News DAM Digital Art Museum Berlin

 

Pressetext

Margret Eicher - nothing is real


vom 28.01.2006 bis 29.03.2006


[DAM] Berlin - Ausstellungsräume des Digital Art Museum

Tucholskystraße 37

DE-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 280 981 35

Telefax: +49 (0)

Ansprechpartner: Wolf Lieser - Direktor w.lieser@dam.org
Mitarbeiter: Nicole Löser - n.loeser@dam.org

Email: berlin@dam.org
 

[DAM] Berlin

Margret Eicher
nothing is real (Gobelins und digitale Aquarelle)

Ausstellungseröffnung: 27.1.2006, 19-21 Uhr

28.1.2006 – 29.3.2006


[DAM] Berlin eröffnet das neue Jahr mit der Ausstellung nothing is real von Margret Eicher.
Gezeigt werden Tapisserien und Aquarelle, deren Inhalte im künstlerischen Arbeitsprozess als virtuelle Montagen erstellt wurden. Margret Eicher arbeitet mit einem unüberschaubaren Material von Bildvorlagen. Dabei läßt sie sich von Motiven aus der Kunstgeschichte bis zum aktuellen Tagesgeschehen, aber auch von Lifestylemagazinen, der Werbung und vielen weiteren Kommunikationsmedien wie Zeitungen, Büchern, Internet inspirieren. Mit ironischem Blick zitiert und kombiniert sie diese und stellt mit ihren Neuinszenierungen vielfältige Bezüge
zu Vergangenheit und Gegenwart her.

Die digitalen Tapisserien, Zitate des traditionellen Bildmediums der höfischen Gesellschaft, wurden bereits in verschiedenen Ausstellungsreihen wie z.B. „Society Dream“ oder „R:E:M rapid eye movement“ (1999 - 2005) gezeigt. Margret Eicher nutzt die Idee des einstigen Wandbehangs, um eine neue Kunstform zu etablieren. So ist der Besucher durch die Oberfläche der Kunstwerke verführt, doch bei genauerer Betrachtung eröffnet sie ihm eine kritische Sicht auf unsere Informationsgesellschaft sowie den Umgang mit Bildmedien generell.

Die Schau nothing is real knüpft konzeptuell an ihre Ausstellungen Gefälschte Gobelins (2004) und Freche Kopie! (2003) an, doch ist sie um ein Genre (digital erstellte „Aquarelle“) erweitert. Mit den verschiedenen Präsentationsformen wie Gobelin, Gemälde oder Aquarell ist es der Künstlerin möglich, deren jeweilige Konnotationen in ihre Bildaussage einzubeziehen. Mit dieser Verfahrensweise werden Wahrnehmungsgewohnheiten und Zuordnungen hinterfragt. beispielsweise Machtinszenierungen in der alltäglichen Bildsprache (Tapisserien) oder die Behauptung der Augenzeugenschaft in der journalistischen Fotografie (Aquarelle).

Die handwerklichen Techniken, sei es die Aquarelltechnik oder die Webtechnik eines Gobelins, verführen den Betrachter zur Annahme der Anwesenheit eines traditionell arbeitenden Künstlers. Eicher deutet hier auf die Authentizität des Künstlers hin, der „wahrhaftig Gesehenes, mit technischer Fertigkeit authentisch Protokolliertes“ übermittelt. Die Verwendung von Bildern aus den Medien unserer Informationsgesellschaft, die den Veröffentlichungen von politischen und gesellschaftlichen Ereignissen, den Portraits prominenter virtueller Persönlichkeiten, die Science Fiction, Computerspielen oder auch historischen Gemälden entnommen sind, stehen nicht im erwarteten Kontext der Technik. Und genau darin liegt der einfallsreiche Kunstgriff von Margret Eicher, sie fordert ihr Publikum dazu auf, den eigenen Augen nicht zu trauen.

