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90. Int. Bodensee-Kunstauktion, Auktionshaus Zeller in Lindau

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Pressevorbericht
21. - 23. September 2006: 90. Int. Bodensee-Kunstauktion, Auktionshaus Zeller in Lindau 2707 Ausrufnummern Vorbesichtigung 8. bis 19. September 2006

Eine Sammlung sakraler Kunst und liturgischer Gerätschaften ist eines der Auktionshighlights.

Teil der Sammlung sind Ikonen, vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Herausragend sind eine „Heilige Dreifaltigkeit“ der Moskauer Schule des 16. Jahrhunderts (15000) und die Vita des Hl. Georg in Nord-Nowgorod, im 16. Jahrhundert entstanden (12000). Messkelche, Monstranzen und Ziborien zeigen die Prachtentfaltung im katholischen Ritus im Wechsel des Jahrhunderts.
Erwähnenswert ist ein Augsburger Ziborium von Caspar Wolfgang Kolb, zwischen 1685 und 1690 gefertigt (4000) oder eine silberne Strahlenmonstranz des 18. Jahrhunderts (6500). s.u.

 
 

Ausrufnummer: 633

Hl. Dreifaltigkeit mit Abraham und Sarah. Moskau, Anf. 16. Jh. 65 x 80 cm

Ausrufpreis: 15.000 Euro

 


Ausrufnummer: 650

Hl. Georg mit Vite und großer Deesis. Seitlich Hl. Demetrius. Nord-Nowgorod, 16. Jh. 119 x 85 cm

Ausrufpreis: 12.000 Euro



Stattlicher Schmuck


Ausrufnummer 2515


Diamantcollier, auch als Diadem zu tragen. Altschliffbrillant ca. 2 ct., Diamanttropfen ca. 1,75 ct., zwei Altschliffbrillanten ca. 0,60 ct., weitere Diamanten und Altschliffbrillanten ca. 4 ct. Insges. ca. 8,35 ct. Variable Silberfassung. Im Originaletui von Fontana Frères Paris, Rue de la Paix. Ende 19. Jh.


Ein weiterer Schwerpunkt der Auktion liegt im Bereich Schmuck und Juwelen. Aus einer Privatsammlung stammen exquisite Sammlerstücke vom Biedermeier bis zum Art-Déco.

Nicht für alle Tage geeignet ist das Diamantcollier von Fontana Frères, Paris, das bei Bedarf zur Tiara umgebaut werden kann (18000). Prächtige Diamantarmbänder des Art-Déco, fein geschnittene Gemmenbroschen des Biedermeier oder zarte Schmuckkreationen des Jugendstils werden zu günstigen Limitpreisen angeboten. Aus derselben Sammlung kommen auch interessante Goldemail-Taschenuhren oder eine exquisite Platin-Damentaschenuhr, deren Rückseite aus einem geschnittenen Smaragd besteht (2500). Hervorzuheben ist eine Bronze-doré-Carteluhr um 1750 mit extrem seltener sog. Komma-Hemmung (7800).

Museales verschiedener Dynastien


Spektakuläres findet sich bei der asiatischen Kunst. So z.B. ein Yingtao-Gefäß der Han-Zeit um 100 v. Chr., das in seiner Art als Vorläufer des Porzellans gilt. Die Statue einer tanzenden Frau im typischen Gewand der Han-Zeit ist mit 8000 € taxiert. Ein außergewöhnliches Objekt der Wei-Dynastie stellt ein Kamel mit Treiber dar, der nicht in Gestalt eines Chinesen erscheint, sondern in Haartracht und Kleidung an einen Araber erinnert (18000).
Von musealer Qualität und Erhaltung ist ein sog. Kraak-Teller der Wanli-Zeit. Diese blau bemalten Porzellane erhielten ihren Namen von dem portugiesischen Schiffstyp, auf dem sie im 16. Jahrhundert nach Europa transportiert wurden (2800).



