News - DAM Digital Art Museum Berlin

 

[DAM] Berlin Digital Art Museum

Tucholskystr. 37 | D-10117 Berlin
Fon: +49 30 280 98 135
Ansprechpartner: Wolf Lieser - Direktor w.lieser@dam.org
Mitarbeiter: Nicole Löser - n.loeser@dam.org

Email: berlin@dam.org
 


Ausstellung 02:
1.4.2006 - 9.5.2006


NICOLE NICKEL - PLAYGROUND - Digitale Objekte
 


PLAYGROUND - Digitale Objekte

Ausstellungseröffnung:
31.3.2006 19 - 21 Uhr

Einführung in die Ausstellung:
31.3.2006 19:30 Uhr
Es spricht Prof. Annett Zinsmeister
„Den Betrachter erwartet ein virtuoses Spiel mit Dimensionen..., indem er sich immer wieder aufs Neue verlieren oder aber an spannungsgeladener Orientierungslosigkeit gewinnen kann.“ Annett Zinsmeister (aus Katalogtext)

Die Berliner Künstlerin Nicole Nickel verbindet Malerei mit digitaler Kunst.
Mittels ungewöhnlicher Kompositionen spürt sie den Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Architektur nach. Ihre illusionistischen Konstruktionen von Fläche und Raum, am ehesten mit organischer Architektur vergleichbar, werden mit Hilfe des Computers generiert und dann auf PVC kaschiert. Nickel beschreibt sie als „zweidimensionale Objekte“ oder „dreidimensionale Flächen“.
Das zeichnerische Grundgerüst für ein solches Objekt entsteht durch die Verwendung von Umrisslinien zur Darstellung einer geometrischen "Architektur". Spielerisch geht sie mit den entstandenen Flächen um. In früheren Arbeiten nutzte Nickel monochrome Farbflächen, die nun von alltäglichen Strukturen und Mustern abgelöst werden. „Waren es anfänglich einzelne Teile der Komposition, die zu einem inhaltlichen Bruch führten, so sind es jetzt Strukturen und Größenverhältnisse einzelner Elemente, die scheinbar Reales in Frage stellen.“, erläutert Nicole Nickel im Gespräch mit Annett Zinsmeister.

Ihrem Interesse an Wahrnehmung und kompositorischen Strategien konnte sie bis zum Jahr 2000 am besten in der Malerei begegnen. Für ihre imaginären Landschaften war der Übergang zum Umgang mit dem Computer jedoch naheliegend. „Ich habe einfach nach einem zeitgemäßen Arbeitsmedium gesucht - wie ich zu einer noch stärkeren Perfektion kommen könnte, ohne das malerische Element aufzugeben.“, erklärt sie.
Perspektivische Mittel zur Suggestion einer räumlichen Erscheinung werden schon seit der Antike von Malern benutzt. Nicole Nickel geht einen Schritt weiter. Die räumlich, plastisch wirkende Illusion ihrer virtuellen Räume wird durch die Montage auf PVC um die Dimension eines Reliefs erweitert.
„Täuschungsmanöver dieser Art sind fester Bestandteil meiner Formensprache, doch stellt sie sich nicht wie bei Escher einer perfekten Vorführung eines Perspektiveneffektes dar. Sie ordnet sich vielmehr der Idee der Irritation der Gesamtbildkomposition unter“, so Nickel.
Mit Hilfe der Architektur kann sie sich abstrakter Kunst annähern, ohne abstrakte Kunst herstellen zu müssen. So gelingt es ihr, reale Eindrücke und Wahrnehmungsstrategien zu hinterfragen und faszinierende virtuelle Welten zu erschaffen.

Text: Nicole Löser

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Nicole Löser | n.loeser@dam.org
Presse/Kommunikation



Das Digital Art Museum [DAM] ist eine Plattform für Digitale Kunst und wurde 1998 von dem Galeristen Wolf Lieser mit dem Ziel gegründet, zeitgenössische Digitale Kunst in Ausstellungen und durch andere Vermittlungsformen einem breiten Publikum bekannt zu machen.
In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Kunsthistorikern der Londoner Metropolitan University sowie der Brighton University entstand das Internetportal www.dam.org, das durch umfangreiches Material einen Zugang zu den Ursprüngen dieser Kunstform und deren Entwicklung bis hin zu aktuellen interaktiven Installationen, Animationen und Softwarekunst ermöglicht.
 

