Claude Monet
1840 - 1926
"Der reinste Impressionist"
Der Begriff dieser Kunstrichtung wurde aufgrund seines Bildes „Impression, soleil levant“ auf der ersten Impressionisten-Ausstellung geschaffen.

Selbstbildnis 1886

Claude Monet 1914, Öl auf Leinwand 150 x 200 cm, Musée Marmottan, Paris France. Giverny
["Ein grosses Wassergedicht" nannte der Künstler Vuillard die Seerosenbilder. Für den bereits halb erblindeten Monet bedeuteten sie die Summe seiner Seh- Erfahrung]
"Last autumn I burned six paintings with the dead leaves from my garden. It is enough to make you lose all hope. Yet I would not want to die without having said everything I have to say, or at least tried to say. And my days are numbered... Who knows what tomorrow will bring..."
Claude Monet
Claude Monet war der reinste Impressionist, denn seine Arbeit konzentrierte sich vorwiegend darauf, die Effekte des Sonnenlichtes und die Reflexe auf dem Wasser nachzubilden.
Menschliche Gestalten finden sich nur selten in seinen Werken.
Monets Familie gehörte dem Bürgertum an, sein Vater war Kolonialwarenhändler.
Monets Entschluss, Maler zu werden, empörte seine Angehörigen, sie erboten sich sogar, ihm einen Stellvertreter für den Militärdienst zu bezahlen, wenn er den Gedanken an die Malerei fallen ließe. Er blieb der Malerei treu und diente zunächst in einem algerischen Regiment.
Er kehrte nach Paris zurück und trat in das Studio des akademischen Künstlers Marc-Gabriel Gleyre ein. Hier freundete er sich mit drei anderen Studenten an: Renoir, Bazille und Sisley.
Nebenher besuchte er die Académie Suisse, um sich im Zeichnen nach dem Modell zu üben. Hier lernte er Cézanne kennen.
Einen bleibenden Eindruck auf Monet machten im Jahr 1863 14 Gemälde von Manet, die in der Galerie Martinet am Boulevard des Italiens ausgestellt waren. Entscheidend für seine Entwicklung wurde eine Ausflug, den er mit Bazille, Sisley und Renoir unternahm, um im Wald von Fontainebleau Landschaftsbilder zu malen.
Das erste Bild, das Monet in den Salon schickte, wurde angenommen, weitere folgten in den nächsten Jahren.
Aber je stärker seine Individualität hervortrat, desto mehr Schwierigkeiten machte die Annahme.
Fortan beschränkte sich Monet auf Landschaften. Seine besondere Vorliebe galt dem Malen von Wasser.

The Seine at Argenteuil, Claude Monet 1874, Öl auf Leinwand 54 x 73 cm, Museum of Art, Rhode Island School of Design, Providence, Rhode Island USA.
Jahrelang fand er eine unerschöpfliche Menge an Sujets in Kanalhäfen, an den Ufern der Seine, später dann in England, Holland und Venedig. Es entstanden sehr lebendige Gemälde, voller Fröhlichkeit, die die Reize der verschiedenen Jahreszeiten mit großer Leuchtkraft wieder geben.

Gondola in Venice, Claude Monet 1908, oil on canvas 81 x 55 cm, Musee des Beaux Arts de Nantes, Nantes France.

The Esterel Mountains or Antibes, Claude Monet 1888, oil on canvas 65 X 92 cm, Courtauld Institute of Art, London Great Britain.
Trotzdem entfesselten sie einen Sturm der Entrüstung, der viele Jahre währte und den Maler zu einem Leben in Armut verdammte, deren einziges Bestreben es war, das Licht der Natur zu gestalten.

Antibes seen from the Salis Gardens, Claude Monet 1888, oil on canvas 73 x 92 cm, The Toledo Museum of Art, Toledo Ohio USA. French Riviera, France.
Nach Jahren hartnäckiger Ausdauer wurden die Ungläubigen schließlich doch bekehrt, und gegen 1880 ließen die Angriffe auf Monet nach. Er wurde anerkannt und wohlhabend und war am Ende seines Lebens ein berühmter Mann.
Es war ihm jedoch nicht vergönnt, den Erfolg zu genießen. Starb er auch nicht jung wie Sisley, so starb er doch gewissermaßen zu spät. Er musste nämlich neue Angriffe auf den Impressionismus erleben, diesmal nicht von den Verteidigern akademischer Kunst, sondern im Gegenteil von den Neuerern, welche die vom Impressionismus gewonnene Freiheit ausnutzten, um andere, immer kühnere Wege einzuschlagen und neue Ideen zu prägen.
Monet war nicht nur der sensitive und ehrliche Darsteller ländlicher Szenen. Er war mehr als das. Durch sein Werk zieht sich wie ein roter Faden wirkliche Naturverbundenheit.Er selbst bestätigte, es sei kein Zufall, wenn er die gleichen Sujets zu verschiedenen Jahreszeiten malte, wenn er sich an ein und demselben Tag bei immer wechselndem Licht wieder und wieder den gleichen Sujets widmete.
Die bekanntesten dieser Serien zeigen Heuhaufen in einem Feld, Pappeln am Fluss Epte, die Kathedrale von Rouen.