Anstelle der traditionellen Themen, die mit diesen Techniken in Verbindung gebracht werden, wird der Betrachter mit prägnanten zeitgenössischen Darstellungen überrascht: Motive wie z.B. ein Einkaufszentrum als Ort kommerzieller Hofhaltung („Höfisches Interieur“), ein Neugeborenes im Brutkasten als moderner Mythos der Herrschaft über Leben und Tod („Die Geburt der Venus“), eine professionelle, im Internet agierende Liebesdienerin („Venus“), der Porsche-Chef als eleganter Recke, „reitend“ auf dem Kotflügel eines Boliden („Reiterbildnis“), eine Imbißbude als weihevoller Ort („Abendmahl“) und viele andere mehr.
Diese zentralen Darstellungen sind von digital übernommenen historischen Bordüren umrahmt, die gemäß ihrer traditionell kommentierenden Funktion mit allerlei gegenwärtigen Bezugssymbolen durchwirkt sind: z.B. Börsen- oder Wirtschaftsdiagramme, wissenschaftliche Schaubilder, Signets, bekannte Helden aus Comics und Computerspielen.

nothing is real hinterfragt in der Gegenüberstellung von zeitgenössischem trivialen Bildmaterial mit traditionellen, inhaltlich stark besetzten Bildmedien unsere Rolle als Kommunikationspartner. Welche Rolle Medien heute spielen, ob sie Unterhaltungscharakter haben, Meinungen zu bilden oder zu kontrollieren suchen, Kritik oder Lob aussprechen, ist seit ihrem Aufkommen ein spannendes Thema. Margret Eicher gelingt es mit dieser Schau, historische wie gegenwärtige Pressebilder als Demonstrations- objekte von Position und Macht, Tradition und Glaube einer global kommunizierenden Gesellschaft mit Prominenten aus Politik und Wirtschaft, Showbusiness und Sport zu entlarven.



Margret Eicher

geboren in Viersen

lebt und arbeitet in Ladenburg

1973-1979 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf


Auszeichnungen

1989 Arbeitsstipendium des Landes Rheinland-Pfalz

1993 Preis der Rheinland-Pfälzischen Lotto-Toto-Gesellschaft

1994 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

1995 Förderstipendium des Kunstfonds Bonn e.V.

1996 2.Preis Copy-Art-Wettbewerb der Internationalen Grafik-Triennale Grenchen, Schweiz


Einzelausstellungen (Auswahl) Selected Solo Exhibitions

2006 nothing is real, Galerie Sabine Salome Schwefel, Stuttgart
Galerie T40, Düsseldorf, (mit Sabine Dehnel)
Galerie Q-Raum für Gegenwartskunst, Leipzig
-K- Stadtgalerie, Saarbrücken
[DAM] Berlin
2005 REM –Rapid Eye Movement, Forum Kunst, Rottweil
Kunstverein, Wolfenbüttel
Galerie Sabine Schwefel, Stuttgart
2004 Double Wall Project, Ludwig Forum, Aachen
Neue Arbeiten, Galerie Ulrike Buschlinger, Wiesbaden
Die gefälschte Göttin, Galerie Sabine Salome Schwefel, Stuttgart
2003 Freche Kopie!, Büro für Kunst, Dresden
2002 Society Dream, Galerie Monika Beck, Homburg, (mit Simone Demandt)
Museum für Angewandte Kunst - mak.frankfurt, Frankfurt
Freche Kopie!, Galerie Ulrike Buschlinger, Wiesbaden
2001 Tussirecherche, Kunst Haus Dresden
Ideologie und Ideal, Galerie Claudia Böer, Hannover
Galerie Peters-Barenbrok, Berlin
Galerie VanDedem & Tiekmeijer, Deventer (NL)
Boygroup, Fotogalerie Wien
Sehen Sie!Sehen Sie?, Staatsgalerie Stuttgart, (mit Simone Demandt)
2000 Tussirecherche, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
Hospitalhof; Stuttgart
Van Dedem & Tielkemeijer, Deventer(NL)
Kunst Haus Dresden, Dresden
Galerie Claudia Böer, Hannover
Galerie Peters-Barenbrock, Berlin
Staatsgalerie, Stuttgart, (mit Simone Demandt)
1999 System Code, Galerie Ulrike Buschlinger, Wiesbaden
Kunstverein, Viernheim
Verein für Originalgrafik, München
Boygroup, Städtische Galerie, Waiblingen
1998 Ruhe bitte!, Podewil, Berlin
System Code, Galerie Lipanje Puntin, Triest (I)
Galerie Eugen Lendl, Graz (A)
Galerie Angelo Falzone, Mannheim
1997 Architectura Metaphysica, Galerie Monika Beck, Homburg
Architectura Metaphysica, Kunst Haus Dresden, Dresden
1996 Herrschende Muster, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden
Kunstverein, Dortmund
Galerie Ulrike Buschlinger, Wiesbaden
Konkretum-Abstraktum, Museum Bochum, (mit M. Dietz)
Ornamentale Ordnungen, Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart
1995 LOBLOB, Wuppertal, Kunstraum Wuppertal
Galerie Angelo Falzone, Mannheim,
Bel Etage, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, (mit Jörg Czeschla)
1994 Über den Gebrauch der Muster, Kunstverein, Freiburg
Städtische Kunsthalle, Mannheim
Kunstverein, Oldenburg
1993 Die Latenz der ornamentalen Ordnung, Fotogalerie Wien
1992 Corporate Identity, Galerie Angelo Falzone, Mannheim
Kunstverein und Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim
Musée Trouvé, (mit Jörg Czeschla)
1991 Galerie Ulrike Buschlinger, Wiesbaden
Galerie am Luxemburgplatz, Wiesbaden
Raumkonzepte, Pfalzgalerie, Kaiserlautern
1988 Hirschmann und Vogelfrau, Pfalzgalerie, Kaiserslautern
1987 Galerie Irene Maeder, München
1986 Normale Dunkelheit am späten Vormittag, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
1983 Hessisches Landesmuseum, Darmstadt