 

Künstlerbiografie Nicole Nickel  hier

Laufende Ausstellung
Ausstellungstitel Zeit
Margret Eicher "nothing is real" 28.01.2006 - 21.03.2006

 

 

*Digitale Objekte. *Nicole Nickel im Gespräch mit Annett Zinsmeister,
Berlin 2006

A.Z.: Deine künstlerischen Arbeiten sind geprägt von einem Wechselspiel an Flächen und Räumen. Die meist als räumliche Konstruktionen benannten Collagen und Zeichnungen, die ihren Anfang in der Ölmalerei nahmen, oszillieren zwischen abstrakter und räumlicher Komposition. Man könnte deine Arbeiten als „zweidimensionale Objekte“ oder „dreidimensionale Flächen“ umschreiben – oder als ein Vexierspiel der Dimensionen. Welche Themen interessieren dich in deiner künstlerischen Arbeit?

N.N.: Thematisch hat mich am Anfang die Erstellung von Perspektiven interessiert. Vordergründig sind es formal streng und logisch erscheinende Konstruktionen, die ins Absurde führen. Maßgeblich für diese Bildwirkung ist das Zusammenspiel von Konstruktion und Farbwahl monochromer Flächen. Durch die Arbeit am Computer hat sich das Spektrum der Flächenbearbeitung erweitert. Monochrome Flächen kann ich nun durch alltägliche Strukturen ersetzen, die einen hohen Grad an Wiedererkennungswert haben. Die Perfektion einer Perspektive ist nicht mehr relevant für die Bildwirkung. Waren es anfänglich einzelne Teile
der Komposition, die zu einem inhaltlichen Bruch führten, so sind es jetzt die Strukturen und Größenverhältnisse einzelner Elemente, die scheinbar Reales in Frage stellen. Ich habe in den letzten Jahren begonnen in sich geschlossene Bildräume zu schaffen, in denen ich die Möglichkeit habe, auf einer begrenzten Fläche Architektur nicht mehr in ihrer rein logischen Form widerzuspiegeln, sondern fast spielerisch mit unterschiedlichsten formalen und inhaltlichen Aspekten neue Welten zu erschaffen.

A.Z.: Architektur ist ein zentrales Bildthema in deiner Arbeit. Die zum Teil stark abstrahierten Kompositionen werden durch entsprechende Bildtitel nachhaltig räumlich konkretisiert. Mit dieser eindeutig
architektonischen Referenz hast du bereits in der Malerei virtuelle Räume oder imaginäre Architekturen erschlossen. Was fasziniert dich an der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Architektur?

N.N.: Ich konnte mich nie zwischen einem Architekturstudium und der Malerei entscheiden. Die Zusage für das Kunststudium war schneller in meinem Briefkasten und hat mir somit die Qual der Wahl erspart. Was im Nachhinein richtig war, weil ich mich während des Malereistudiums inhaltlich ausschließlich mit Architektur auseinander setzen und somit beide Interessensgebiete optimal miteinander verbinden konnte. Andersherum wäre das nicht machbar gewesen.
Was fasziniert mich an Architektur... da gibt es letztendlich zwei relevante Komponenten: Einmal die Möglichkeit, Fragen der abstrakten Kunst einen thematischen und realen Rahmen zu geben. Zudem reizt mich immer wieder von Neuem die Idee der Fassade; Sie verbirgt einen Inhalt, einen unbekannten Raum. Architektur hält den Betrachter auf Distanz, weil sie das Innerste auf den ersten Blick nicht Preis gibt. Gebäude deuten Geschichten an, ohne sie zu erzählen.
Die Architektur liefert mir das Rohmaterial, an dem ich Fragen der abstrakten Kunst abhandeln kann, ohne rein abstrakte Kunst herzustellen zu müssen. Mir hat es nie genügt, rein abstrakt zu arbeiten, obwohl mich die Fragen der abstrakten Kunst, des Konstruktivismus etc thematisch verfolgen. Ich habe immer nach einem realen Hintergrund gesucht um meinen Arbeiten einen inhaltlichen Sinn zu geben. In gewisser Weise ist Architektur für mich der Rahmen, der Halt, mich mit Bildkompositionen zu beschäftigen. Architektur umgibt mich täglich, sie prägt mich und sie ist für mich Mittel zum Zweck.

