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Büchershop

Suprematismus
Helene Schjerfbeck,2. Februar bis 6. Mai 2007 im Hubertus-Wald-Forum
Bogomir Ecker - Man ist nie
allein
1. April bis 29. Juli 2007
Vorankündigung:
Daniel Richter
4. Mai bis 19. August 2007
Galerie der Gegenwart
Daniel Richter prägt seit den
neunziger Jahren die Malerei in Deutschland und wird immer wieder in
einem Atemzug mit Peter Doig und Neo Rauch genannt. Die Hamburger
Kunsthalle wird ab dem 4. Mai 2007 eine große, retrospektiv
angelegte Ausstellung über das Werk des 1962 geborenen Künstlers
zeigen. In seinen großformatigen Ölgemälden verschränkt Richter
kunsthistorische, massenmediale und popkulturelle Versatzstücke zu
eigenwilligen, erzählerischen Bildwelten. Die Ausstellung gibt
erstmals einen Überblick über zwölf Jahre malerischen Schaffens und
entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Sie wird über 50
großformatige Bilder und erstmals eine Auswahl aus der so genannten
DRK Reihe zeigen: mehr als 400 kleine Formate, die Richter als
Ideenskizzen und Tagebuch gleichermaßen dienen.
Daniel Richter studierte bei Werner Büttner an der Hamburger
Hochschule für bildende Kunst und arbeitete als Assistent von Albert
Oehlen. Zunächst entstanden abstrakte Gemälde, deren farbstarker,
psychedelisch anmutender Formenkosmos sich zwischen Graffiti und
verschlungenen Ornamenten bewegt. Dabei orientiert er sich
gleichermaßen am Surrealismus, an Graffiti und Underground sowie an
den verschlungenen Grotesken des italienischen Manierismus.
Pünktlich zum Jahrtausendwechsel kam Richters persönliche „Wende“
vom abstrakten Geflecht zum menschlichen Körper. Seitdem arbeitet er
ausschließlich figurativ. Großformatige figurenreiche Szenen, häufig
durch Reproduktionen aus Zeitungen und Geschichtsbüchern angeregt,
zeigen Kampf und Bedrohung in überschießender Vitalität. Richters
Wechsel zum Figurativen wurde mehrfach als Wiedergeburt des
Historienbildes gefeiert – allerdings eine Wiedergeburt unter
veränderten Vorzeichen: Wo das Historienbild auf eindeutig lesbare
Bilderzählungen setzte und auf das Ziel gerichtet war, Gegenwärtiges
durch die Berufung auf Historisches zu legitimieren, handeln
Richters Bilder vom Scheitern der Utopien der Moderne. „Mich hat
interessiert, wie man Bezug nehmen kann auf die Welt und auf das
Bild von der Welt, wie ich sie wahrnehmen oder beschreiben will“,
erklärte er selbst seinen Wandel.
Die Themen seiner danach entstandenen Bilder sind etwa der
gescheiterte kommunistische Aufstand in Hamburg-Barmbek von 1923 (Nerdon)
oder der Brand in einem Lübecker Asylbewerberheim von 1996 (Billard
um halbzehn). Die Motive und Lesarten der Bilder Richters zeichnen
sich immer wieder durch eine große Ambivalenz aus. So zeigt etwa
sein erstes figuratives Werk Phienox eine dramatisch aufgeladene
Szene, in der ein Mensch mit der Hilfe anderer über eine hohe Mauer
gehievt wird. Gemalt im Jahr 2000, als man nach zehn Jahren der
Wiedervereinigung gedachte. Entstanden war das Bild aber nach einem
Zeitungsfoto, das die Ereignisse um das terroristische Attentat auf
die amerikanische Botschaft in Nairobi dokumentiert. Die meisten von
Daniel Richters Werken sind solche Vexierbilder, die der Betrachter
mit seinem Wissen und seinen Vorstellungen von Politik und Popkultur
auffüllt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, erhältlich im Museumsshop.
Kurator der Ausstellung: Dr. Christoph Heinrich

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