Mondsichelmadonna aus der Schule des Tilman Riemenschneider

Ausrufnummer 714

Mondsichelmadonna aus der Schule des Tilman Riemenschneider.Die Muttergottes, die auf einer hügelartigen Plinthe steht, zählt aufgrund des stilisierten, unter ihren linken Fuß geordneten Gestirns in ikonographischer Hinsicht zu den Mondsichelmadonnen. Bedeutsamer aber ist, dass sie hinsichtlich ihrer Gestaltkomposition einen der wichtigsten Madonnentypen im Werk Tilman Riemenschneiders repräsentiert.Üppig drapierte Gewänder umspielen den Körper der Jungfrau, liegen nur auf der Brust eng an und formen sich vor dem Leib zu einem faltenreichen Gebilde aus kräftigen, parallel geführten Faltenstegen, deren Schlaufenform durch kleine Mulden im Schwung gebrochen wird. Zwischen den zwei dominierenden Muldenstegen ...


Spitzenlos der Auktion ist eine gotische Mondsichel-Madonna um 1520, die die Formensprache Tilman Riemenschneiders zeigt. Ihr Urheber dürfte die Kunst der Bildschnitzerei beim Meister erlernt haben. Die vorliegende Marienfigur ist wohl außerhalb der Würzburger Werkstatt entstanden und befindet sich seit über 100 Jahren in Privatbesitz.

Szene aus dem Kaukasus

Ausrufnummer 1117

Franz Roubaud. 1856 Odessa - 1928 München. Erhielt bereits im Alter von sechs Jahren erste Unterweisungen im Zeichnen. In Tiflis fand sich ein Gönner, der ihm Studienaufenthalte im Kaukasus finanzierte. 1877-78 studierte er bei Piloty, Seitz und von Diez in München. Er war tätig in München, Paris und St. Petersburg. 1889 wurde er von Prinzregent Luitpold geadelt. Besondere Förderung erhielt er durch die Zaren Alexander III. und Nikolaus II. 1903-12 war er Professor an der Akademie St. Petersburg. Sign. 1897 dat. Bewaffnete kaukasische Reiter auf Patrouille. Öl/Lwd. 42 x 72 cm. R


Der Gemäldebereich wird von Werken des 19.Jahrhunderts dominiert. Von Wilhelm August Rieder, dem Kustos der Wiener Belvedere-Galerie, stammt ein meisterliches Biedermeier-Portraitpaar (5000). Die Münchner Schule wird repräsentiert durch Johann Friedrich Voltz, Max Hänger, Anton Braith, Otto Scheuerer oder Franz Roubaud, der mit seinen Szenen aus dem Leben der Tscherkessen Berühmtheit erlangte. Die Szene mit den typischen kaukasischen Reitern ist mit 12000 € limitiert. Gustav Schönleber ist mit einem als “Dünendörfchen“ betitelten Gemälde vertreten, das 1901 während seines Normandieaufenthalts entstand.


Ausrufnummer 1403


Wei-Kamel mit Treiber. Auf Plinthensockel niederkniendes Kamel, gesattelt und mit Lasten beladen. Daneben stehender Mann in ausländischer Tracht mit hohem Spitzhut. Rötliche Terrakotta mit bearbeiteter Oberfläche und Resten von Staffage in Rot und Grün. China, Wei/Sechs Dynastien, 386 - 556 n.Chr. H 39,5 cm, L 47,5 cm. Thematisch äußerst ungewöhnliches und seltenes Exemplar einer Grabbeigabe der Wei-Zeit. Dazu Thermolumineszenz-Gutachten ASA, Francine Maurer, Okt. 2000

Ausrufnummer 1085

Wilhelm August Rieder. 1796 Döbling - 1880 Wien. 1857 - 1878 Kustos der Belvedère-Galerie zu Wien. Sign. 1840 dat. 2 Gemälde als Pendants: Portraits des Ehepaares Franz Franz und Anna Maria Franz geb. Schaub. Meisterlich charakterisiert. Öl/Lwd. Oval. 79 x 63 cm. R

Ausrufpreis: 5.000 Euro


Ausrufnummer 759

Prächtige Monstranz. Barock geschweifter Fuß mit plastisch herausgearbeiteten geflügelten Engelsköpfen sowie Wappen mit 3 Rosetten im Schild und 3 Sternen im Band. Als Schäftung vollplastischer geflügelter Putto auf vergoldeter Kugel mit Sonne, Mond und den Sternzeichen. Über dem Putto Rankenwerk mit Ähren. Strahlenmonstranz mit Kreuzaufsatz. Expositorium umgeben von Puttenköpfen, Weinlaub und Ähren. Ende 18. Jh. H 53,5 cm. 1296 g

