Caravaggio
CARAVAGGIO – Auf den Spuren eines Genies

 

09.09.2006 - 07.01.2007

 

Caravaggio
CARAVAGGIO – Auf den Spuren eines Genies


9. September 2006 – 7. Januar 2007

Martha tadelt Magdalena, um 1598
Öl auf Leinwand
100 x 134,5 cm
The Detroit Institute of Arts, Gift of the Kresge Foundation and Mrs. Edsel B. Ford
Credit line: Photograph © 1984 The Detroit Institute of Arts



„Ohne ihn hätte es keinen Ribera, Vermeer, Georges de La Tour oder Rembrandt gegeben. Und Delacroix, Courbet und Manet hätten anders gemalt“.
(Roberto Longhi)

Nur wenige Künstler haben mit ihrem Werk und Leben so viel Anlass zu Faszination und Spekulation gegeben wie der italienische Maler Michelangelo Merisi genannt Caravaggio (1571-1610). In Mailand und Rom ausgebildet, später in Süditalien und auf Malta tätig, gelang es ihm in einer relativ kurzen Schaffenszeit die Malerei zu revolutionieren und die Epoche des Barock mit zu begründen.



Nach langjähriger Vorbereitung präsentiert das Düsseldorfer museum kunst palast eine von Jürgen Harten, Berlin, kuratierte Zusammenschau der außergewöhnlichen Bildfindungen, die nicht nur den europaweiten Ruhm des italienischen Malers begründeten, sondern auch schon zu Lebzeiten Caravaggios von Nachahmern wie in späteren Jahren von künstlerischen Nachfolgern aufgegriffen wurden.
Gezeigt werden mehr als 30 hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen und renommierten Privatsammlungen.
Die Ausstellung ist nur in Düsseldorf zu sehen.



Durch ihre meisterhafte Inszenierung mit Licht und Schatten und durch ihre drastische Realistik war Caravaggios Malerei bereits bei seinen Zeitgenossen hochgeschätzt und begehrt. Zu seinen Auftraggebern gehörten kirchliche Würdenträger, römische Aristokraten und Sammler. Seine Kunst, die noch heute in verschiedenen Kirchen Italiens, Siziliens und Maltas zu bewundern ist, trug wesentlich zur Überwindung des damals herrschenden Manierismus bei. Im 17. Jahrhundert beeindruckte Caravaggios Stil nicht nur so bedeutende Maler wie Velazquez, Rubens und Rembrandt, sondern führte in ganz Europa zu einer nach ihm benannten Strömung innerhalb der barocken Malerei, dem „Caravaggismo“.
Zunehmend in Vergessenheit geriet Caravaggio im Verlauf der beiden folgenden Jahrhunderte und fand erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder neue Beachtung. Heute jedoch steht Caravaggio wieder im Mittelpunkt kunsthistorischer Forschung und gilt als einer der größten Meister der europäischen Malerei.
Zur Werk- und Wirkungsgeschichte Caravaggios gehört auch seine legendenumwobene Biographie. Die Lebensspuren des Künstlers sind in Gerichtsakten und Schriftquellen festgehalten, die von seinem streitbaren Charakter, von kirchlichen Förderern und künstlerischen Erfolgen, von Totschlag, Flucht vor der Justiz, päpstlicher Begnadigung und einem frühen rätselhaften Tod berichten.

Religion, Erotik und Gewalt gehören zu den Hauptthemen von Caravaggios effektvoll komponierter Malerei. Mit Modellen, die der Künstler häufig direkt von der Strasse holte, setzte er Motive aus den biblischen Geschichten meist unkonventionell lebensnah in Szene. Er malte Heilige mit schmutzigen Fußsohlen, spritzendes Blut und neben jungen auch alte runzlige Gesichter. Seine Kunst spiegelt häufig eine Profanisierung der religiösen Sujets wider. Als virtuoser Licht-Dramatiker schuf Caravaggio eine Vielzahl von Gemälden mit geradezu cineastischer Wirkung.

Die Faszinationskraft von Caravaggios Kunst reicht bis in die heutige Zeit. Im Jahr 1986 diente Caravaggios Biographie und sein Werk dem britischen Regisseur Derek Jarman als Vorlage zu einem Film, der nicht nur aufgrund der Akzentuierung homoerotischer Ästhetik breite Beachtung fand.
Im Zusammenhang mit der Düsseldorfer Ausstellung ließen sich Henning Mankell, Andrea Camilleri, Florian Illies, Ingrid Noll und weitere namhafte Autoren von Caravaggios Gemälden zu spannenden Kurzgeschichten inspirieren, die nun - anlässlich der Ausstellung - in einem Sammelband erscheinen.

