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Claude Monet war der reinste Impressionist, denn seine
Arbeit konzentrierte sich vorwiegend darauf, die Effekte des
Sonnenlichtes und die Reflexe auf dem Wasser nachzubilden.
Menschliche Gestalten finden sich nur selten in seinen
Werken.
Monets Familie gehörte dem Bürgertum an, sein Vater war
Kolonialwarenhändler.
Monets Entschluss, Maler zu werden, empörte seine
Angehörigen, sie erboten sich sogar, ihm einen
Stellvertreter für den Militärdienst zu bezahlen, wenn er
den Gedanken an die Malerei fallen ließe. Er blieb der
Malerei treu und diente zunächst in einem algerischen
Regiment.
Er kehrte nach Paris zurück und trat in das Studio des
akademischen Künstlers Marc-Gabriel Gleyre ein. Hier
freundete er sich mit drei anderen Studenten an: Renoir,
Bazille und Sisley.
Nebenher besuchte er die Académie Suisse, um sich im
Zeichnen nach dem Modell zu üben. Hier lernte er Cézanne
kennen.
Einen bleibenden Eindruck auf Monet machten im Jahr 1863 14
Gemälde von Manet, die in der Galerie Martinet am
Boulevard des Italiens ausgestellt waren. Entscheidend für
seine Entwicklung wurde eine Ausflug, den er mit Bazille,
Sisley und Renoir unternahm, um im Wald von Fontainebleau
Landschaftsbilder zu malen.
Das erste Bild, das Monet in den Salon schickte, wurde
angenommen, weitere folgten in den nächsten Jahren.
Aber je stärker seine Individualität hervortrat, desto mehr
Schwierigkeiten machte die Annahme.
Fortan beschränkte sich Monet auf Landschaften. Seine
besondere Vorliebe galt dem Malen von Wasser.

The Seine at Argenteuil, Claude Monet 1874,
Öl auf Leinwand 54 x 73 cm, Museum of Art, Rhode Island
School of Design, Providence, Rhode Island USA.
Jahrelang fand er eine unerschöpfliche Menge an Sujets in
Kanalhäfen, an den Ufern der Seine, später dann in England,
Holland und Venedig. Es entstanden sehr lebendige Gemälde,
voller Fröhlichkeit, die die Reize der verschiedenen
Jahreszeiten mit großer Leuchtkraft wieder geben.

Gondola in Venice, Claude Monet 1908, oil on
canvas 81 x 55 cm, Musee des Beaux Arts de Nantes, Nantes
France.

The Esterel Mountains or Antibes, Claude
Monet 1888, oil on canvas 65 X 92 cm, Courtauld Institute of
Art, London Great Britain.
Trotzdem entfesselten sie einen Sturm der Entrüstung, der
viele Jahre währte und den Maler zu einem Leben in Armut
verdammte, deren einziges Bestreben es war, das Licht der
Natur zu gestalten.

Antibes seen from the Salis Gardens, Claude
Monet 1888, oil on canvas 73 x 92 cm, The Toledo Museum of
Art, Toledo Ohio USA. French Riviera, France.
Nach Jahren hartnäckiger Ausdauer wurden die Ungläubigen
schließlich doch bekehrt, und gegen 1880 ließen die Angriffe
auf Monet nach. Er wurde anerkannt und wohlhabend und war am
Ende seines Lebens ein berühmter Mann.
Es war ihm jedoch nicht vergönnt, den Erfolg zu genießen.
Starb er auch nicht jung wie Sisley, so starb er doch
gewissermaßen zu spät. Er musste nämlich neue Angriffe auf
den Impressionismus erleben, diesmal nicht von den
Verteidigern akademischer Kunst, sondern im Gegenteil von
den Neuerern, welche die vom Impressionismus gewonnene
Freiheit ausnutzten, um andere, immer kühnere Wege
einzuschlagen und neue Ideen zu prägen.
Monet war nicht nur der sensitive und ehrliche Darsteller
ländlicher Szenen. Er war mehr als das. Durch sein Werk
zieht sich wie ein roter Faden wirkliche
Naturverbundenheit.Er selbst bestätigte, es sei kein Zufall,
wenn er die gleichen Sujets zu verschiedenen Jahreszeiten
malte, wenn er sich an ein und demselben Tag bei immer
wechselndem Licht wieder und wieder den gleichen Sujets
widmete.
Die bekanntesten dieser Serien zeigen Heuhaufen in einem
Feld, Pappeln am Fluss Epte, die Kathedrale von Rouen.

"Grainstacks at the End of the Summer,
Morning Effect", Claude Monet 1890, oil on canvas 60 x 100
cm, Musée d Orsay, Paris France. Part of the Haystacks
series painted near Giverny.

Grainstacks, White Frost Effect, Claude Monet
1889, oil on canvas, Hill-Stead Museum, Farmington
Connecticut USA. Giverny.
[Heuhaufen oder der Kampf gegen den
verrinnenden Augenblick: Allein 1891 entstanden 15 Gemälde
von Heuhaufen, die sofort verkauft wurden. Unermüdlich
versetzte der Künstler sein Objekt in alle nur denkbaren
Tages- und Jahreszeiten]

Poplars on the Banks of the River Epte in the
Autumn, Claude Monet 1891, oil on canvas 100 x 65 cm,
Private Collection. Near Giverny.

"Peupliers au bord de l'Epte, effet du
soir
The three Trees in Summer
Claude MONET 1891
National Museum of Western Art, Tokyo Japan

"Poppies at Argenteuil", Claude Monet 1873,
oil on canvas 50 x 65 cm, Musee d Orsay, Paris France
Monet wollte damit demonstrieren, dass es durch die
wechselnde Beleuchtung keine gleichbleibende Farbe in der
Natur gibt, daß sich die optische Erscheinung eines
Gegenstandes fortwährend ändert und daß die Kunst des Malers
darin liegt, einen vorübergehenden Augenblick für immer im
Bild zu bannen. Sein Experiment war gelungen.
Eine der letzten Serien heisst " Die Wasserlilien". Sie
umfasst eine Reihe dekorativer Wandbilder, die Monet kurz
vor seinem Tod der Nation zum Geschenk machte und die ein
paar Jaahre später in das Museum der Orangerie in den
Tuilerien überführt wurden. In dieser Serie benutzt Monet
den Gegenstand, Lilien auf dem Wasser, als Vorwand, um eine
so zarte Farbharmonie zu gestalten, das er auf alle Formen
verzichten kann und nur die Atmosphäre hervorzaubert,
ungreifbar wie eine Luftspiegelung, wie eine Vision aus dem
Märchenland.

Water-Lilies, Claude Monet 1916, oil on
canvas 200 x 200 cm, Musée d Orsay, Paris France. Giverny

Water-Lilies, Claude Monet 1914, oil on
canvas 150 x 200 cm, Musée Marmottan, Paris France. Giverny

Impression, Soleil levant
1873.
verschleierte, leise Melancholie
Das Bild, das dem Impressionismus den
Namen gab.
Nach diesem Gemälde prägte der Kritiker
Louis Leroy
den neuen Stilbegriff Impressionismus
Monet starb am 6. 12.1926 in Giverny
Quelle: Das Jahrhundert der Impressionisten-
Raymond Cogniat- Gondrom Verlag Bayreuth-Lizensausgabe 1977 |