A.Z.: Bis ins Jahr 2000 waren deine Arbeiten vor allem in der Ölmalerei, in Zeichnungen und Collagen begründet. Der Übergang zum Umgang mit dem Computer erscheint nahezu fließend. Man könnte meinen, dass deine virtuellen Objekte, Räume, Kompositionen in der Verwendung des Computers ihr entsprechendes Medium gefunden haben. Wie und wann kam es zu der Entscheidung mit dem Computer zu arbeiten?

N.N.: Reine Unzufriedenheit. Ich habe mir immer häufiger die Frage gestellt, wie ich zu einer noch stärkeren Perfektion kommen könnte, ohne das malerische Element aufzugeben. Versuche in Richtung Collage, Zeichnungen, Holzobjekte haben immer nur Verbesserungen und Veränderungen in eine Richtung gebracht. Der Cutter hat mir die perfekte Schnittkante geliefert, aber nicht die Schattierung, die Malerei hat mir den Verlauf geliefert, aber nicht den Fotorealismus, das Holzobjekt die perfekte räumliche Tiefe, usw. Ich habe einfach nach einem zeitgemäßen Arbeitsmedium gesucht, das all diese Faktoren in sich vereint und mir neue Möglichkeiten bietet.
A.Z.: Auffällig an deinem Medienwechsel ist ein zunehmend virtuoser Umgang mit der Fläche. Welche Rolle spielt die Wahl deiner Darstellungsmittel? Ist für dich der Umgang mit dem Computer eine konsequente Fortführung der Malerei mit anderen Mitteln?

N.N.: Jedes Darstellungsmittel ist und war für mich zum jeweiligen Zeitpunkt Mittel zum Zweck. Ich habe nicht die Einstellung, dass das eine Darstellungsmittel für immer und ewig Bestand haben muss. Jetzt ist es der Computer, der mir von meinen gestalterischen Anforderungen her das Maximum an Möglichkeiten liefert und, was für mich wichtig ist, auch eine Herausforderung bietet, weil es durch die technischen Veränderungen immer wieder „Neuland“ bedeutet. Ich habe mit Ölmalerei begonnen, während meines gesamten Studiums an dieser Technik gefeilt und später einfach nach einer nicht inhaltlichen, aber technischen Erweiterung gesucht. In der Suche nach neuen Möglichkeiten bin ich auf den Computer
gestoßen. Folglich stimmt deine Annahme, dass für mich der Computer die konsequente Fortführung der Malerei bedeutet. Allerdings mit einer großen Einschränkung; Habe ich in der Malerei immer nach einer reduzierten, malerischen Perfektion gesucht, musste ich am Computer erfahren, dass die dabei technisch erzeugte Perfektion von Flächen mir völlig langweilig und nichts sagend erschien. Also musste ich eine neue
Methode entwickeln, die „perfekten“ Flächen zu durchbrechen, zu beleben, ihnen in irgendeiner Form einen malerischen Duktus zu verleihen, die meine Computerarbeiten meiner Malerei gleichstellen.