Jean-Hubert Martin (Generaldirektor museum kunst palast):
„Die von der E.ON AG großzügig geförderte Caravaggio-Ausstellung im museum kunst palast zählt zu den Höhepunkten der erstmals in diesem Jahr in Düsseldorf ausgerufenen Kunst-Quadriennale. Dem Leitthema der Quadriennale „Der Körper in der Kunst“ entspricht die realistische und drastische Malerei Caravaggios auf beispiellose Weise. Denn er stellte die Körperlichkeit seiner Modelle stets ins Zentrum seiner virtuosen Licht-und-Schatten-Dramaturgie.
Zudem faszinieren viele der Werke Caravaggios durch ihre Allgemeingültigkeit im Hinblick auf Zeit und Ort. Weder das Dekorum des selten konkret zu bestimmenden Bildraumes noch die einfache Gewandung der Figuren setzen diese in einen definitiven zeitlichen Kontext.
Darüber hinaus besitzen viele seiner Bildkompositionen und die Art, wie er seine Akteure in den Bildvordergrund rückt, für heutige Betrachter starke cineastische Züge. Caravaggio wäre heute sicher ein großer Filmemacher.“
Jürgen Harten (Kurator der Ausstellung):
„Seit zwei Jahren haben mehrere Ausstellungen eine breite Öffentlichkeit wieder auf Caravaggio und die Bedeutung seines Werks für die europäische Kunstgeschichte aufmerksam gemacht. Die Düsseldorfer Ausstellung möchte diesem außergewöhnlichen aktuellen Interesse mit einem eigenen Konzept begegnen. Wie bei kaum einem anderen Künstler von vergleichbarem Rang hat das Oeuvre Caravaggios erst während der letzten Jahrzehnte klare Konturen gewonnen. Seit der legendären, von Roberto Longhi 1951 in Mailand veranlassten Ausstellung haben immer wieder gerade aufgefundene Gemälde und Quellen zu neuen oder veränderten Zuschreibungen geführt. Daran knüpfen wir an. Unter den in Düsseldorf präsentierten Originalen sind auch weniger bekannte, die erst jüngst restauriert worden sind. Daneben werden Wiederholungen oder Varianten gezeigt, über deren Zuschreibung zu diskutieren ist.
Alle ausgestellten Gemälde gelten als Bilderfindungen des Künstlers, ob sie nun eigenhändig oder von fremder Hand ausgeführt sind. Wir befinden uns auf den Spuren Caravaggios – das heißt auch: auf der Spur der Originale. Das Publikum sei Zeuge.“
Die Düsseldorfer Ausstellung konzentriert sich auf eine Auswahl kraftvoller, bewegender und leidenschaftlicher Bilder und macht mit der Präsentation verschiedener Fassungen eines Sujets – wie Johannes dem Täufer, der in mehreren Varianten gezeigt wird – die originäre Schöpferkraft und Eigensinnigkeit der bildnerischen Handschrift Caravaggios erlebbar. Sie lenkt den Blick auf jene unkonventionellen Bilderfindungen, die wesentlich zur Fama des barocken Licht-Dramatikers beitrugen und von ihm selbst variiert sowie von anderen Künstlern nachgeahmt wurden. Dabei spannt die Schau den Bogen von den frühen sinnenfrohen Gemälden eines eher weltlichen Themenkreises - wie den Darstellungen knabenhafter Lautenspieler - über so kühne Kompositionen - wie dem Gastmahl Christi in Emmaus - bis hin zu den leidenschaftlich-dramatischen, zugleich Kontemplation und Todeserwartung zum Ausdruck bringenden Heiligendarstellungen seiner letzten Schaffensjahre.

Vor dem Hintergrund der Fragestellung von Original, Replik und Variante aus eigener und fremder Hand gibt die Düsseldorfer Ausstellung und ihr begleitender Katalog spannende Einblicke in das Abenteuer heutiger kunsthistorischer Forschung.
General-Direktor: Jean-Hubert Martin

Kurator: Jürgen Harten, Berlin, wissenschaftlich beraten von Prof. Maurizio Marini, Rom