"Grainstacks at the End of the Summer, Morning Effect", Claude Monet 1890, oil on canvas 60 x 100 cm, Musée d Orsay, Paris France. Part of the Haystacks series painted near Giverny.

Grainstacks, White Frost Effect, Claude Monet 1889, oil on canvas, Hill-Stead Museum, Farmington Connecticut USA. Giverny.
[Heuhaufen oder der Kampf gegen den verrinnenden Augenblick: Allein 1891 entstanden 15 Gemälde von Heuhaufen, die sofort verkauft wurden. Unermüdlich versetzte der Künstler sein Objekt in alle nur denkbaren Tages- und Jahreszeiten]

Poplars on the Banks of the River Epte in the Autumn, Claude Monet 1891, oil on canvas 100 x 65 cm, Private Collection. Near Giverny.

"Peupliers au bord de l'Epte, effet du soir
The three Trees in Summer
Claude MONET 1891
National Museum of Western Art, Tokyo Japan

"Poppies at Argenteuil", Claude Monet 1873, oil on canvas 50 x 65 cm, Musee d Orsay, Paris France
Monet wollte damit demonstrieren, dass es durch die wechselnde Beleuchtung keine gleichbleibende Farbe in der Natur gibt, daß sich die optische Erscheinung eines Gegenstandes fortwährend ändert und daß die Kunst des Malers darin liegt, einen vorübergehenden Augenblick für immer im Bild zu bannen. Sein Experiment war gelungen.
Eine der letzten Serien heisst " Die Wasserlilien". Sie umfasst eine Reihe dekorativer Wandbilder, die Monet kurz vor seinem Tod der Nation zum Geschenk machte und die ein paar Jaahre später in das Museum der Orangerie in den Tuilerien überführt wurden. In dieser Serie benutzt Monet den Gegenstand, Lilien auf dem Wasser, als Vorwand, um eine so zarte Farbharmonie zu gestalten, das er auf alle Formen verzichten kann und nur die Atmosphäre hervorzaubert, ungreifbar wie eine Luftspiegelung, wie eine Vision aus dem Märchenland.

Water-Lilies, Claude Monet 1916, oil on canvas 200 x 200 cm, Musée d Orsay, Paris France. Giverny

Water-Lilies, Claude Monet 1914, oil on canvas 150 x 200 cm, Musée Marmottan, Paris France. Giverny

Impression, Soleil levant, 1873. verschleierte, leise Melancholie
Das Bild, das dem Impressionismus den Namen gab.
Nach diesem Gemälde prägte der Kritiker Louis Leroy den neuen Stilbegriff Impressionismus
Monet starb am 6. 12.1926 in Giverny
Quelle: Das Jahrhundert der Impressionisten- Raymond Cogniat- Gondrom Verlag Bayreuth-Lizensausgabe 1977
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Monet Zitate
" Das Motiv ist zweitrangig für mich. Ich will darstellen, was zwischen dem Objekt und mir lebt"
" Mein Drang, Farben zu analysieren, war zugleich die Freude und Qual meines Lebens"
"Auf der Welt interessiert mich nichts, außer meiner Malerei und meinen Blumen"

Monet

Camille Monet
1860 Besuch der freien Malschule Académie Suisse in Paris, wo er Camille Pissarro kennenlernt
1861 Militärdienst in Algerien, Austritt wegen Typhuserkrankung
1862 Eintritt in das freie Atelier von Charles Gleyre, dort befreundet er sich mit Auguste Renoir, Alfred Sisley und Frédéric Bazille
1868 Selbstmordversuch
1874 Erste Impressionisten-Ausstellung in den Räumen des Fotografen Nadar
1876 Beginn der Malerei von Serien gleicher Motive bei unterschiedlicher Beleuchtung
1879 Tod seiner Frau Camille am 5. September im Alter von 32 Jahren
1916 Staatsauftrag für den Seerosen-Zyklus
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