A.Z.: Ab 2003 reduzierten sich vorübergehend die Formen und auch zeitweise die Farben in deinen Arbeiten und du hast in dieser Zeit nochmals mit herkömmlichen Collagentechniken gearbeitet (z.B. roundtrip,
glitterfields). Diese Arbeiten unterscheiden sich nicht nur aufgrund der o.g. Reduktionen von deinen anderen Werken, sondern auch weil räumliche und flächige Elemente hier wesentlich deutlicher differenziert wurden. Diese Differenzierung wurde durch die Art, bzw. die Technik deiner künstlerischen Umsetzung befördert, da sich deine Kompositionen aus verschiedenen Darstellungstechniken konstituierten: Architektonische Elemente wurden beispielsweise als abstrakte Schwarz-Weiß-Zeichnungen in fotografierte Landschaftsräume eingebettet. In vielen anderen Werken sind die Übergänge der unterschiedlichen Bildelemente auffallend fließender. Zum Einen weil die mediale und materielle Unterscheidung der Bildelemente entfällt (weil z.B. die Bildelemente vergleichsweise homogen aus digitalen Bildmaterialen komponiert sind, oder weil sie sich mit ihren komponierten Flächengestaltung nahezu selbstverständlich in die Gesamtkomposition einfügen. Welche Bedeutung hat diese doch vergleichsweise eigenständige Werkgruppe für dich?

N.N.: Ich habe in dieser Übergangszeit versucht, mich von der reinen Architekturidee freizumachen um auf einer spielerischeren Ebene zu ihr zurückzukehren. Es ging mir mehr um die „Umgebung“ der Architektur.
Naturfragmente, Organisches etc., das war relevant für die Weiterentwicklung zu Arbeiten wie blue corner. Als ich mit den Objekten begann, habe ich tatsächlich noch ausschließlich mit Collagetechniken
experimentiert. Aus Klebefolien, Fotografien und auch Zeichnungen habe ich auf Kunststoffträgern kaschierte, lackierte Objekte geschaffen (z.B. glitterfields). Mit dieser Vorgehensweise stieß ich aber wie gesagt sehr schnell an technische Grenzen. Erst danach hat sich die komplette Bearbeitung am Computer als mögliche Arbeitsform etabliert. Collagen werden von mir seitdem ausschließlich am Computer erstellt.

A.Z.: Die Fläche erfährt in deinen Werken einen ganz eigene gestalterische Sorgfalt. In deiner Malerei der Neunziger Jahre dominierte noch die farbige Differenzierung von Flächen: Die wiederkehrende axonometrische Organisation farbiger Flächen in deinen früheren Bildern erinnert an Arbeiten der Künstlergruppe /De Stijl/, allerdings sind deine Arbeiten wesentlich expressiver. Seit 2002 stellst du digitale Objekte her. Hierbei kommen einem Frank Stellas expressive Reliefs in den Sinn. Doch in deinen Objekten tritt - aufgrund der digitalen Bildproduktion - eine überaus präzise Flächen- und Kantengestaltung an die Stelle von Stellas roh bemalten und grob beschnittenen Aluminium-Flächen. In deinen digitalen Collagen werden diese präzisen Flächen mit mehrfarbigen Mustern, Ornamenten oder Materialstrukturen gefüllt. In dieser zunehmenden Komplexität von Strukturen, verschmelzen sukzessive Fläche und Raum....Inwieweit wurzeln deine digitalen Collagen in herkömmlichen Verfahren der Bildmontage? Nutzt du schlicht das (nun digitale) „cut & paste“ – Verfahren, in dem du bereits existente Bildelemente ausschneidest und neu zusammenstellst, oder gehst du einen Schritt weiter und generierst die Bildelemente selbst (z.B. eigene Ornamente und Muster, etc.)?

N.N.: Im Gegensatz zu früheren von mir genutzten, nicht computergestützten Collagetechniken, bietet mir der Computer nun eine Fülle an Möglichkeiten. „Cut & paste“ bei Papiercollagen ist sehr limitiert. Erst der Computer ermöglicht es mir, gescanntes Material zu skalieren, einzufärben, perspektivisch zu verzerren, kurz: zu bearbeiten und somit der Gesamtkomposition ohne Einschränkungen anzupassen. Mehr noch: sehr viele meiner Materialien sind von mir selbst am Rechner generiert und speziell für eine bestimmte Fläche geschaffen. Für mich ist es nicht relevant, ob man die einzelnen Fragmente als „ausgeschnittene“ Formen erkennt (was bei herkömmlichen Collagen häufig der Fall ist), sondern mir geht es darum fließende Übergänge zwischen den einzelnen Flächen mit Hilfe des Computers zu erzeugen.