Assistenz des Kurators: Chiara Stefani, Rom

Projektleitung: Sabine Söll-Tauchert

Leihgeber u.a.:
- Museo Civico Ala Ponzone, Cremona
- Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Berlin
- The Detroit Institute of Arts, Detroit, USA
- Galleria degli Uffizi, Florenz
- Staatliche Museen Kassel, Gemäldegalerie alte Meister, Kassel
- Christ Church Picture Gallery, Oxford
- Museo del Santuario di Montevergine
- Museu de Montserrat
- Westfälisches Landesmuseum Münster
- Museo Nazionale di Capodimonte, Neapel
- Odessa Museum of Western und Eastern Art, Odessa
- Ermitage St. Petersburg
- Pinacoteca Capitolina, Rom
- Galleria Borghese, Rom
- Galleria Nazionale d’Arte Antica, Palazzo Barberini, Rom
- Galleria Nazionale d’Arte Antica, Palazzo Corsini, Rom
- Galleria Doria Pamphilj, Rom
- Musée des Beaux-Arts de Tours
- Museo del Patriarca del Real Colegio Seminario de Corpus Christi, Valencia
- Worcester Art Museum, Worcester, USA
sowie Leihgaben aus internationalen Privatsammlungen

Ausstellungsumfang:
ca. 30 Gemälde (Originale, zugeschriebene Originale sowie Kopien, die bereits zu Lebzeiten Caravaggios entstanden sind)

PUBLIKATIONEN
Katalog:
Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz-Verlag ein von Jürgen Harten im Auftrag des museum kunst palast herausgegebener wissenschaftlicher Katalog mit Beiträgen u.a. von Jean-Hubert Martin, Düsseldorf; Jürgen Harten, Berlin; Maurizio Marini, Rom; Klaus Krüger, Berlin; Valeska von Rosen, Düsseldorf; Chiara Stefani, Rom; Nicole Hartje, Köln.
Preis: 24,50 Euro, Buchhandelsausgabe: ca. 39,80 Euro

Kurzgeschichten-Buch:
Inspiriert von Leben und Werk Caravaggios und begleitend zur Ausstellung erscheint ebenfalls im Hatje Cantz-Verlag ein Buch mit Kurzgeschichten von neun namhaften Autoren: Andrea Camilleri, Gerhard Falkner, Nino Filastò, Florian Illies, Tanja Kinkel, Henning Mankell, Ingrid Noll, Arnold Stadler.
Preis: 7,95 Euro
ISBN-10: 3-7757-1807-9
ISBN-13: 978-3-7757-1807-3

SPONSOREN
Die Ausstellung „Caravaggio. Auf den Spuren eines Genies“ im museum kunst palast, Düsseldorf, wird von der E.ON AG als Hauptsponsor gefördert.

Das ausstellungsbegleitende Kulturprogramm für Kinder und Jugendliche sowie die Herausgabe einer Anthologie mit Kurzgeschichten internationaler Autoren zum Thema „Caravaggio“ werden durch die METRO Group unterstützt.

Medienpartner: Die Welt, Welt am Sonntag
Kulturpartner: WDR3
Weitere Förderer: frankenheim

Die CARAVAGGIO-Ausstellung ist Teil der „Quadriennale 06. ArtCityDüsseldorf“.

Die Stiftung museum kunst palast ist eine Public-Private-Partnership zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf, E.ON AG, METRO Group und degussa AG.
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Parallel zur der CARAVAGGIO-Schau zeigt das museum kunst palast eine Retrospektive zum plastischen und zeichnerischen Werk von „
Norbert Kricke“ (09.09.2006- 07.01.2007) sowie eine Ausstellung mit Fotoarbeiten von Spencer Tunick (30.09.2006 – 07.01.2007), der am 23.09.2006 eine Performance des Künstlers vorausgeht. Das Graphische Kabinett des museum kunst palast präsentiert aus dem Bestand der Sammlung eine Ausstellung zum Thema „Körpersprachen auf Papier“ (09.09.-12.11.2006).

Öffnungszeiten:
Täglich 10-20 Uhr, montags geschlossen
Eintrittspreise:
10,-- Euro, erm. 7,50 Euro
Familienkarte 23,-- Euro
Quadriennale-Kombiticket 20,-- Euro

 

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VORSCHAU Museum Kunstpalast

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Norbert Kricke
Plastiken und Zeichnungen


Eine Retrospektive

10. September 2006 – 7. Januar 2007

Norbert Kricke

Norbert Kricke, Raumplastik 1961, Stahl silberbronziert, museum kunst palast, © Nachlass Kricke


Norbert Kricke (1922 - 1984) zählt zu den herausragenden europäischen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Das museum kunst palast widmet dem Düsseldorfer Künstler und Akademiedirektor die erste große Museumsretrospektive nach seinem Tod mit etwa 80 skulpturalen Arbeiten und 120 Zeichnungen aus allen Werkphasen.