Ausrufpreis:

6.500 Euro


Kuriose Sammlung - Kleines Limit


Hier handelt es sich um eine Sammlung von ca. 120 Taschengläsern, die zwischen 1840 und dem 1. Weltkrieg gerne als Souvenir aus Kur- und Badeorten mitgebracht wurden und in den verschiedensten Erscheinungsformen auftraten. Die vielfältig gestalteten Gläser sind schon ab 50 € zu haben.

Mit Tradition den Zeitgeschmack treffen


Michael Zeller und Christine Hofstetter-Zeller beweisen mit jeder Auktion ihr Gefühl für den aktuellen Zeitstil. Damit führen sie eine seit 1893 bestehende Familientradition fort. Damals von Joseph Zeller in Form einer Kunsthandlung in Lindau gegründet, wurde der spätere Kunsthandel nach Karl Zeller 1963 von Michael Zeller übernommen. Mit der Erweiterung um ein Auktionshaus entstand die bis heute erfolgreiche Internationale Bodensee-Kunstauktion. Michael Zeller ist öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator sowie öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger.

Ausrufnummer: 1097

Johann Friedrich Voltz. 1817 Nördlingen - 1886 München. Studierte ab 1834 an der Münchner Akademie. War beeinflusst von Albrecht Adam, Schleich und Spitzweg. Unternahm zahlreiche Reisen. Wurde häufig ausgezeichnet. Sign. Rs. Nachlaßstempel. Kuh auf Wiese im sonnigen Licht. Typische meisterliche Schilderung. Öl/Ktn. 22 x 30 cm. R

Ausrufpreis: 1.200 Euro



Ausrufnummer: 2187

Brillant-Damenanhängeuhr. Platin. In 3 Reihen mit Brillanten karmosiert, rs. Smaragdplatte mit geschnittenem Blütendekor. Versilbertes Zifferblatt, bez. "Helbros", mit applizierten arab. Stunden. 17-steiniges Ankerwerk (ø 1,7 cm). Dazu Broschierung mit Brillanten und Baguetten. Um 1910. Selten und ungewöhnlich!

Ausrufpreis: 2.500 Euro



Ausrufnummer: 2275

Prachtvolle Bronze-doré-Carteluhr, Louis XV. Reich verziertes, feuervergoldetes asymmetrisches Gehäuse; Akanthusdekor. Zwei vollplastische Cupidos mit Bogen und Köcher als bekrönende Elemente. Aufklappbare verglaste Lunette. Louis-XV-Zeiger (ergänzt). Bez. "Gille l´aine à Paris". Rechteckige Messingvollplatinen mit geschnittenen Ecken. Extrem seltene rückführende Hemmung mit 2 getrennt geführten Eingriffsklauen (Komma-Hemmung). 1/2-Stundenschlag auf Glocke. Schloßscheibe. 2 Federzüge. (Rep. St.) Frankreich, Mitte 18. Jh. H 70 cm

Ausrufpreis: 7.800 Euro



 

Ausrufnummer: 1502

Paar höfische figurale Tafelleuchter. Polychrom staffierte Figuren aus der Serie "Cri de Paris": Zitronenverkäufer (Reinicke-Modell) und Obstverkäufer (Eberlein-Modell). Bronze-doré-Montierung mit Kerzentüllen und Porzellanblüten aus Vincennes. Reste blauer Schwertermarke Meissen, Mitte 18. Jh. H ca. 32 cm
Ausrufpreis: 22.000 Euro


Ausrufnummer: 1071

Petrus van Schendel. 1806 Terheyde - 1870 Brüssel. Sign. 1836 dat. Eine Marktfrau bietet unter einem Fensterbogen Früchte an: Trauben, Pflaumen, Pfirsiche und Melonen. Meisterlich von Kerzenlicht beleuchtet. Öl/Holz. 30,5 x 25 cm. R

Ausrufpreis: 10.000 Euro