A.Z.: Wie komponierst du deine digitalen Collagen und mit welchen Programmen arbeitest du?

N.N.: Ich besitze eine digitales Archiv, dem ich alle möglich Fundstücke einverleibt habe. Das können Fotografien sein, Scans von Oberflächen, Stoffe, Materialien, Werbeflyer, Texturen, organische Materialien etc. es ist ein Sammelsurium meines Alltags. Häufig arbeite ich nach wie vor mit Skizzen, schaffe eine Tragwerkskonstruktion in Form von einer Zeichnung, die ich dann mit den Oberflächen aus meinem Archiv „überspanne“. Dazu werden die Texturen bearbeitet, perspektivisch verzerrt, Schattierungen gesetzt. In der Entwurfsphase nutze ich verschieden Zeichenprogramme, welche mir Perfektion und verlustfreie Skalierung meiner Skizzen ermöglichen. In der „malerischen Ausarbeitung“ findet ausschließlich ein professionelles Bildbearbeitungsprogramm Verwendung. Um auf die vorherige Frage zurückzugreifen: eben nicht verschieden Filter anzuwenden und sich völlig der Technisierung des Werkzeuges auszuliefern, sondern zu versuchen, die Maus als Pinsel zu begreifen, das ist für mich interessant und verbindet Malerei und digitale Kunst.

A.Z.: Ich hatte bereit zu Beginn des Gesprächs angedeutet, dass dein bildnerischer Umgang mit der Architektur von Anbeginn ein Spiel mit der Korrelation von dreidimensionalem Raum/Objekt und zweidimensionaler Darstellung war: die Überschneidung von Flächen und architektonischen
Objekten und landschaftlichen Räumen erscheinen als kompositorisches Spiel mit Wahrnehmungs-phänomenen. Die durch M.C. Escher in der Kunst bekannt gewordenen Möglichkeiten bildlich- räumlicher Täuschungsmanöver scheinen in deinen Werken immer wieder auf: als Irritationen am Rande, die weder im Zentrum deiner Arbeit noch in den Fokus des Betrachters geraten wollen, aber auf ein Spektrum bildnerischer und gestalterischer Möglichkeiten verweisen. Inwieweit interessieren dich diese Darstellungs- und Wahrnehmungsaspekte?

N.N.: So nebensächlich diese Täuschungsmanöver in meinen Arbeiten erscheinen mögen, sie sind fester Bestandteil meiner Formensprache. Allerdings stehen sie nicht im Fokus meiner Kunst. Meine Arbeiten sind nicht wie bei Escher eine perfekte Vorführung eines Perspektiveneffektes, vielmehr ordnet sich die Idee der Irritation der Gesamtbildkomposition unter.

A.Z.: Das Spiel mit der Illusion gebauter Architekturen tritt in Deinen Arbeiten seit 2004 augenscheinlich in den Vordergrund. Deine räumlichen, aber stark abstrahierten Objekte sind meist Collagen architektonischer
Versatzstücke, in denen räumliche Zusammenhänge ihre Bedeutsamkeit verlieren oder schlicht ad absurdum geführt werden. Es sind Versatzstücke von Gelände – und baulichen Elementen, die abstrakte Architekturmodelle konstituieren, in denen immer wieder ein dreidimensionaler Körper in der Fläche endet. Wer als Betrachter versucht sich seinen Weg durch diese vermeintlichen Räume zu bahnen, wird zwangsläufig an Flächen scheitern. Es ist ein virtuoses Spiel mit Dimensionen, mit den Illusionsmöglichkeiten von Raum in der bildnerischen Darstellung, in dem sich der Betrachter immer wieder aufs Neue verlieren oder aber an spannungsgeladener Orientierungslosigkeit gewinnen kann.


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