detective stories
detective stories
Pinakothek der Moderne
Kunstareal Barer Straße 29, D-80799 München
Eröffnung: 07.09.2006, 19.00
Ausstellungsdauer: 01.09.–12.11.2006
Die kunsttechnologisch orientierte Studioausstellung des Doerner Institutes erzählt spannende Detektivgeschichten: Sie handeln von Originalen, Repliken und Fälschungen, von verschollenen und übermalten Gemälden. Die Idee zur Ausstellung entstand durch das von Besuchern und den Medien immer wieder vorgebrachte Interesse an der Arbeit des Doerner Institutes in Forschung wie auch in der praktischen Restaurierung. Im Rahmen der Initiative »WISSENSSPEICHER. Konservierung, Restaurierung und Forschung in München« nimmt das Doerner Institut nun die Gelegenheit wahr, eine Facette seiner Tätigkeit einem größeren Publikum vorzustellen. Die Ausstellung >detective_stories< fokussiert dabei das Interesse der Besucher auf vier Maler: Jawlensky, Kokoschka, Schmidt-Rottluff und Kirchner. Die Aufmerksamkeit wird auf vier schmale Zeitfenster von wenigen Monaten oder Jahren und auf hochrangige, selten gezeigte Leihgaben gelenkt.
Röntgenaufnahmen, Pigmentanalysen sowie bislang unveröffentlichtes Archivmaterial richten dabei das Interesse auf Aspekte der Maltechnik und der Entstehungsgeschichte der Kunstwerke. Das Material dokumentiert die Provenienz der Werke und macht normalerweise Unsichtbares sichtbar. Die
sorgsam gewählten Beispiele demonstrieren, wie durch die Untersuchung der Originale gewonnenes kunsttechnologisches Wissen zur Beantwortung von Fragen zu Werkprozess, Eigenhändigkeit und Echtheit wesentlich, in manchen Fällen
ausschlaggebend beiträgt. Fünfzehn Stationen in vier Räumen beleuchten Alexej Jawlenskys Münchner Jahre, zwei Selbstbildnisse Oskar Kokoschkas aus seinen Dresdner Jahren, Fälschungen nach Schmidt-Rottluff – voller biographischer und
technischer Fehler – sowie zwei, ja eigentlich drei Werke Ernst Ludwig Kirchners, einem Künstler, der seine Biographie immer wieder neu erfunden hat. Die Studioausstellung >detective_stories< zeigt eindrucksvoll die zunehmende
Bedeutung einer fachübergreifenden Betrachtung von Kunstwerken, die so mancher (Detektiv)Geschichte eine überraschende Wendung gibt.
Die Ausstellung wurde dank der großzügigen Unterstützung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht.
Verantwortlicher Kurator: Privatdozent Dr. Andreas Burmester
Informationen zum WISSENSSPEICHER und zum Doerner Institut finden Sie unter: www.wissensspeicher-muenchen.de und www.doernerinstitut.de.
Ernst Ludwig Kirchner | Selbstbildnis als Kranker, 1918/25
PINAKOTHEK DER MODERNE MüNCHEN
Oskar Kokoschka, Selbstbildnis, 1922
PRIVATBESITZ ALS DAUERLEIHGABE IN DER GALERIE NEUE MEISTER, STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN DRESDEN
Röntgenmontage zu Oskar Kokoschka, Selbstbildnis, 1922
FOTO: DOERNER INSTITUT
Fälschung nach Karl Schmidt-Rottluff, Blumen am Fenster mit Maske und Stuhl
LEIHGABE DER STAATSANWALTSCHAFT VERDEN/ALLER
Fälschung nach Karl Schmidt-Rottluff, Darßer Landschaft
LEIHGABE DER STAATSANWALTSCHAFT VERDEN/ALLER