Als einer der wenigen deutschen Künstler, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Anerkennung fanden, war Norbert Kricke an zahlreichen Ausstellungen vor allem in Frankreich und den USA beteiligt. 1964 vertrat er Deutschland auf der Biennale in Venedig.
Für weitere Informationen:

Stiftung museum kunst palast Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf info@museum-kunst-palast.de www.museum-kunst-palast.de


Nach einer eher klassischen Ausbildung bei Richard Scheibe steht seit 1950 die abstrakte Skulptur im Zentrum von Krickes Schaffen. Mit seinen offenen, schwerelos wirkenden Plastiken thematisiert er die Geschwindigkeit und Energie im Raum. Dem Betrachter bietet sich das viele verschiedene Werkgruppen umfassende Oeuvre als Plattform zu einer neuen Erfahrung von räumlicher Offenheit und Unbegrenztheit an. Krickes verschiedene Raumplastiken können immer aus mehreren Perspektiven erkundet werden und erschließen sich dem Betrachter in ihrer Ganzheit erst nach Umschreiten.

In der Düsseldorfer Präsentation werden neben einer kleinen Gruppe von frühen figurativen Arbeiten Plastiken aus allen wesentlichen Schaffensperioden des Künstlers gezeigt: Die frühen rechtwinkligen architektonischen Kleinskulpturen um 1950, später die pfeilhaften Raumplastiken vom Typus ‚Lütticher’, die Flächenbahnen, die Gefächert - Gefiederten („Kasseler“), die Knoten („Große Mannesmann“), die Fließenden und die späten Rechtwinkligen und Kurven.

Krickes Hauptwerk „Große Mannesmann“ wird als Signum der Ausstellung im Ehrenhof präsentiert.

Die Ausstellung wurde von Stephan von Wiese in enger Zusammenarbeit mit der Tochter des Künstlers, Sabine Kricke-Güse, kuratiert. Es erscheint ein umfassender Katalog.


Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.


Generaldirektor:
Jean-Hubert Martin

Kurator:
Dr. Stephan von Wiese and Sabine Kricke-Güse
Ausstellungsumfang:
80 Skulpuren and 120 Zeichnungen

Öffnungszeiten:
Täglich 10h-20h, Montags geschlossen

Eintritt:
10 Euro, ermäßigt: 7.50 Euro
Familienticket: 23 Euro
Quadriennale Kombi-Ticket: 20 Euro
 



30.09.2006 - 12.11.2006
Spencer Tunick >>>


30.09.2006 - 12.11.2006

Körper auf Papier >>>

 

Ausstellung
ab 09.09.2006
Ausstellungsflügel
Foyer
Steiner & Lenzlinger

Gerda Steiner&Jörg Lenzlinger
Brainforest
21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa (Japan), 2004
© Foto: Gerda Steiner&Jörg Lenzlinger, 2006


Das vegetative Nervensystem


Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger gehören zu den erfolgreichsten jungen Schweizer Künstlern. Sie leben und arbeiten in Uster bei Zürich. Neben individuellen Arbeiten entwickelt das Künstlerpaar gemeinsam großräumige Installationen: Kleine Wunderländer, die ihre Geschichten mit verspieltem Charme und ironischem Augenzwinkern erzählen. Die von ihnen geschaffene Makrobiologie bildet einen neuen Kosmos möglicher Natur.

Speziell für das Foyer museum kunst palast haben Steiner & Lenzlinger „Das vegetative Nervensystem“ entwickelt: Eine ca. 16 Meter hohe Konstruktion aus Ästen und Wurzeln, feinen Seilen, Drähten, dünnen Plastikschläuchen, die die vernetzte Struktur des vegetativen Nervensystems des Organismus museum kunst palast nachzeichnet. Das gesamte System ist durchsetzt von einer Vielzahl von kleinen Objekten, die, von den Künstler zum Teil handgemacht, zum Teil auf Reisen in aller Welt zusammengetragen, das Werk mit je nach Lichteinfall wechselndem Farbenspiel zum Pulsieren bringen.

„Das vegetative Nervensystem“ ist an mehreren Punkten mit der Architektur des museum kunst palast verbunden. Hierbei verzichten die Künstler ganz auf voluminöse Elemente und massive Träger wie Stützen und Säulen. Es entsteht so der Eindruck eines zarten, schwebenden Flechtwerks.

Das Werk wurde mit großzügiger Förderung der Bank Julius Bär erworben und wird für mindestens 3 Jahre im Foyer zu sehen sein.