Gruppenausstellungen (Auswahl) Selected Group Exhibitions

2005 Und wenn sie nicht gestorben sind..., Der Körper im digitalen Kontext
Foto Forum, Braunau (A)
2004 Vanitas, Eitelkeit van de ijdelheden, IKOB, Eupen (Belgien)
2003 Genius Loci – Der Geist des Gartens, Kunstverein, Lahr (mit Simone Demandt)
Triennale für Form und Inhalt
Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt
Museum for Art & Design, New York
2002 Interventionen, Haus E, Klinikum Ludwigshafen
2000 Viral Rooms, Bureau TM, Davos
Echt und Falsch, Gutenberg-Pavillon, Mainz
1997 Versus III, Velan-Kunststiftung, Turin
Schleifen, Super U, Galerie Brasilika, Wien
1996 Fahnen, Flottmann Hallen, Emscher Tal Museum, Herne
Frauen(t)räume, Galerie Horst Dietrich, Berlin
1995 Wanderausstellungen der Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg (K)
Begreifungskräfte, Badischer Kunstverein, Karlsruhe
Museum Ulm
Stadthaus, Ulm (K)
1993 Architektur der Ideen, Kunsthaus Hamburg (K)
Gewalt der Gegenwart, Badischer Kunstverein, Karlsruhe (K)
Kirchgänge – Raumbezogene Arbeiten in Kirchen, Landau (K)
1992 Galerie Angelo Falzone, Mannheim
Mythos Rhein, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen (K)
1991 Positionen, Herrenhof, Neustadt/Weinstraße
1990 Fußball in der Kunst, Pfalzgalerie Kaiserslautern
Leopold-Hoesch-Museum, Düren (K)
Förderpreis Junge Künstler der Saar Ferngas AG, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen (K)
1989 Fahne, Kunstverein Landau (K)
Kunst statt Küche, Industrietempel, Mannheim
1988 Künstler der Galerie, Galerie Maeder, München
Förderpreis Junge Künstler der Saar Ferngas AG, Pfalzgalerie Kaiserslautern


