Hollywoodstudios, er hat diese Nähe auch immer bewusst wahrgenommen und sogar gesucht, etwa durch private Freundschaft mit Regisseuren und Schauspielern wie Dennis Hopper, durch direkte Zitate in seinem bildnerischen Werk und nicht zuletzt im ironischen Dialog mit der Formensprache des Kinos in den eigenen Filmen und Fotobüchern. Umso spannender ist die Einladung des Kaliforniers an die Kino- und Kunstfans, sich im Rahmen einer Carte Blanche mit einigen seiner Lieblingsfilme auseinander zu setzen, die er hier mit den für ihn typischen, lakonischen Kurzkommentaren selbst vorstellt. Quer durch alle Genres, vom Western bis zur sozialen Anklage, erinnern diese Kultklassiker, allesamt gedreht in Schwarzweiss, vorgeführt in Originalfassung (bis auf Polanskis „Wenn Katelbach kommt“) und gut erhaltenen Kopien, an die formale und inhaltliche Kühnheit des Hollywood von Gestern.



Sa. 02.09.2006 17 Uhr


Verleihung des Kulturpreises der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) an Ed Ruscha. Die Laudatio hält Dr. Stefan Gronert (Kunstmuseum Bonn). Der Kulturpreis, der seit 1959 vergeben wird, „zeichnet bedeutende Leistungen aus, die mit Hilfe der Fotografie erzielt wurden, insbesondere auf künstlerischem, humanitärem, caritativem, sozialem, technischem, erzieherischem oder wissenschaftlichem Gebiet".

Sa. 02.09.2006 19 Uhr


Eröffnung des Filmprogramms (in Anwesenheit des Künstlers)
PREMIUM, USA 1971, 24’, 16mm, color, OF
MIRACLE, USA 1975, 28’, 16mm, color, OF
Regie: Ed Ruscha