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Berthe Morisot
1841-1895
französische
Malerin des Impressionismus

Berthe Morisot war die erste
Frau in der Gruppe der Impressionisten, sie zählt heute zu
den wichtigsten Malerinnen des Impressionismus.
Schülerin von Camille Corot,
heiratete 1877 Eugene Manet, den Bruder des Malers
Édouard Manet, dessen bevorzugtes Modell sie von
1872 - 74 war.
Sie malte Landschaften, Interieurs,
Figurenbilder sowie Frauen- und Kinderporträts.

Paul Valéry, der eine der Nichten Berthe
Morosots geheiratet hatte, definierte die Rolle von Berthe
Morisot unter den Impressionisten und ihren wesentlichen
Beitrag zur Kunst:
"Die Besonderheit Berthe Morisots bestand darin, ihre
Malerei gelebt und ihr Leben gemalt zu haben, als wäre
für sie die Wechelbeziehung zwischen Beobachtung und
Handlung, zwischen Schöpferwille und Licht eine natürliche
und notwendige Funktion gewesen, die engstens mit ihrem
Lebensplan zusammenhing.Wie wir einen Gedanken aufgreifen
und wieder fallen lassen, so griff sie zum Pinsel und legte
ihn wieder nieder."
Ihre Skizzen und Bilder, die sie als junges Mädchen, Gattin
und Mutter ausgeführt hat, begleiten ihr Schicksal und ihr
Leben Schritt für Schritt. Ihr Gesamtwerk ist quasi wie das
Tagebuch einer Frau, deren Ausdrucksmittel Farbe und
Zeichnung waren. Das gemalte Tagebuch.
Stilistisch erfuhr sie eine deutliche Entwicklung, bezüglich
ihrer Malerei. In den Anfängen malte sie unter dem Einfluss
von Corot traditionsgebunden, im Kontakt mit Manet wird ihre
Technik freier und heller, schließlich unter dem Einfluss
Renoirs nimmt die Malerei vollen impressionistischen
Charakter an.
Sie ist die Tochter eines Präfekten, die ihre Familie in
Erstaunen versetzt, indem sie ihre Schwester Edna überredet,
die Künstlerlaufbahn einzuschlagen. 1857 wenden sich beide
Schwestern an den Lyoner Maler Guichard, um sich von ihm
Anleitungen geben zu lassen. Guichard stellt Berthe Morisot
1860 Corot vor, der auf ihre Laufbahn einen entscheidenden
Einfluß ausübt. Jahrelang studiert sie im Louvre die Meister
und macht die Bekanntschaft des Graveurs Bracquemond und
des Malers Fantin-Latour. Sie malt viel in der Natur und
wendet sich, dem Beispiel Jongkinds folgend, dem Aquarell
und vor allem der Landschaft zu.
Berthe Morisot malt 1863 ihre ersten Landschaften in
Auvers-sur-Oise, von denen zwei im Salon von 1864 angenommen
werden. Der Einfluss Corots macht sich in ihren Frühwerken
deutlich bemerkbar (Der Hafen von Lorient, 1869,
Privatsammlung).

Berthe Morisot: Schmetterlingsjagd 1873
Öl auf Leinwand, Breite 46 cm Höhe 56cm, Paris, Louvre, Jeu
de Paume
1868 macht sie die Bekanntschaft Edouard Manets - dessen
Bruder Eugene sie 1874 heiratet - und steht für den Balkon
Modell. Manet weckt ihr Interesse für die Darstellung von
Personen und für Porträts (Portrait der Mme. Pontillon, die
Schwester der Künstlerin, Pastell, 1871; Die Wiege, 1873;
Die Schmetterlingsjagd, 1873, alle im Jeu de Paume) und
führt sie in den Kreis der Impressionisten ein. Sie gehört
von nun an zur Gruppe, stellt beinahe bei allen ihren
Veranstaltungen aus, von der ersten, berühmten bei Nadar im
Jahre 1874 bis zur letzten im Jahre 1886, bei der sie von
der Kritik ganz besonders verrissen wird. 1875 unternimmt
sie eine Reise nach England (Isle of Wight, Ramsgate), wo
sie Seestücke malt. Ihre Vorliebe für das von Manet
gepriesene "moderne Leben" und besonders für das
Familienleben und seine Intimitäten führt sie zu
Kompositionen, in denen sie Personen - einzeln oder in
Gruppen- in der ihr eigenen Schau mit der
impressionistischen Technik behandeln kann.
L'Enfant dans les Iles, 1875, Frau bei der 7Oilette (1879,
Jeu de Paume); Die Frage an den Spiegel (1876,
Privatsammlung, Paris); Eugene M anet und seine 'Tochter in
Bougival (1881, Privatsammlung, Paris); Junge Frau beim
Nähen im Garten (1881, Museum von Pau); Kleines Mädchen mit
Puppe nach Julie Manet (1884, Privatsammlung, Paris).

Berthe Morisot: Die Wiege, 1873
Öl auf Leinwand Höhe 55cm , Breite 46 cm, Paris, Louvre, Jeu
de Paume

Im Gras 1874. Pastell auf Papier. Musée du Petit Palais,
Paris, France.

Beim Lesen 1888. Öl auf Leinwand. Museum of Fine Arts, St.
Petersburg, Florida, USA.
Berthe Morisot unternimmt so dann mehrere Reisen: nach
Italien (1882), nach Belgien und Holland (1885), nach Jersey
(1888). Sie verbringt den Winter in Nizza, den Sommer in
Mezy bei Melan, wo sie mit Renoir malt, dessen Einfluß in
ihren Werken ab 1880 deutlich spürbar wird. Zu den
bezeichnendsten Arbeiten aus dieser übergangsperiode
gehören: Der Kirschbaum (1891), Heuernte in M/:zy (1891),
Die Klavierstunde (1892) nach Lucie Uon, Pianistin der "Concerts
bleus", Junges Mädchen mit Fächer (1893), nach Jeanne
Fourmernoir, in der Rue Weber gemalt; Im Bois de Boulogne
(1893); Geigenstunde (1893), nach Julie Manet in der Rue
Weber gemalt; im Hintergrund erkennt man Manets Porträt von
Isabelle Lemmonier; Julie Manet in Weiß (1894), alle in
Privatsammlungen; Die Kinder von Gabriel Thomas (1894, Jeu
de Paume), in der Rue Weber gemalt.
Die Galerie Boussod- Valadon veranstaltet vom 25. Mai bis
zum 18. Juni 1892 eine wichtige Ausstellung ihrer Werke, die
dreiundvierzig Arbeiten umfasst.
Im folgenden Jahr besucht sie Ende August und September
Mallarmé in Valvins, der ein großer Bewunderer ihrer Kunst
ist. 1894 reist sie nach Brüssel, wo sie in der "Libre
Esthetique" ausstellt.
1896, ein Jahr nach ihrem Tode, schreibt Mallarmé anlässlich
einer Ausstellung bei Durand-Ruel, die 191 Gemälde, 61
Pastelle, 73 Aquarelle, 64 Zeichnungen und zwei SkulptUren
der Morisot umfaßt: "Sie ist eine Zauberin, deren Werk
nach der Meinung einiger origineller Künstler, die sie als
ihre Kampfgenossin sahen, dem ihren ebenbürtig ist und sich
in vorzüglicher Weise in die Geschichte der Malerei ihres
Jahrhunderts einfügt."

Junge Frau beim Nähen im Garten

Portrait de M.T.
Pastell 60 x 49.5 cm
Privatsammlung, New York

auf dem Balkon 1871-72; Privatsammlung
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