Bibliografie bibliography

1985 Fritz Stier: Von Stiermännern und Hirschfrauen, in: Heidelberger Theaterzeitung 2/85
1986 Götz Pochat: Honigzeiten, in: Katalog der Scharpf-Galerie, Ludwigshafen
1989 Dieter M. Gräf: Von der Eigenschau zur Kopie, in: Die Rheinpfalz 23.3.89
1991 Heinz Höfchen: Raumkonzepte, in: Katalog Pfalzgalerie Kaiserslautern
Andreas Vowinckel: Positionen, in: Katalog Herrenhof, Neustadt/Weinstraße
1992 Martin Stather: Die Kathedrale, der Weg und die Technik, in: Katalog Mannheimer Kunstverein und Landesmuseum für Technik und Arbeit
Roland Scotti: Mythos Rhein, in: Katalog Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
Hans-Jürgen Buderer: Ornament – reine Form als Träger von Bedeutung, in: Katalog, Mannheim
1994 Hans-Jürgen Buderer: Die Erweiterung des Bildes, in: Katalog Kunstverein Freiburg, Staatliche Kunsthalle Mannheim und Galerie Halskratz, Mannheim
Stephan Berg: Verführung und Zerstörung. Stephan Berg im Gespräch mit Margret Eicher, in: Katalog Kunstverein Freiburg, Staatliche Kunsthalle Mannheim
Hubertus von Amelunxen: Minotaurus, in: Katalog Architektur der Ideen, Hamburg
Sigrid Feeser: Ornament ist kein Verbrechen, in: Die Rheinpfalz 26.9.94
Volker Bauermeister: Gefängnis im Mandala, in: FAZ 1.2.94
1995 Ludwig Seyfarth: Wahrnehmungsmuster, in: Katalog LOBLOB, Wuppertal
Hans-Günther Golinski: Das Dasein ist räumlich, in: Katalog LOBLOB, Wuppertal
Hubertus von Amelunxen: Spolien, in: Katalog Bel Etage, Hamburg
Andreas Vowinckel, in: Katalog Begreifungskräfte, Karlsruhe
1996 Peter Gruhne: Vom Allgemeinen und dem Besonderen, in: Katalog Herrschende Muster, Mannheim
Hans Günter Golinski: Konkretum – Abstraktum. Ein Beitrag zur Architektur, Heidelberg
1997 Stephan Berg: Ornament und Herrschaft, in: Kunstforum International Bd. 136/1997 Marianne Hoffmann: Das Ornament verpflichtet, Kunstzeit 1/97
Karl-Siegbert Rehberg: Serielle Zentralität im Zeitalter der Dezentralisierungen, in: Katalog Ruhe bitte!, Heidelberg
Jürgen Raab: Copy Art, in: Kopierbereit, Linz
1998 Angelika Beckmann: Überlegungen zu ausgewählten Werken von Künstlerinnen im ZKM Karlsruhe, in: U. Paradoxa Vol 2, London
2000 Erik Schmid: Echte Gefühle, in: Echt und Falsch. Die Wahrheit im Medienzeitalter, Heidelberg
Antje Schmelcher: Plakat und Poesie. Zum Projekt Tussirecherche, in: Die Welt 25.2.2000
U. Knöfel: Thusneldas Erben, in: Der Spiegel 7.2.2000
Thomas Hirsch: Kurz-Mono, in: Allgemeines Künstlerlexikon
1996 Sigrid Feser: Society Dream – Gefälschte Gobelins im mak Frankfurt,
in: Kunstforum International Bd. 163/2003
1998 Harald Kunde: Evidenz und Hintersinn ; Daydream & Nightmare, Katalog
Ludwig Forum Aachen
 

Nicole Löser


 

www.dam.org/berlin

www.dam.org

www.ddaa-online.org

 

 

DAM

Die ersten Ausstellungsräume des [DAM] wurden 2003 eröffnet und sind heute unter
dem Begriff [DAM] Berlin international eingeführt. Das Online-Museum ist mittlerweile  eine der weltweit führenden Quellen für Digital Art und wird regelmäßig von Interessenten verschiedenster Kulturbereiche und aller Kontinente besucht.

Neben der klassischen Ausstellungstätigkeit in Berlin-Mitte sind die Informationsvermittlung und -archivierung zentrale Arbeitsfelder. Zielsetzung der musealen Tätigkeit ist es, dem 50-jährigen Erbe internationaler Digitaler Kunst, ihrem Anspruch an Experimentierfreude und Innovationsgeist, die ihr gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung zu verschaffen.


Auf der ART COLOGNE (28.10.–1.11.2005) hat das [DAM] Berlin eine umfangreiche
Sonderschau zur Geschichte der Digital Art präsentiert.

Die ca. 50-jährige Entwicklung der Digital Art lässt sich in drei Phasen einteilen.

In der Zeit von 1956-86 entstanden die ersten Pionierleistungen, zumeist auf der Basis von eigens geschriebenen Programmen und nicht immer aus der Feder originär künstlerisch arbeitender Personen. Von den Malprogrammen bis hin zur medialen Unterstützung durch Scanner und Filmrecorder: Die folgenden 10 Jahre standen ganz im Zeichen der Weiter- entwicklung der Software und ihrer Möglichkeiten.

Die Zeit bis heute ist wiederum geprägt durch den unaufhaltsamen Aufstieg multimedialer Vernetzungen - Internet und interaktive Darstellungsformen geben inzwischen den Ton an.

Der Ausbau des digitalen Archivs gehört daher zu den konsequenten Aufgaben eines
Museums für Digitale Kunst. Neben den Arbeiten wichtiger Computerkünstler seit 1956 werden hier Hintergrundinformationen wie Biographien, Besprechungen, Bibliographien und Interviews verfügbar gemacht. Ein theoretischer wie historischer Bereich ermöglicht eine weiterführende Vertiefung ins Thema.